„Next Level Performance“

Mercedes-Insider sprechen jetzt von 20.000 Arbeitsplätzen, die vor dem Aus stehen

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Das bereits angekündigte Sparprogramm „Next Level Performance“ beim Autokonzern Mercedes-Benz nimmt konkrete Züge an. Laut Insidern stehen noch mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Stuttgart - Bereits Ende 2024 hieß es, dass bei Mercedes-Benz 15.000 Arbeitsplätze vor dem Aus stehen könnten, was als Teil des vom Vorstand um CEO Ola Källenius ausgerufenen Effizienzprogramms „Next Level Performance“ bezeichnet wurde. Damit will der Stuttgarter Weltkonzern Milliardenkosten einsparen, um sich für die Zukunft effizient aufzustellen. Einem aktuellen Bericht zufolge wird dieses Sparprogramm immer konkreter, selbst bisherige Tabus fallen. Auch beim Nachbarn Porsche könnte ein Sparprogramm zum Abbau einer großen Zahl an Arbeitsplätzen führen.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Mercedes-Benz hatte im vergangenen Jahr einen Absatzeinbruch zu verzeichnen und die E-Auto-Strategie schwächelt gewaltig. Deshalb will CEO Ola Källenius bis 2027 rund fünf Milliarden Euro an Kosten einsparen, für das eben das angesprochene Effizienzprogramm ausgerufen wurde. Ein zentraler Bestandteil des Programms ist die schwere Transformation zur E-Mobilität, zur Kostensenkung soll aber auch am Personal gespart werden. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, gehen Insider von einem noch umfangreicheren Stellenabbau aus, als bislang befürchtet.

Sparprogramm bei Mercedes-Benz: Laut Top-Manager ist die Stimmung „am Tiefpunkt“

Trotz des angesprochenen Absatzrückgangs ist der schwäbische Luxusautohersteller mit Stern durch die Luxusausrichtung noch immer profitabel. Für die Zukunft reicht das aber nicht aus, weshalb nun auf die Kostenbremse gedrückt wird. Ein Top-Manager des Konzerns bemängelt laut WirtschaftsWoche, dass beim Vorstand nur noch die Kostenreduktion im Vordergrund stehe und strategische Themen vernachlässigt werden. Er bezeichnete die Stimmung in der Belegschaft des Weltkonzerns als „am Tiefpunkt“. Neben einem Abbau von Arbeitsplätzen stehen noch weitere Stellschrauben auf dem Programm, die die Stimmung nicht wirklich verbessern dürften.

Name Mercedes-Benz Group AG
Gründung 17. November 1998 (Vorgängerunternehmen gehen bis ins Jahr 1883 zurück)
Hauptsitz Stuttgart, Baden-Württemberg
Branche Automobilindustrie, Finanzdienstleistungen
Produkte Premium-Automodelle, Vans, Finanzdienstleistungen
Leitung Ola Källenius (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 166.000 (2023)
Umsatz 153,2 Milliarden Euro (2023)

Konkret gehen Insider dem Bericht zufolge von einem Abbau von bis zu 20.000 Stellen bis 2027 bei Mercedes-Benz aus. Dieser Abbau soll dem Vernehmen nach durch das Nicht-Nachbesetzen freier Stellen, Alterszeitregelungen, Abfindungsprogramme, aber auch durch den Verkauf von Betriebsteilen erfolgen. Aktuell wird beispielsweise gemeldet, dass Mercedes sein Lieferwagenwerk in Argentinien – den ältesten Standort des Konzerns außerhalb Deutschlands – verkaufen wird, wovon rund 2.000 Mitarbeiter betroffen sind. Zusätzlich gibt es Überlegungen, bei den Mitarbeitervergütungen zu sparen – beispielsweise bei den tariflichen Sonderzahlungen wie dem Weihnachtsgeld.

Mercedes-Benz setzt trotz Aufweichung des E-Auto-Kurses weiterhin auf den Antrieb

Wie bereits erwähnt, soll das Effizienzprogramm den Autobauer für die Transformation zur Elektromobilität besser aufstellen. Mercedes-Benz hat zwar erklärt, auch weiterhin auf Hightech-Verbrenner setzen zu wollen, die Zukunft sieht das Unternehmen aber dennoch im elektrischen Antrieb. Dafür sind aber hohe Investitionen notwendig, die aktuell beispielsweise die Zulieferer vor große Probleme stellen, weshalb Bosch, ZF und Co. bereits bei Kanzler Scholz um Unterstützung bitten. Mercedes will die Transformation aber offenbar aus eigenen Stücken stemmen, muss dafür jedoch die Kostenstruktur anpassen.

Das Effizienzprogramm von Mercedes-Benz ist mit deutlichen Kosteneinsparungen verbunden – auch im Personalbereich.

Mit den Problemen steht Mercedes-Benz nicht allein da. Dauerkonkurrent BMW musste bereits an den Stellschrauben drehen und kürzte Ende vergangenen Jahres die Gehälter der Mitarbeiter gekürzt. Bei Volkswagen steht ein Milliardensparprogramm dagegen bereits seit langem fest, dem neben zehntausenden Stellen sogar ganze Werke zum Opfer fallen sollen. Dem aktuellen Bericht der WirtschaftsWoche zufolge ist das eben auch bei Mercedes-Benz nicht mehr ausgeschlossen.

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG – Communications

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