VonMarkus Hofstetterschließen
Die Preise für E-Autos sinken, während Verbrenner teuer bleiben. Eine Angleichung der Preise scheint unausweichlich.
Berlin – Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein neues Auto zu kaufen, stellt sich oftmals zunächst die grundlegende Frage: Soll es ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor oder ein Elektroauto sein? Für das Elektroauto sprechen eine bessere Ökobilanz, Ersparnisse bei der Kfz-Steuer und niedrigere Betriebskosten.
Hemmnisse für die Anschaffung eines Elektroautos können eine zu geringe Reichweite, eine lückenhafte Ladeinfrastruktur oder höhere Reparaturkosten sein. Ein gewichtiger Grund ist außerdem, dass Elektroautos teurer sind als Autos mit Verbrennungsmotor.
Elektroautos kaum teurer als Verbrenner: Differenz sinkt von 7500 auf rund 1600 Euro
Doch dank des technischen Fortschritts haben E-Autos eine immer größere Reichweite, sodass dieses Argument immer mehr an Bedeutung verliert. Auch das Netz an Ladesäulen wird langsam, aber stetig dichter. Und auch bei den Preisen tut sich etwas: Der Preisabstand zwischen Fahrzeugen mit unterschiedlichen Antriebstechnologien wird immer geringer.
Das zeigt die aktuelle Rabattstudie des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Während die Preise für Autos mit Verbrennungsmotor seit rund einem Jahr in etwa stabil geblieben sind, sind Elektroautos um 15 Prozent günstiger geworden. So liegt die Differenz zwischen dem Durchschnittspreis der Top-20-Verbrenner und der Top-20-Stromer (BEV) nur noch bei 1589 Euro. Im September 2024 waren es noch über 7500 Euro. Zwar basiert die damalige Zahl auf einem etwas anderen Fahrzeugmix, doch der Trend bei der Preisentwicklung ist eindeutig.
Elektroautos kaum teurer als Verbrenner: Ursache sind vor allem gestiegene Herstellerrabatte
Für seine Studie verwendet Dudenhöffer nicht die offiziellen Herstellerpreise, sondern die tatsächlichen Transaktionskosten. Dabei werden auch Rabatte und andere Vorteile berücksichtigt. Laut dem Autoexperten sind diese Abzüge auch ein entscheidender Grund für die preisliche Entwicklung. So wurde im September 2024 im Durchschnitt ein Rabatt von 12,9 Prozent eingeräumt, im Oktober 2024 waren es 19 Prozent. Laut der Studie geben unter anderem Seat, BMW, Opel, Kia und BYD hohe Rabatte.
Eine Rolle spielen auch neue, preisgünstigere Modelle wie das Tesla-Einstiegsmodell Y oder der neue BMW Mini sowie technologische Verbesserungen, welche die Produktionskosten gesenkt haben. Zudem gebe es bei einigen Herstellern wieder sehr hohe Anteile an Tageszulassungen und Vorführwagen, sagt Dudenhöffer. Diese kommen vergleichsweise günstig und mit wenigen Kilometern auf dem Tacho schnell auf den Gebrauchtwagenmarkt, was auch die Neuwagenpreise drückt.
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Elektroautos kaum teurer als Verbrenner: Weitere Verkaufsprämien sind nicht notwendig
„Der Preissenkungs-Trend geht nach unserer Einschätzung auch in den nächsten Jahren weiter, wenn auch nicht in dem hohen Tempo der letzten 14 Monate“, schrieb Dudenhöffer. „Es ist noch Luft nach unten bei den Preisen der Elektroautos.“ Es werde noch einige Zeit dauern, aber die Richtung heiße „Preisgleichheit zwischen Elektroauto und Verbrenner“. Weitere Verkaufsprämien seien nicht nötig.
Ein weiteres Indiz dafür, dass „die Entwicklung Richtung Elektroauto läuft“, sieht Dudenhöffer in der Preisentwicklung bei Plug-in-Hybriden. Die Autos mit Verbrennungsmotor und extern aufladbarer Batterie „bleiben teuer“ und die Preisentwicklung ähnelt eher der von reinen Verbrennern. Deshalb habe sich der Preisabstand zwischen Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Neuwagen von 8196 Euro im Januar dieses Jahres auf 10.165 Euro erhöht.
Carwow, ein auf Pkw spezialisiertes Vergleichsportal, bestätigt die Entwicklung. Demnach wird die Preisdifferenz zwischen E-Autos und vergleichbaren Verbrennermodellen geringer. Lag diese im vergangenen Jahr bei 25 Prozent, sind es aktuell nur noch 15 Prozent.
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