SPD gegen Union

Merz-Regierung zofft sich um E-Auto-Förderung: Der Plan mit Kaufprämie und weiteren Subventionen

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Eine neue Elektroauto-Förderung soll 2026 Bewegung in die deutsche Autolandschaft bringen. Doch sind SPD und Union bei den Subventionen unterschiedlicher Meinung.

Berlin/München – Die deutsche Autoindustrie befindet sich inmitten großer Herausforderungen, das hängt auch mit dem Thema Antriebstechnologie zusammen. Nach dem Aus für die E-Auto-Kaufprämie Ende 2023 plant die Bundesregierung die Neuauflage eines deutschlandweiten Förderprogramms.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wer soll von der neuen Elektroauto-Förderung profitieren – und bis zu welchem Ausmaß? In der schwarz-roten Koalition ist man unterschiedlicher Ansicht.

Elektroauto-Förderung 2026: SPD setzt auf niedrigere Obergrenzen

Die SPD-Bundestagsfraktion hat klare Vorstellungen: Die neue Kaufprämie für Elektroautos soll vor allem Haushalten mit geringem und mittlerem Einkommen zugutekommen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte gegenüber der Funke Mediengruppe:

Die Koalitionsparteien der Bundesregierung sind sich noch nicht über die Ausgestaltung der neuen Elektroauto-Förderung einig.

„Gutverdienende müssen nicht auf das Förderprogramm warten, denn sie können den Umstieg auch ohne zusätzliche Hilfe schaffen.“ Ziel ist es, die E-Mobilität für alle bezahlbar zu machen und nicht nur für Besserverdienende.

E-Auto-Kaufprämie nur für bestimmte Einkommensgruppen

Laut dem SPD-Forderungspapier, über das zuerst die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtete, soll die Kaufprämie in Deutschland mindestens 3000 Euro betragen und von Herstellern oder Händlern in der gleichen Höhe ergänzt werden. Anspruchsberechtigt wären demzufolge Menschen mit „kleinem bis mittlerem Monatseinkommen“.

Die Förderung gelte dann für Neu- und Gebrauchtwagen mit Batterieantrieb, die in Europa produziert wurden, bestimmte Umweltanforderungen erfüllen und maximal 45.000 Euro kosten. Bemerkenswert: Ein kostenloser Batteriecheck beim Kauf eines gebrauchten Stromers soll zusätzlich Vertrauen schaffen.

Union fordert höhere Grenzen für die E-Auto-Förderung

Die Unionsfraktion sieht nach Angaben der SZ einige Punkte kritisch: Zwar spricht sie sich ebenfalls für eine Kaufprämie und die Förderung des Gebrauchtwagenmarktes aus, doch bei der Einkommensobergrenze und dem maximalen Fahrzeugpreis gibt es Widerstand. CDU/CSU planen demnach, dass auch Besser- bis Gutverdienende von steuerlichen Subventionen profitieren.

Werden Verbrenner-Dienstwagen künftig höher besteuert? Wenn es nach der SPD geht, ja. In der Union gibt es kritische Stimmen dagegen.

„Soll eine soziale Komponente der Förderung erreicht werden, kann dies beispielsweise auch durch eine Obergrenze des Haushaltseinkommens der Antragsteller erfolgen“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Wertgrenze für Elektroautos sei hingegen „nachrangig“. Warum dies jedoch relevant ist: Höhere Obergrenzen würden auch mehr Modelle deutscher Premiumhersteller für die E-Auto-Förderung qualifizieren.

Streitpunkt Besteuerung von Verbrenner-Dienstwagen

Umstritten ist dem Bericht zufolge auch die Idee, Verbrenner-Dienstwagen künftig höher zu besteuern. Die SPD schlägt vor, den Steuersatz von einem Prozent auf 1,5 Prozent des Listenpreises zu erhöhen, um so zusätzliche Mittel für die kommende Elektroauto-Förderung 2026 zu gewinnen.

Die Union lehnt das offenbar ab: Verbrenner seien weiterhin wichtig für die Profitabilität der deutschen Autobauer. „Eine positive Marktsteuerung kann erreicht werden, ohne Verbrenner schlechter zu stellen“, argumentieren Sprecher der Unionsfraktion. Bereits vor knapp einem Jahr hatte eine politische Blockade ein neues Fördermodell für die Bundesrepublik gebremst.

Elektroauto-Förderung: Auch Infrastruktur und Strompreise im Fokus

Noch scheint nichts endgültig beschlossen. Die Diskussion um die Elektroauto-Förderung für das kommende Jahr zeigt, wie unterschiedlich die politischen Lager die nahe Zukunft der motorisierten Mobilität sehen. Während die SPD bei den Subventionen auf klare Einkommensobergrenzen setzt, möchte die Union möglichst viele Gruppen fördern und darüber hinaus die heimische Autoindustrie stärken.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Auch der Ausbau der Lade-Infrastruktur steht auf dem Plan. Minister Schneider sprach gegenüber der Funke Mediengruppe auch von der Verpflichtung, dass Tankstellen und Supermärkte künftig Ladesäulen bereitstellen. Zudem soll eine digitale Plattform für Preisvergleiche mehr Transparenz und sinkende Kosten bringen. (PF)

Rubriklistenbild: © Rene Traut/Frank Ossenbrink/Imago; Bildmontage: IPPEN.MEDIA

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