VonBenjamin Strokaschließen
Die Lokführergewerkschaft GDL will die Deutsche Bahn erneut bestreiken. Der Streik soll laut GDL-Angaben am Donnerstagabend beginnen.
Update vom 7. Dezember, 8:06 Uhr: Heute Abend startet der nächste Bahnstreik. Offiziell geht der GDL-Streik bis Freitagabend, 22 Uhr. Es ist mit massiven Auswirkungen zu rechnen, nur vereinzelte Züge fahren in NRW trotz Streik.
Erfahrungsgemäß kommt es auch vorher und nach dem offiziellen Streik-Ende zu weiteren Verspätungen und Ausfällen – teilweise auch noch am nächsten Tag. Denn bis sich der Fahrplan wieder eingependelt hat, dauert es. Außerdem entfällt die Mobilitätsgarantie in NRW im Zeitraum des Streiks.
Wer bereits ein Ticket für eine Fahrt im Zeitraum des Streiks gekauft hat, kann dieses flexibel nutzen. „Alle Fahrgäste, die ihre für den Donnerstagabend, 7. Dezember 2023 und Freitag, 8. Dezember 2023 geplante Reise aufgrund des Streiks der GDL verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben“, erklärt die Bahn.
Neue Bahnstreiks angekündigt – Datum ist jetzt klar
Update vom 6. Dezember, 18:02 Uhr: Die GDL hat den Streikaufruf bestätigt. Man rufe „bei der Deutschen Bahn AG, dem Transdev-Konzern, der AKN Eisenbahn GmbH, der City-Bahn Chemnitz GmbH und acht Unternehmen aus dem Personaldienstleistungsbereich [...] zum Streik auf“, teilt die GDL mit. Der Streik soll im Güterverkehr am Donnerstagabend (7. Dezember) ab 18 Uhr beginnen. Ab 22 Uhr soll dann der Personenverkehr bestreikt werden. Der Streik soll laut GDL am Freitag, dem 8. Dezember, um 22 Uhr enden. Damit wäre der Zugverkehr deutschlandweit für rund 24 Stunden nahezu komplett lahmgelegt.
Update vom 6. Dezember, 17:57 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL will die Deutsche Bahn ab Donnerstagabend (7. Dezember) bestreiken. Der Streik soll bis Freitagabend laufen. Das berichtet der Spiegel und bezieht sich auf Informationen aus Gewerkschaftskreisen. Demnach wäre es diesmal ein 24-Stunden-Streik – von Donnerstagabend, 22 Uhr bis Freitagabend, 22 Uhr. Von der GDL wurde das noch nicht offiziell bestätigt.
Neue Bahnstreiks angekündigt – was bisher bekannt ist
Aktualisierte Erstmeldung vom 24. November: Köln – Schlechte Nachrichten für Bahnreisende: Die Lokführergewerkschaft GDL hat am 24. November neue Bahnstreiks angekündigt. Die Tarifverhandlungen zwischen GDL und der Deutschen Bahn fanden ein abruptes Ende, nachdem die Gewerkschaft um ihren Chef Claus Weselsky die Verhandlungen für gescheitert erklärt hatte. Jetzt läuft das große Zittern für alle Bahnpendler. Aber einiges ist weiterhin unklar – vor allem der Termin für den Streik.
Wann kommt der nächste GDL-Bahnstreik?
Das ließ die GDL bislang offen. Auch am Freitag (1. Dezember) gab es bis zum Mittag keine weiteren Angaben. Klar ist nur: Weitere Streiks sollen kommen. Die Öffentlichkeit werde „rechtzeitig“ informiert, sagte Weselsky. Ein genauer Termin wurde bislang nicht genannt. Es ist aber gut möglich, dass der nächste Streik schon in den kommenden Tagen folgt. Der bislang letzte GDL-Streik begann 28 Stunden nach der Ankündigung. Darüber ist man diesmal bereits deutlich hinaus.
Wie lange dauert der nächste Bahnstreik?
Ob der nächste Warnstreik einen Tag oder sogar länger dauern wird, ist aktuell ebenfalls noch unklar. Der erste GDL-Streik im laufenden Tarifstreit dauerte 20 Stunden. Vom Abend des 15. November bis zum frühen Abend des 16. November hatte die Lokführergewerkschaft den Bahnverkehr in Deutschland bereits über weite Strecken lahmgelegt. Die Erfahrung aus vergangenen Tarifstreits zwischen Bahn und GDL zeigt aber: Es könnte diesmal ein längerer Streik werden. Denn die GDL hat schon mehrfach bewiesen, auch vor längeren Streiks nicht zurückzuschrecken.
Kann der nächste Streik noch vermieden werden?
Das gilt als sehr unwahrscheinlich. Der Tarifstreit zwischen Bahn und GDL nach dem Abbruch der Verhandlungen einen neuen Tiefpunkt erreicht. Beide Seiten machen einander schwere Vorwürfe. Am 4. Dezember teilte die GDL mit, dass die Bahn weiter in „ihrer ignoranten Blockadehaltung“ verharre.
Droht sogar ein unbefristeter Bahnstreik?
Ja, allerdings wohl frühestens erst zum Ende des Jahres oder Anfang 2024. Denn für einen unbefristeten Streik muss die GDL eine 75%-Mehrheit ihrer Mitglieder haben. Eine entsprechende Urabstimmung läuft aktuell schon. Die Gewerkschaft rechnet aber erst zu den Weihnachtstagen mit einem Ergebnis. Ohne die Urabstimmung können „nur“ weitere Warnstreiks folgen.
Was sind die größten Streitpunkte zwischen Bahn und GDL?
Insgesamt hat die GDL für die aktuelle Tarifrunde 35 Forderungen aufgestellt. Neben mehr Geld und einer Inflationsausgleichsprämie fordert die Gewerkschaft auch eine Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Diese Forderung, die von der GDL als Kernforderung bezeichnet wird, sorgt bislang für die meisten Probleme. Denn die Bahn lehnt diesen Verhandlungspunkt bislang als nicht umsetzbar ab. Die GDL rückt aber auch von ihrer Forderung nicht ab. Entsprechend sind hier beide Seiten sehr weit von einer möglichen Einigung entfernt. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

