Ein über 130 Jahre altes Traditionsunternehmen meldete Mitte Juli Insolvenz an. Da sich die Lage weiter verschlechtert hat, muss der Betrieb zum Jahresende stillgelegt werden.
Mitte Juli zeigte sich Mucha in Bezug auf die Zukunft des über 130 Jahre alten Betriebs noch zuversichtlich, betonte aber, dass ein Investoreneinstieg notwendig sei, da der Werkzeugbauer eine Sanierung nicht aus eigener Kraft schaffen könne. Am 30. September erklärte Grub Brugger in einer Pressemitteilung, dass sich die Lage des Unternehmens seit der Insolvenzanmeldung weiter verschlechtert habe und deshalb das Verfahren frühzeitig eröffnet werden musste. Auch für einen insolventen Schuh-Händler wurde jüngst das Verfahren eröffnet.
Werkzeugbau Laichingen stellt zum Jahresende Betrieb ein – keine Aufträge, kein Investor
Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Werkzeugbau Laichingen GmbH bedeutet, dass für das Unternehmen keine dauerhafte Lösung gefunden werden konnte. Der Betrieb wird deshalb zum Jahresende vollständig eingestellt, wovon rund 100 Mitarbeiter – darunter zehn Auszubildende – betroffen sind. Martin Mucha begründet den Schritt mit der weiter zurückgegangenen Nachfrage nach Werkzeugen in der Automobilindustrie. „Neuaufträge waren im laufenden Insolvenzverfahren nicht zu akquirieren“, erklärt er. „Die derzeit noch vorhandenen Aufträge sind bereits überwiegend abgearbeitet.“
Name
Werkzeugbau Laichingen GmbH (WBL-Gruppe)
Gründung
1891 in Stuttgart, Baden-Württemberg
Sitz
Laichingen, Baden-Württemberg
Branche
Werkzeugbau, Maschinenbau
Mitarbeiter
Rund 100 in Laichingen, davon zehn Auszubildende
Ohne Aufträge sei es aber eben nicht möglich gewesen, einen notwendigen Investor für das Traditionsunternehmen zu finden. „Vor diesem Hintergrund bleibt nunmehr leider nichts anderes übrig, als den Geschäftsbetrieb nach kurzer Ausproduktionsphase bis Ende des Jahres stillzulegen und den Mitarbeitenden zu kündigen“, so Mucha weiter. Mitte August musste außerdem ein anderes Industrieunternehmen im Zuge der Insolvenz den Betrieb einstellen.
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Transfergesellschaft soll Auswirkungen für Mitarbeiter „zumindest teilweise“ abfedern
Für die rund 100 Mitarbeiter wurde eine Transfergesellschaft gegründet. Dort sollen sie zum einen Transferkurzarbeitergeld erhalten und werden bei der Jobsuche unterstützt. „Die gegründete Transfergesellschaft trägt dazu bei, die Folgen der ausgesprochenen Kündigungen für die Mitarbeiter zumindest teilweise abzufedern“, erklärt Martin Mucha. „Die Werkzeugbau Laichingen GmbH beschäftigt zudem zehn Auszubildende, für die wir derzeit mit Hochdruck nach neuen Betrieben in der Region suchen, in denen diese ihre Ausbildung abschließen können.“