„Wollte nur Skifahren“: Italiener landet mit Heli an Alpen-Piste – und kassiert Rekordstrafe
VonMartina Lippl
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Obwohl es dort Skilifte gibt, bevorzugt ein Italiener den direkten Weg aus der Luft. Bei der Ausrede ist der 60-Jährige offen und ehrlich.
Pinzolo – Das Skigebiet Madonna di Campiglio ist eines der bekanntesten Wintersportorte in den italienischen Alpen. Das größte Skigebiet im Trentino liegt im Herzen der Brenta-Dolomiten. Ein Vorfall in dieser Urlaubs-Region macht viele Italiener sprachlos.
„Völlig normal“ – Carabineri stoppen fliegenden Skifahrer an Alpen-Piste in Italien
Ein reicher Geschäftsmann landet mit seinem Helikopter im Skigebiet Grostè auf einer Höhe von 2400 Metern. Dann zieht der Pilot seelenruhig seine Stiefel und Skier an, und wollte seine Abfahrt starten. Doch Carabinieri stoppten das Skivergnügen.
Die Beamten hatten zuvor ungläubig beobachtet, wie ein Hubschrauber über das Skigebiet einige Minuten in der Luft kreiste, und „abseits der Piste“ parkte, berichtet die italienische Zeitung ildoldomiti.it. So beobachteten die Carabinieri selbst, wie sich der Unternehmer aus der Lombardei für den Skitag fertig machte, als wäre alles völlig normal.
Luxus-Trip in die Dolomiten – 2000 Euro für illegale Heli-Landung
Eine Genehmigung für die Landung in einer Höhe von über 1600 Metern zu landen, könnte der fliegende Skifahrer keine vorweisen. Der 60-Jährige sei beruflich sehr eingespannt und habe aber eine große Lust aufs Skifahren gehabt. Er habe den eigenen Helikopter genommen, um die Reisezeit ins Skigebiet zu verkürzen. Offenbar ein Luxus-Problem. Ein Phänomen, das sich in den Bergen auch an anderer Stelle, wie beispielsweise Luxusschlitten vor Almhütten zeigt.
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Die Fluglizenz sowie die Versicherung des Helikopters seien in Ordnung gewesen. Jedoch wurde gegen den Mann eine „Rekordstrafe“ in Höhe von 2000 Euro verhängt, weil er ohne eine gültige Genehmigung über 1600 Metern gelandet war. Damit habe er laut rainews.it gemäß Artikel 3, Absatz 1, des Provinzgesetzes Nr. 5 aus 1996 zum Schutz der Umwelt und die Vermeidung von Lärmbelästigung verstoßen.
Unter großem Bedauern habe der 60-Jährige seine Skier wieder abgeschnallt und sei mit seinem Hubschrauber zu seiner Firma zurückgeflogen, so ildolomiti.it. Der Vorfall ereignete sich demnach am vergangenen Donnerstag (10. April). An diesem Tag herrschte optimales Wetter in den Dolomiten. In einem Video auf Instagram soll die Landung des Helikopters neben der Piste zu sehen sein.
Luxus-Problem in den Dolomiten? Strenge Gesetze gelten im Trentino
Die Vorschriften im Trentino seien strenger als in den Nachbarregionen, erklärt Anwalt Mauro Bondi, ehemaliger Trentiner Sekretär der Linksdemokraten gegenüber ildolomiti.it Newsportal. Bondi gilt demnach als einer der „Väter“ des Provinzgesetzes von 1996, das den Hubschrauberverkehr in den Bergen noch heute regelt.
Das Trentino müsse seiner Meinung nach als kleines Gebiet unbedingt auf Qualität, statt auf Quantität setzen. „Kurz gesagt, wer Ressourcen mitbringt, ist willkommen, aber Qualitätstourismus bedeutet nicht, dass auf jedem Gipfel ein Hubschrauber steht. Wir können nicht zulassen, dass jemand überall hinkommt, nur weil er Geld hat.“
Es gebe immer Leute, die Regeln brechen würden. „Ich bleibe optimistisch, denn ich kann mich an keine weiteren derart sensationellen Vorfälle in den letzten 30 Jahren erinnern“, so Bondi.