Etliche Ausfälle

Streik bei der Deutschen Bahn bis Freitag – Notfahrplan angelaufen

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  • Oliver Schmitz
    Oliver Schmitz
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Bis Freitagabend gilt ein bundesweiter Bahnstreik. Die Deutsche Bahn rechnet mit etlichen Ausfällen, auch im Fernverkehr. Es gibt allerdings einen Notfahrplan.

  • GDL-Chef Claus Weselsky hat für das neue Jahr neue Bahnstreiks bei der Deutschen Bahn angekündigt. Die sollen sogar „länger und intensiver“ werden.
  • Der Bahn-Streik der GDL gilt ab Donnerstag (18 Uhr im Güterverkehr und 22 Uhr im Personenverkehr) bis Freitag, 22 Uhr. Der Bahn-Streik hat Auswirkungen auf etliche Züge und S-Bahnen im Nahverkehr. Auch im Fernverkehr kommt es zu Einschränkungen.
  • Die Deutsche Bahn hatte Notfahrpläne für den 24-Stunden-Warnstreik der GDL aufgestellt. Viele Züge fallen aus, einige vereinzelte fahren allerdings noch.
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Update vom 8. Dezember, 7:28 Uhr: Der bundesweite Warnstreik der GDL bei der Deutsche Bahn hatte am Donnerstag um 22 Uhr begonnen. Nach Auskunft der Bahnsprecherin für NRW gegenüber der dpa kam es aber auch schon davor vereinzelt zu Einschränkungen, weil Züge an geeigneten Orten die Fahrt beendeten. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass der Streik auch noch Auswirkungen bis ins Wochenende hinein haben wird – bis alle Züge wieder nach Takt fahren. Bahnunternehmen in NRW rufen Kunden auf, sich über Auskunftssysteme wie bahn.de/reiseauskunft, zuginfo.nrw und die App DB Navigator vorab über die aktuelle Lage zu informieren.

Die Deutsche Bahn hatte Notfahrpläne für den 24-Stunden-Warnstreik der GDL aufgestellt. Züge, die demnach trotz des Streiks regulär fahren, sind der RE34 zwischen Dortmund und Siegen, der RE42 zwischen Münster und Mönchengladbach sowie der RE17 zwischen Hagen und Kassel.

Die GDL hat für denselben Zeitraum vom späten Donnerstagabend bis zum späten Freitagabend in NRW auch Beschäftigte der Unternehmen NordWestBahn GmbH und der Transdev Rhein-Ruhr GmbH zu Warnstreiks aufgerufen. Die NordWestBahn, die in NRW mit vier Linien in Ostwestfalen-Lippe aktiv ist, geht von starken Einschränkungen aus. Die RheinRuhrBahn, die fünf Linien mit Schwerpunkt Ruhrgebiet betreibt, hat auf vier Linien einen Busnotverkehr eingerichtet.

Bahnstreik läuft – Bahn rechnet bis Freitagabend bundesweit mit etlichen Ausfällen

Update vom 7. Dezember, 22:25 Uhr: Der GDL-Streik hat nun auch im Personenverkehr bei der Bahn begonnen. Seit 22 Uhr streiken Lokführer und weitere Beschäftigte für bessere Arbeitsbedingungen. In NRW und Rheinland-Pfalz fallen bis zum Streikende am Freitagabend um 22 Uhr etliche Züge aus. Betroffen sind neben dem Fernverkehr auch Regionalzüge und S-Bahnen. Auf Linien, die dennoch fahren, drohen ebenfalls Einschränkungen. So rechnet der Bahnanbieter National Express auf seinen Linien RE1, RE5, RE6, RE11, RE4 sowie RB48 und RE7 mit volleren Zügen. Darüber hinaus seien auch weitere Einschränkungen oder gar Ausfälle durch den Streik möglich.

Streik im Güterverkehr läuft – Einige ICE-Züge fallen bereits aus

Von Donnerstagabend bis Freitagabend sollen Lokführer der GDL streiken (Symbolfoto).

Update vom 7. Dezember, 18:05 Uhr: Seit 18 Uhr läuft der GDL-Streik im Güterverkehr. Doch auch im Personenverkehr bei der Bahn zeigen sich schon erste Auswirkungen – und das, obwohl der Streik dort erst um 22 Uhr beginnen soll. So fallen bereits am frühen Abend einige Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn aus. Betroffen sind unter anderem Züge von Frankfurt nach NRW. Doch auch in den Norden oder Osten des Landes will, hat Pech. Denn auch Züge ab Köln Hbf fallen bereits aus. Betroffen sind unter anderem ICE-Züge nach Berlin und Hamburg.

Nur so könne man garantieren, dass am Ende niemand auf freier Strecke übernachten muss, erklärte die Bahn. Im Fernverkehr will die Bahn während des Warnstreiks rund 20 Prozent des Angebots aufrechterhalten.

GDL-Chef Weselsky kündigt längere Streiks für 2024 an

Update vom 7. Dezember, 15:17 Uhr: Nach der Ankündigung des Bahnstreiks von Donnerstagabend bis Freitagabend hat die GDL weitere Streiks in Aussicht gestellt. „Wir werden am 19. Dezember die Urabstimmung auszählen und in der ersten Januarwoche auch nicht streiken, aber danach werden die Streiks länger und intensiver“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky im Gespräch mit dem BR.

Derzeit lässt die GDL per Urabstimmung ihre Mitglieder über unbefristete Streiks abstimmen. Das Ergebnis wird für den 19. Dezember erwartet. Weselsky rechnet dabei eigenen Angaben zufolge mit einer Zustimmung von rund 90 Prozent. Für unbefristete Streiks müssen mehr als 75 Prozent der Mitglieder dafürstimmen. Arbeitskämpfe dieser Art können für die Beschäftigten aber auch ins Geld gehen. Denn das Streikgeld der Gewerkschaft gleicht in der Regel nur einen Teil der Lohneinbußen aus, die Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bei Arbeitskämpfen entstehen können.

GDL-Streik sorgt schon vor Beginn für Chaos im Bahnverkehr von NRW

Update vom 7. Dezember, 09:04 Uhr: Der bevorstehende GDL-Streik wirkt sich aktuell nicht nur bereits auf den NRW-Bahnverkehr, sondern teils auch den lokalen ÖPNV aus. Bei der KVB in Köln gab und gibt es aufgrund des besonders „hohen Verkehrsaufkommen“ am Donnerstagmorgen etliche Zugausfälle und Verspätungen. Davon waren bisher vor allem die KVB-Linien 5, 7, 9, 13 und 18 betroffen. Derzeit würden die Bahnen noch „in unregelmäßigen Zeitabständen“ fahren, schnellstmöglich soll aber wieder der normale Fahrplan eingehalten werden, so die KVB.

Bundesweiter Bahnstreik ab dem Abend: Schon jetzt erste Einschränkungen

Update vom 7. Dezember, 8:42 Uhr: Ab 18 Uhr wird heute der Güterverkehr der Deutschen Bahn bestreikt. Ab 22 Uhr folgt dann auch der Personenverkehr. Das bedeutet massive Auswirkungen für den Regional- und Fernverkehr. Doch auch wenn der offizielle Start des Bahnstreiks noch bevor steht, kommt es schon am Donnerstagmorgen zu ersten Einschränkungen bei der Deutschen Bahn. Allein in NRW gibt es zahlreiche Verspätungen und Ausfälle von Zügen wegen Personalausfällen. Besonders betroffen waren am Morgen laut Zuginfo.NRW zum Beispiel die RE3, RE4, RE7, RE13, RE 16, RB20, RB 38, RB48, RB52, RE82 und RB 91.

Bundesweiter Bahnstreik ab heute: Regional- und Fernverkehr betroffen

Ausgebaute Erstmeldung vom 6. Dezember: Köln – Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ab Donnerstagabend (7. Dezember) zu einem neuen Bahnstreik aufgerufen. Das teilte die Gewerkschaft mit. Betroffen ist neben dem Personenverkehr auch der Güterverkehr auf der Schiene. Gestreikt werden soll im Personenverkehr laut GDL ab Donnerstagabend Uhr bis Freitag (8. Dezember) 22 Uhr. Die Deutsche Bahn geht nach eigenen Angaben von „massiven Auswirkungen des GDL-Streiks auf den Bahnbetrieb aus“. Im Güterverkehr sollen Beschäftigte bereits ab 18 Uhr am Donnerstag die Arbeit niederlegen. Der Personenverkehr ist ab 22 Uhr betroffen.

GDL kündigt Bahnstreik an: Beschäftigte sollen bis Freitag um 22 Uhr die Arbeit niederlegen

Bereits am 24. November hatte die GDL neue Bahnstreiks angekündigt. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und der Deutschen Bahn, sowie weiteren Bahnunternehmen. Bereits im November hatte es in diesem Zusammenhang einen 20-stündigen Bahnstreik gegeben. Nachdem die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn gescheitert waren, kommt es nun zum abermaligen Streik. Man rufe „bei der Deutschen Bahn AG, dem Transdev-Konzern, der AKN Eisenbahn GmbH, der City-Bahn Chemnitz GmbH und acht Unternehmen aus dem Personaldienstleistungsbereich [...] zum Streik auf“, so die GDL in einer Mitteilung.

Laut eigenen Angaben vertritt die GDL rund 40.000 Beschäftigte. Streiken sollen neben Lokführern auch Zugbegleiter, Bordgastronomen, Werkstattmitarbeiter, Disponenten in allen Unternehmen und zusätzlich Fahrdienstleiter und weitere Berufsgruppen bei DB Netz. Konkret sollen die Beschäftigten die Arbeit in ihren Bereichen über folgende Zeiträume niederlegen:

  • Im Güterverkehr: Von Donnerstag, 7. Dezember, 18 Uhr bis Freitag, 8. Dezember, 22 Uhr
  • Im Personenverkehr: Von Donnerstag, 7. Dezember, 22 Uhr bis Freitag, 8. Dezember, 22 Uhr

GDL kündigt neuen Streik an: Stimmen zum Streik im Überblick

Das sagen die Beteiligten zum Streik:

  • GDL-Chef Claus Weselsky (64): „Der Unmut der Beschäftigten ist machtvoll, laut und unaufhaltsam. Der Arbeitgeber, der jetzt nicht aufwacht, dem ist nicht mehr zu helfen“
  • DB‑Personalvorstand Martin Seiler (59): „Die Lokführergewerkschaft vermiest Millionen unbeteiligten Menschen das zweite Adventswochenende. Ein Streik so kurz nach dem Wintereinbruch und so kurz vor dem Fahrplanwechsel ist verantwortungslos und egoistisch. Anstatt zu verhandeln und sich der Wirklichkeit zu stellen, streikt die Lokführergewerkschaft für unerfüllbare Forderungen. Das ist absolut unnötig! Es gäbe so viel zu tun: Endlich die Weihnachtsfrage klären, unser 11‑Prozent-Angebot ausgestalten und an Lösungen für Mitarbeitende und Kunden arbeiten.“

Auch auf X (ehemals Twitter) äußerten sich viele User zum bevorstehenden GDL-Streik:

  • Tobias Weiskopf, stellvertretender Bundesvorsitzender der jungen Liberalen: „Das Streikrecht muss überarbeitet werden. In kritischer Infrastruktur mit gerade einmal 24 h Vorlauf das gesamte Land lahmlegen ist nicht verhältnismäßig. GDL verhält sich unverantwortlich! Justiz und Politik müssen handeln.“
  • Herr Walter, laut X-Profil Lokführer bei DB Cargo: „Streik ist ja schön, aber langsam überspannt es dieser machtbesessene Sachsenpaule etwas. Der Zorn aller Wochenendpendler, die sich auf ihre Familien gefreut haben, wird ihm gewiss sein, womit er der Geringschätzung dem Berufsbild Lokführers gegenüber, einen Bärendienst erweist.“
  • Marco Findeisen: „Es ist schwer, Verständnis für den Streik der GDL aufzubringen, wenn man deswegen auf Geschäftsreise festsitzt und damit gleich auch ums Wochenende gebracht wird, während Frau und Kind warten. Wäre er früher angekündigt worden, wäre ich nicht gefahren. Danke Klaus“
  • Hans: „Aufruf an alle Lokführer, streikt bitte erst ab Januar, und dann so lange ihr wollt, schenkt den Menschen besinnliche Weihnachten und ein schöne Adventszeit, es gibt schon genug Elend auf dieser Welt. Bitte kein Streik vor 01.01.2024.“

Bahn-Vorstand Seiler: GDL „vermiest Millionen unbeteiligten Menschen das zweite Adventswochenende“

Bei der Deutschen Bahn reagierte man auf die Streikankündigung mit Unverständnis. „Die Lokführergewerkschaft vermiest Millionen unbeteiligten Menschen das zweite Adventswochenende. Ein Streik so kurz nach dem Wintereinbruch und so kurz vor dem Fahrplanwechsel ist verantwortungslos und egoistisch“, sagte Bahnvorstand Martin Seiler. Ab Sonntag (10. Dezember) gilt bei der Bahn der neue Winterfahrplan.

Um das Chaos davor zu vermeiden, forderte die Bahn die Gewerkschaft auf, den Adventsstreik abzusagen und umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir sind zu jeder Zeit und an jedem Ort verhandlungsbereit“, so Seiler.

DB arbeitet an Notfahrplan – Kunden sollen Reise, wenn möglich verschieben

Durch den Streik droht die Reise vieler Menschen buchstäblich ins Wasser zu fallen. „Die DB geht von massiven Auswirkungen des GDL-Streiks auf den Bahnbetrieb aus. Die DB wird so schnell und umfassend wie möglich informieren“, so die Bahn. Beim letzten GDL-Streik im November waren unzählige Züge im Nah- und Fernverkehr in NRW ausgefallen. Vor dem zweiten Adventswochenende droht nun ähnliches. Nur vereinzelte Zugverbindungen fahren trotz Bahnstreik.

Klar ist bereits jetzt, dass es bundesweit Zugausfällen und Verspätungen kommen wird. Wie beim letzten Streik arbeitet die DB auch dieses Mal an einem Notfahrplan. „Der Notfahrplan sichert nur ein sehr begrenztes Zugangebot im Fern-, Regional- und S-Bahn Verkehr der DB. Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt“, so die Bahn.

Bahn: Reisende können ihre Tickets flexibel nutzen

Bahnkunden, die im Zeitraum des Streiks eine Reise geplant haben, können laut Bahn nun flexibel entscheiden, ob und wenn ja wann sie diese antreten. Konkret gilt laut Bahn folgendes:

  • Alle Fahrgäste, die ihre für den Donnerstagabend, 7. Dezember 2023 und Freitag, 8. Dezember 2023 geplante Reise aufgrund des Streiks der GDL verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen.
  • Die Zugbindung ist aufgehoben.
  • Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung.
  • Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden.
  • Zudem haben Fahrgäste im Rahmen einer Sonderkulanz auch die Möglichkeit, ihre Reise vorzuverlegen und bereits im Laufe des Donnerstags, 7. Dezember 2023 früher zu fahren.

Für Fahrgäste, die ihre Reise vorverlegen wollen, gab die Bahn noch einen Tipp: „In diesem Fall empfehlen wir, die Reise bereits früh am Tag anzutreten, um so sicherzustellen, dass sie im besten Fall am frühen Abend (18 Uhr) an ihrem Zielort sind, da bereits vor offiziellem Streikbeginn um 22 Uhr mit ersten Einschränkungen zu rechnen ist“, so die Bahn. Auch beim Streik im November hatte die Bahn Fahrgästen angeboten, ihre Tickets flexibel zu nutzen.

Darum geht es im Tarifstreit zwischen GDL und Bahn

Beim Tarifstreit zwischen der GDL und der Deutschen Bahn geht es um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. In der ersten Verhandlungsrunde stellte die GDL dabei 35 Forderungen. Neben mehr Geld und einer Inflationsausgleichsprämie fordert die Gewerkschaft auch eine Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Diese Forderung, die von der GDL als Kernforderung bezeichnet wird, sorgte bislang für die meisten Probleme. Denn die Bahn lehnt diesen Verhandlungspunkt bislang als nicht umsetzbar ab.

Als Gegenangebot bot die Bahn an, den Lokführern elf Prozent mehr Lohn und eine Inflationsausgleichsprämie von bis zu 2850 Euro zu zahlen. Die Laufzeit sollte bei 32 Monaten liegen. Die Bahn hält trotz des Verhandlungsabbruchs an ihrem Angebot fest. (jr mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Agentur 54 Grad/Imago

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