Kfz-Steuer für E-Autos: Bis zu diesem Datum können Besitzer weiterhin Hunderte Euro sparen
VonIrina Moritz
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Die Befreiung von der KfZ-Steuer für E-Autos hätte eigentlich zum Anfang 2026 auslaufen sollen. Jetzt wurde sie verlängert.
Die Regelung gilt schon seit 2011: Besitzer von angemeldeten E-Autos müssen keine KfZ-Steuern bezahlen. Einer der Hauptgründe für die Maßnahme war vor allem mehr elektrische Autos auf die Straßen Deutschlands zu bringen, denn im Vergleich zu den Verbrennern sind sie teilweise immer noch kostspieliger. Ursprünglich war geplant, dass die Regelung bis Anfang 2026 anhält, doch das hat sich geändert.
Gegenüber der dpa verkündete der Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), dass die Frist nun um 5 Jahre verlängert wird. E-Fahrzeuge, die bis Ende 2030 registriert werden, müssen weiterhin keine KfZ-Steuern zahlen. Die Steuerfreiheit läuft bis zu 10 Jahre, maximal aber bis 2025. Für Verbraucher, die sich aktuell nach einem neuen Auto umschauen und noch unsicher sind, kann das ein wichtiger Faktor für die Entscheidung sein. Immerhin spart man damit oft Hunderte von Euro.
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Die Unterstützung der Verbraucher ist allerdings nicht der einzige Grund für die Verlängerung der Maßnahme. Die schwächelnde deutsche Automobilindustrie soll aus dem steigenden Verkauf von E-Autos ebenfalls Vorteile schöpfen und „Arbeitsplätze sichern“, so der Finanzminister. Die Zahlen sehen aktuell allerdings eher düster aus. Bei der Menge der jährlichen Neuanmeldungen von E-Autos liegt Deutschland in Europa nur auf Platz 18. Lediglich etwa 19 Prozent der bis September 2025 zugelassenen Fahrzeuge waren E-Autos. Zum Vergleich: Der Nachbar Norwegen lag bei 97 Prozent.
Laut der Zurich Versicherung lag der Durchschnitt für die KfZ-Steuer im Jahr 2023 bei etwa 142,86 Euro pro Fahrzeug. Eine Entlastung wäre für viele Haushalte in der aktuellen wirtschaftlichen Lage daher durchaus attraktiv. Neben den hohen Anschaffungskosten gibt es allerdings auch weitere Probleme mit E-Autos. Eines davon ist zum Beispiel die regionsbedingte mangelhafte Abdeckung mit Ladestationen, die vor allem auf dem Land problematisch ist. Aber auch die Reparaturkosten, die oft über denen von Verbrennern liegen, spielen eine Rolle.
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Aufgrund der Befreiung entgehen dem Staat außerdem Millionen Euro an Steuern. Dennoch empfindet Helena Wisbert, Professorin für Automobilwirtschaft an der Ostfalia Hochschule, die Verlängerung als sinnvoll. „Im Vergleich zur Umweltprämie, in die mehrere Milliarden pro Jahr reingesteckt wurde, sind die Kosten noch relativ gering“, so die Expertin. Laut ihr ist „jeder Impuls, der Elektroautos attraktiver macht, notwendig.“ Welche Meinung die Deutschen von den E-Ladestationen haben, verrät übrigens eine Umfrage.