„Es kostet doppelt so viel“

Döner-Preise in Österreich polarisieren: Kebab immer teurer – mehrere Imbisse abgemahnt 

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In einer österreichischen Grenzregion zu Bayern soll es Preisabsprachen zwischen Döner-Imbissen gegeben haben. Eine Behörde schreitet im Innviertel Oberösterreichs ein.

Ried – Aufregung um eine beliebte Mahlzeit: In Österreich sorgte zuletzt ein Lebensmittelskandal für Aufsehen. Offenbar wurden in der Alpenrepublik mehrfach Kebab verkauft, in dem Gammelfleisch mit Salmonellen steckte. Für eine Person endete das tödlich.

Döner in Österreich: Preisabsprache im Innviertel an der Grenze zu Bayern

Seit Monaten wird derweil über die steigenden Preise für das beliebte Sandwich diskutiert. In Deutschland erklärte die Ampel-Bundesregierung wegen eines Dönerpreis-Protests extra mit einem Beitrag in den sozialen Netzwerken, dass die Kosten für Lebensmittel wie Brot, Gemüse, Falafel oder Fleisch deutlich gestiegen seien und von den Verkäufern freilich umgelegt werden müssten. Samt Verweis auf die hohen Energiekosten.

Im oberösterreichischen Innviertel, am gleichnamigen Fluss an der Grenze zu Bayern gelegen, soll es nun aber eine mutmaßliche Preisabsprache zwischen Döner-Imbiss-Besitzern gegeben haben, was laut eines Berichts die Behörden auf den Plan rief.

Beliebte Speise in Österreich und Deutschland: der Döner. (Symbolfoto)

So erzählte ein Standl-Besitzer laut dem Nachrichtenportal heute.at, dass er den Preis für seinen Kebab wegen der hohen Produktionskosten der Speise innerhalb der vergangenen 15 Jahren verdoppeln musste – von drei auf mittlerweile sechs Euro. Im selben Interview erklärte er demnach, dass er und vier Kollegen aus der Kleinstadt Ried die Preise für die jeweiligen Döner nach einer vorherigen Absprache auf denselben Preis anhoben.

Döner in Österreich: Preis für Kebab hat sich im Innviertel verdoppelt

„Vor 15 Jahren konnte ich einen Kebab noch für drei Euro verkaufen. Jetzt kostet es doppelt so viel“, wird er zitiert. Aber: Bei all dem Verständnis für ausufernde Kosten, schaltete sich nach dem Bericht die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ein. „Mehrere Gastronomiebetreiber in Ried im Innkreis, Oberösterreich, standen im Verdacht, an kartellrechtswidrigen Absprachen teilgenommen zu haben“, erklärte die Behörde in einer Stellungnahme: „Es war ersichtlich, dass mehrere Speisearten zum selben Betrag angeboten wurden. Kebab, Burger, Pizzen udgl. waren teilweise gleich bei den Gastronomiebetrieben ausgepreist.“

Fünf Gastronomen der oberösterreichischen Gemeinde seien deshalb abgemahnt worden, hieß es weiter: „Den Geschäftsinhabern wurde jeweils ein Abmahnungsschreiben übermittelt. Dabei wurde ausdrücklich klargestellt, dass Preisabsprachen, Kunden- und Marktaufteilungen sowie auch der Austausch wettbewerbssensibler Informationen nach dem Kartellgesetz untersagt sind.“ Dabei sind die Preise in Ried wohl noch moderat.

Döner in Österreich: Im bayerischen München gibt es noch viel teureren Kebab

Zum Vergleich: Laut demselben Portal kostet ein Kebab in der Metropole Wien (rund 1,9 Millionen Einwohner) mancherorts mittlerweile 7,50 Euro. Was im Vergleich zu Deutschland noch im Rahmen liegt: Den teuersten Döner gibt es hier in München, für 35 Euro bei „Hans Kebab“ in Schwabing. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Arnulf Hettrich

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