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Der angekündigte Stellenabbau bei Audi wird auch den Standort Neckarsulm betreffen, dort ist man in Bezug auf die Zukunft dennoch zuversichtlich.
Neckarsulm - Nachdem der VW-Konzern bereits seit vergangenem Jahr in einer schwierigen Transformation steckt und auch Sportwagentochter Porsche einen Stellenabbau in Deutschland angekündigt hat, ist jüngst auch die Konzerntochter Audi nachgezogen. Der Ingolstädter Autobauer streicht bis 2029 insgesamt 7.500 Stellen in Deutschland, es gibt aber bereits eine Vereinbarung für die Sicherung der Standorte. Am großen Produktionsstandort Neckarsulm bei Heilbronn (Baden-Württemberg) ist man trotz der Ankündigung zuversichtlich und hat konkrete Pläne für die Zukunft.
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Da im Vorfeld eine deutlich höhere Zahl an Stellen zirkulierte, die bei Audi zur Disposition stehen sollen, wird die Ankündigung auch als Verhandlungserfolg der Arbeitnehmerseite gewertet. „Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Erfolg für die Beschäftigten“, erklärte Barbara Resch, die Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, in einer aktuellen Mitteilung. Audi-Chef Gernot Döllner hatte bereits betont, sowohl den Hauptsitz in Ingolstadt als auch den Standort Neckarsulm für die Transformation zur Elektromobilität „robust und flexibel“ aufstellen zu wollen.
Audi-Standort Neckarsulm soll zum konzernweiten KI- und Digitalisierung-Zentrum werden
Der Premiumhersteller mit den vier Ringen ist wie nahezu alle anderen Autobauer von der massiven Krise der Industrie betroffen. Bei Mercedes-Benz gehen Insider inzwischen von bis zu 20.000 Stellen aus, die wegfallen könnten, und auch BMW hat jüngst einen deutlichen Umsatzrückgang verkündet. Bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm hat sich bereits die Sorge vor Verlagerungen in bestimmten Bereichen umgetrieben, als der Betriebsrat an den beiden großen Produktionsstandorten Flyer verteilte, die auf die Sparmaßnahmen aufmerksam machen sollten.
| Name | Audi AG |
|---|---|
| Gründung | 1949 in Ingolstadt (Neugründung)/1969 in Neckarsulm (Fusion) |
| Sitz | Ingolstadt, Bayern |
| Branche | Automobilindustrie |
| Mutterkonzern | Volkswagen AG |
| Mitarbeiter | 88.563 (2024) |
| Umsatz | 64,5 Milliarden Euro (2024) |
Wie der Neckarsulmer Betriebsratschef Rainer Schirmer im Gespräch mit der Heilbronner Stimme erklärte, konnten aber beide Standorte zukunftssicher aufgestellt werden. „Für Neckarsulm bedeutet dies unter anderem, dass wir einen Zukunftsfonds für die Standortentwicklung sichern konnten, mit dem wir neue Produktionsplattformen einrichten können – für zukünftige elektrische Modelle“, erklärte er. „Dazu soll Neckarsulm als KI- und Digitalisierungs-Zentrum für den gesamten Audi-Konzern ausgebaut werden. Hier wird der Fokus speziell im Bereich Produktion liegen.“
Stellenabbau bei Audi in Deutschland soll den „indirekten Bereich“ betreffen
Trotz des Verhandlungserfolges bleiben die Sparmaßnahmen bei Audi unter dem Strich dennoch ein harter Schlag. Die IG Metall Baden-Württemberg führt in der Mitteilung aus, dass bis 2027 maximal 6.000 Stellen und in den Jahren 2028 und 2029 zusätzlich 1.500 Stellen abgebaut werden sollen. Der Autobauer hat allerdings betont, dass die Stellen im „indirekten Bereich“ abgebaut werden sollen, sodass die Produktion außen vor bleiben dürfte.
Im Gegenzug soll die Beschäftigungssicherung bis 2033 verlängert werden, womit betriebsbedingte Kündigungen weiterhin ausgeschlossen sind, und die monatlichen Tarifentgelte bleiben unangetastet. Zudem wurden die folgenden Ergebnisse erzielt:
- Kein Outsourcing von Betriebsteilen
- Erhalt der Erfolgsbeteiligung
- Investitionen in die Standorte gesichert
- Extrabonus für IG Metall-Mitglieder
Die Vereinbarung „schafft Sicherheit in unsicheren Zeiten und sorgt für faire Bedingungen in der Transformation der Automobilindustrie“, betonte Barbara Resch. Betriebsratschef Schirmer sagte der Stimme, dass man mit der Einigung zufrieden sei. „Denn die Unsicherheit und Ängste der Kolleginnen und Kollegen war in den letzten Monaten deutlich zu spüren“, betonte er. „Mit der Zukunftsvereinbarung kann nun wieder Ruhe bei den vier Ringen einkehren.“ Ende 2024 hatte Audi bereits das endgültige Aus eines europäischen Standortes besiegelt.
Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

