2000 Euro extra Rente unter Merz-Regierung: Experte erklärt mit Rechnung optimalen Nutzen
VonCarmen Mörwald
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Rentner können künftig mehr Geld behalten, wenn sie im Ruhestand weiterarbeiten. So profitieren sie von den Plänen der schwarz-roten Koalition.
München – Wenn es nach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht, sollen Rentner länger arbeiten. Einen konkreten Plan, wie er sie dazu bewegen kann, gibt es schon: Die sogenannte Aktivrente soll ab 2026 finanzielle Anreize bieten, über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus im Berufsleben zu bleiben. Versprochen werden steuerfreie Extra-Zahlungen in Höhe mehrerer tausend Euro, die als Teil des Rentenpakets der schwarz-roten Koalition beschlossen wurden.
Weiterarbeiten statt Ruhestand: Rentner bekommen unter Merz-Regierung 2000 Euro steuerfrei extra
Die von der schwarz-roten Koalition geplante Aktivrente soll ältere Menschen motivieren, über das reguläre Rentenalter hinaus weiterzuarbeiten. Ab 2026 dürfen sie bis zu 2000 Euro im Monat steuerfrei zur regulären Rente dazuverdienen – ohne dass das Renteneinkommen gekürzt wird. Abgezogen werden nur Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Regelung gilt nur für Rentner, die die reguläre Altersgrenze erreicht haben.
Die Aktivrente richtet sich ausschließlich an Personen, die bereits die Regelaltersgrenze erreicht haben. Diese liegt derzeit bei 66 Jahren und zwei Monaten und steigt schrittweise auf 67 Jahre für die Jahrgänge 1963 und jünger an. Die Pläne der Merz-Regierung treffen auf eine Bevölkerung, die ohnehin schon aus Sorge vor Altersarmut plant, über den Ruhestand hinaus erwerbstätig zu bleiben. Laut einer Umfrage sind mehr als die Hälfte (54,3 Prozent) bereit, länger zu arbeiten.
Experte rechnet vor: So können Rentner von der Aktivrente profitieren
Steuerfrei schön und gut, aber wie können Rentner das meiste aus der Aktivrente der Merz-Regierung machen? Andreas Irion, stellvertretender Präsident des Verbandes der Rentenberater, hat für das Nachrichtenportal Focus Online konkrete Beispielrechnungen durchgeführt.
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Ein Rentner mit einem Gehalt von 3000 Euro brutto möchte 2026 in Rente gehen – und mit der Aktivrente trotz Teilzeit so viel Netto haben wie zuvor. Seine reguläre Nettorente liegt bei rund 1200 Euro, ihm fehlen also 850 Euro zum früheren Einkommen. Um diese Lücke zu schließen, müsste er mit der Aktivrente nur rund 950 Euro dazuverdienen – steuerfrei, aber mit Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung in gewohnter Höhe. Mit weniger als zwei Arbeitstagen pro Woche hätte er damit genauso viel Geld zur Verfügung wie vor dem Renteneintritt, zumindest so lange er weiterarbeitet.
Ein zweiter Rentner möchte möglichst früh, mit 63 Jahren, in Rente gehen und reduziert dafür seine Arbeitszeit – trotz Abschlägen. Weil die Aktivrente erst ab dem regulären Rentenalter greift, muss er deutlich mehr arbeiten als im ersten Beispiel, um sein Nettogehalt zu erreichen: rund 1690 Euro brutto monatlich, also 56 Prozent seines früheren Gehalts. Der höhere Betrag ergibt sich, weil er Steuern und sämtliche Sozialabgaben zahlen muss. Zwar bringt ihm das später eine Rentenerhöhung von etwa 100 Euro, jedoch bleibt seine Rente niedriger, weil die Abschläge nicht ausgeglichen werden.
Demografischer Wandel: Ist die Aktivrente die Lösung?
Die Einführung der Aktivrente ist eine direkte Antwort auf den demografischen Wandel in Deutschland. Der Fachkräftemangel und die Belastung der Rentenversicherung durch eine alternde Gesellschaft erfordern neue Lösungsansätze. Das Rentenpaket der Merz-Regierung zielt darauf ab, das Rentenniveau zu stabilisieren und gleichzeitig Anreize für längere Erwerbstätigkeit zu schaffen. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will sogar noch einen Schritt weiter gehen.
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Die neue Aktivrente ergänzt die bereits bestehende Flexirente der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Während bei der Flexirente Frührentner beliebig viel hinzuverdienen können, ohne dass ihre Rente gekürzt wird, bietet die Aktivrente zusätzliche steuerliche Vorteile für Rentner, die weiterarbeiten wollen. Allerdings profitieren von Letzterer primär Personen, die gesundheitlich und beruflich in der Lage sind, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. (cln)