25,4 Milliarden Euro bis 2060

Beamten-Pensionen steigen massiv – Rekordkosten drohen

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Personalzuwächse lassen Beamten-Pensionen künftig drastisch ansteigen, so ein aktueller Bericht. Gleichzeitig betont der Deutsche Beamtenbund den anhaltenden Mangel an Beschäftigten.

Berlin – Die Ausgaben für Beamten-Pensionen werden massiv steigen. Das zeigt der Versorgungsbericht des Bundesinnenministeriums. Wie die Welt berichtet, werden die Ausgaben für die Pensionen von Beamten, Richtern und Soldaten im unmittelbaren Bundesbereich 2025 auf 7,87 Milliarden Euro steigen, 2023 waren es noch etwa 6,8 Milliarden. Für 2060 erwartet man Ausgaben von sagenhaften 25,4 Milliarden Euro.

Pensionskosten werden stark ansteigen: Linnemann will Verbeamtungen begrenzen

Der Grund dafür seien laut Bericht die Personalzuwächse zwischen 2015 und 2023, denn dadurch steigt ab 2050 die Zahl der Pensionäre massiv an. So soll die Zahl der Versorgungsempfänger laut Welt von 193.000 bis 2060 auf rund 230.000 im Jahr ansteigen. Eingestellt wurden die jetzigen Beamten vor allem bei der Bundespolizei, beim Zoll, bei der Bundeswehr und den Finanzämtern.

Eingestellt wurden die jetzigen Beamten vor allem bei der Bundespolizei, beim Zoll, bei der Bundeswehr und den Finanzämtern. (Symbolbild)

Zwar existieren Sondervermögen in Form von Versorgungsrücklage und Versorgungsfonds, um die steigenden Kosten aufzufangen. Doch in der Regierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) macht man sich schon Gedanken angesichts der Milliarden-Zahlen. So forderte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann erst vor kurzem eine Begrenzung von Verbeamtungen.

Diese solle es nur noch etwa bei Polizei, Justiz, Zoll und Finanzverwaltung geben, nicht aber zum Beispiel in Ministerien oder anderen Verwaltungsstellen. Das solle die Kostensteigerungen bei Pensionen langfristig dämpfen und könnte letztlich auch mehr Einzahler in die gesetzliche Rente bedeuten.

Laut Beamtenbund fehlen 600.000 Beschäftigte

Dabei fehlt es aber laut dem Deutschen Beamtenbund (DBB) an Personal. Dieser geht aber aktuell von 600.000 fehlenden Beschäftigten beim Staat aus. Diese Zahl ist das Ergebnis der jährlichen Abfrage des Verbands bei seinen 41 Mitgliedsgewerkschaften, aus dem die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Montag (11. August 2025) zitiert. Zusätzlicher Personalbedarf im öffentlichen Dienst sei vor allem durch neue Aufgaben bei der Polizei, beim Zoll, in Schulen, in der Kranken- und Altenpflege und in der Justiz entstanden.

DBB-Chef Volker Geyer sagte der FAZ zudem, er erwarte von der Bundesregierung, „dass sie künftig bei jeder neuen Aufgabe, die sie an Länder oder Kommunen überträgt, gleichzeitig eine digitale Lösung anbietet“. Durch Künstliche Intelligenz (KI) könne Personal eingespart werden, etwa beim Zoll: Dort wäre weniger Personal erforderlich, wenn „die Pakete durch KI vorsortiert würden“. Daneben kritisierte Geyer auch den Vorstoß von Linnemann zur Begrenzung von Verbeamtungen. Geyer, der ebenfalls CDU-Mitglied ist, verwies dabei auf das Grundgesetz, in dem die „hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums“ geschützt seien. (lma mit dpa und AFP)

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