- VonStephanie Schoenschließen
Viele Erwerbstätige beschäftigen sich erst spät mit ihren Rentenansprüchen und müssen dann noch Rentenlücken schließen. Aber auch im höheren Alter können Sie noch etwas für Ihre Altersvorsorge tun.
Berlin – Wer in fortgeschrittenem Alter erst feststellt, dass die eigene Rente im Alter nicht ausreichen wird, fragt sich, ob es nicht schon zu spät ist, noch vorzusorgen. Die Rente aufstocken müssen immer mehr Menschen, denn auch die Lebenserwartung steigt und die eigenen Ersparnisse sind endlich. Die gute Nachricht: Auch wenn Sie schon älter sind, können Sie noch etwas für Ihre spätere Rente tun und vorsorgen. Hierfür gibt es eine Reihe von Optionen.
Aktien versprechen gute Renditen für die Rente
Der Aktienmarkt bietet auch im fortgeschrittenen Alter noch gute Optionen, um zusätzliches Vermögen aufzubauen. Zwar ist ein früher Start auch hier vorteilhaft, aber aufgrund unserer längeren Lebenserwartung macht auch ein späterer Start noch Sinn - der Anlagehorizont verlängert sich ja dadurch auch. Heute haben Rentner eine um ca. zehn Jahre längere Lebenserwartung als noch vor Jahrzehnten – im Schnitt sind es 20 Jahre. Das bietet einen ausreichend langen Anlagehorizont, um auch die Risiken für Anlagen am Aktienmarkt zu senken. Wer das in Angriff nehmen möchte, sollte jedoch ein paar grundsätzliche Bedingungen beherzigen. Rücklagen für Notfälle sollten trotz Investment immer noch verfügbar sein und auch Schulden sollten vorher getilgt sein.
Für eine späte Altersvorsorge sind risikoreichere Anlagen wie Aktien und ETFs geeignet, um den Verlust von Zeit durch eine höhere Rendite auszugleichen, besonders in Kombination mit staatlich geförderten Produkten wie der Riester-Rente und der Rürup-Rente für Selbstständige. Alternativ können eine betriebliche Altersvorsorge oder eine Sofortrente mit hoher Einmalzahlung eine gute Ergänzung sein, um die Rentenlücke zu schließen. Ziel sollte es sein, mindestens 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens zu erreichen, um den Lebensstandard zu halten.
Risikominimierung am Aktienmarkt durch breite Streuung
Um am Aktienmarkt das Verlustrisiko zu minimieren, empfiehlt sich eine breite Streuung des Investments. Dabei ist es auch empfehlenswert, international zu investieren, da auch dies die Risiken senkt. Gut geeignet sind Sparpläne für einen passiven Indexfonds in Form von ETFs. Diese ETFs streuen die Anlage auf alle Aktien eines bestimmten Index und bilden somit auch dessen Entwicklung ab. Als Anleger profitieren Sie also von der positiven Entwicklung des gesamten Aktienpaketes, das der Index umfasst.
Betriebliche Altersvorsorge macht auch spät noch Sinn
Auch eine betriebliche Altersvorsorge spät noch gestartet werden, um die finanzielle Situation im Ruhestand zu verbessern. Auch mit über 50 ist es noch möglich, von der Entgeltumwandlung zu profitieren und eine attraktive Rendite zu erzielen und eine Betriebsrente aufzubauen. Hierbei wird ein Teil des Gehaltes regelmäßig in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt. Sie bietet dabei auch eine Entlastung bei Steuern und Sozialabgaben.
Sofortrente für regelmäßige Rentenzahlungen
Wer bereits ein hübsches Sümmchen angespart hat oder vielleicht durch eine Erbschaft erhalten hat, kann auch über eine Sofortrente nachdenken. Bei diesem Modell zahlen Sie einmalig einen größeren Geldbetrag in einen Versicherungsvertrag ein und erhalten dann ab sofort eine lebenslange, regelmäßige Rentenzahlung. Dabei hängt allerdings die Höhe der monatlichen Zahlung auch von der Einzahlungssumme und dem Eintrittsalter ab. Die Sofortrente funktioniert so, dass Sie einmalig einen größeren Geldbetrag (z.B. eine Erbschaft) in einen Versicherungsvertrag einzahlen und dafür ab sofort eine lebenslange, regelmäßige Rentenzahlung erhalten. Sie profitieren zusätzlich von einer Überschussbeteiligung und können das Kapital in der Police über eine Rentengarantiezeit oder eine Beitragsrückgewähr absichern.
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