VonUlrike Hagenschließen
Das Coronavirus meldet sich zurück. In Italien steigen seit Mitte August wieder die Infektionszahlen. Experten fordern Maßnahmen.
München/Bozen – Es mehren sich die Anzeichen für ein Corona-Comeback. Erste Experten drängen auf eine Masken-Rückkehr. Im italienischen Südtirol beobachten Experten seit Mitte August einen Anstieg der Infektionszahlen. Sogar zwei Todesfälle wurden im Gesundheitsbezirk Bozen in den vergangenen Tagen gemeldet. Fachleute raten zu Auffrischungsimpfungen, vor allem für über 60-Jährige und Menschen mit Grunderkrankungen.
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Greift das Coronavirus erneut um sich? „Nach einem ruhigen Sommer sind seit Mitte August die ersten durch das Virus verursachten Krankenhausaufenthalte und Todesfälle zurückgekehrt“, erklärt Pierpaolo Bertoli ärztlicher Direktor für den Gesundheitsbezirk Bozen.
Wie die Tageszeitung Alto Adige berichtet, hat man im Krankenhaus Bozen seit Mitte August einen Anstieg bei den Infektionszahlen und bei der Aufnahme von Coronapatienten festgestellt. Betroffen seien vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Und die Todesfälle auf eine schwere Lungenentzündung zurückzuführen.
„Müssen uns auf den Herbst vorbereiten“ – Experten raten zu Corona-Impfungen
„Wir hatten das Virus vergessen, aber wir müssen uns auf den Herbst vorbereiten, denn die Pandemie ist noch nicht ganz vorbei“, sagte Bertoli, Facharzt für Hygiene und Präventivmedizin, der Tageszeitung. In den Leitlinien des Gesundheitsministeriums für die Saison 2023/2024 werde darum eine Impfung für über 60-Jährige und gesundheitlich angeschlagene Personen empfohlen. Denn obwohl die Pandemie offiziell als beendet gilt, zirkuliere der Erreger weiterhin.
Schon im Oktober werden neue, an die Varianten angepasste Impfstoffe erwartet, für die das Gesundheitsministerium mit einer Herbstkampagne, die zeitgleich mit der Kampagne gegen die saisonale Grippe laufen wird, werben will. „Ziel ist es“, so Präventionsdirektor Francesco Vaia im Rundschreiben des Ministeriums, „Sterblichkeit, Krankenhausaufenthalte und schwere Formen von Covid bei älteren und hochgradig anfälligen Menschen zu verhindern. Und vor allem die über 60-Jährigen, die Gebrechlichen, die Schwangeren, die Beschäftigten im Gesundheitswesen usw. zu schützen“.
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Corona-Comeback auch in Deutschland: Zahlen steigen – aber auf geringem Niveau
Gemäß dem Pandemieradar des Bundesministeriums für Gesundheit verzeichnen die Covid-19-Zahlen auch einen Anstieg in Deutschland. Der Anstieg der gemeldeten Fälle korrespondiert mit einer Zunahme des Anteils der „Eris“-Variante EG.5. Diese wurde vor zwei Wochen von der Weltgesundheitsorganisation in die Kategorie „Virusvarianten von Interesse“ hochgestuft. Die Inzidenz bleibt zwar nach wie vor niedrig und beträgt fünf (Stand: 24. August 2023). Im März 2022, während des Höhepunkts der Omikronwelle, erreichte dieser Wert 1961. Dennoch ist im Vergleich zur Vorwoche ein Anstieg um 35 Prozent zu verzeichnen.
Corona: Neue Studie belegt Impfschutz noch nach 18 Monaten
Experten zeigen sich vom Corona-Comeback bisher nicht besorgt, empfehlen jedoch angesichts wieder steigender Corona-Zahlen eine Auffrischungsimpfung für bestimmte Personengruppen. Die Ergebnisse einer neuen Studie an der Universität Bologna zeigen, dass Covid-Impfstoffe auch anderthalb Jahre nach der letzten Verabreichung noch einen effektiven Schutz vor schweren Formen der Krankheit bieten, insbesondere bei älteren Personen. Für die Untersuchung wurden die Daten von Personen, die zwei und drei Impfdosen erhielten, verglichen.
Prof. Lamberto Manzoli von der Fakultät für Medizinische und Chirurgische Wissenschaften und Studienkoordinator, erklärte: „Die Ergebnisse bestätigen, dass auch mehr als ein Jahr nach der letzten Impfung diejenigen, die drei Dosen des Impfstoffs erhalten haben, ein um etwa 80 Prozent geringeres Risiko haben, aufgrund von Covid hospitalisiert oder tödlich betroffen zu werden, verglichen mit Ungeimpften.“ Der Schutz sei bei Personen, die drei Dosen erhalten haben, sogar noch höher. Besonders deutlich seien die Unterschiede bei älteren Menschen: In der Altersgruppe über 60 Jahre betrug die Sterblichkeitsrate durch Covid bei Ungeimpften 22 Prozent, im Vergleich zu drei Prozent bei denjenigen, die drei oder mehr Dosen des Impfstoffs erhalten hätten.
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