VonMartina Lipplschließen
Mitten in den Dolomiten parken Lamborghini vor einer Hütte. Dieser Anblick ist für einige kaum zu ertragen, vor allem für den Alpenverein.
Gröden – Es ist ein Foto, das im Internet die Runde macht. Zwei Luxusschlitten im Schnee stehen vor der Comici-Hütte in Gröden in Südtirol. Zwei Lamborghini haben es auf 2154 Meter über dem Meer geschafft. Kein Wunder eigentlich: Die Hütte mit den himmelblauen Fensterläden am Fuße des Langkofels wirbt auf ihrer Webseite mit Champagner und Garnelen. Dem Südtiroler Alpenverein (ASV) geht das gewaltig gegen den Strich. Er fordert eine polizeiliche Untersuchung.
„Luxusautos gehören auf keine Hütte“ – Alpenverein in Südtirol tobt
„Viele PS mit vielen Abgasen sind wohl willkommener als Pistentourengeher, die mit Muskelkraft die Hütte erreichen“, zitiert südtirolnews.it ASV-Präsident Georg Simeoni. Nach Ansicht des Alpenvereins sei die Grenze schon erreicht, die Bergwelt bereits stark erschlossen. Massentourismus in den Dolomiten ist bekanntlich schon länger ein Problem. Nun scheint sich ein Luxus-Phänomen der besonderen Art zu entwickeln. Erst vor kurzem pöbelten einige gegen eine frisch renovierte Alpen-Hütte, mit Champagner und Austern auf der Speisekarte in den Dolomiten.
„Wir empfinden solche Vorfälle als Provokation, als ein Ignorieren jeglicher Benimmregeln am Berg. Egal zu welchem Zweck: Luxusautos gehören auf keine Hütte“, so Simeoni in verschiedenen italienischen Medien. Auch IPPEN.MEDIA hat eine Anfrage gestellt.
Alpenverein fordert Politik und Polizei nun auf
Die Hütten-Lamborghinis würden Begehrlichkeiten in Bezug auf Erreichbarkeit schaffen, meint der Alpenverein-Präsident bei Rainews.it. „Deshalb stellen wir uns gegen neue Erschließungs- und Erweiterungsprojekte am Berg“, so der AVS. Simonis fordert Politik und Polizei auf, den Luxusschlitten auf dem Berg auf den Grund zu gehen und, wenn nötig, auch zu „ahnden“.
Die Sportwagen sind wahrscheinlich vom Sellajoch durch die Steinerne Stadt zur Hütte auf den Berg gefahren, vermutet der AVS. Eine Straße, die laut dem Alpenverein trotz Kritik von Umweltverbänden verbreitert worden war.
„Keine Bergsteiger, sondern Rüpel“ – in den Dolomiten sorgen Touristen immer wieder für Unverständnis. Offenbar kein Einzelfall. Auch eine Wandergruppe benimmt sich auf einer Hütte in Italien komplett daneben. (ml)
