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Die Proteste gegen die geplante Schließung eines Standortes von Bertrandt haben nicht gereicht. Der Autozulieferer hat das Ende des Werks besiegelt.
Ehningen/Nufringen - Der Automobil-Entwicklungsdienstleister Bertrandt hatte im Oktober angekündigt, im Zuge einer Umstrukturierung bis zu 1.200 Stellen streichen und einen deutschen Standort schließen zu müssen. Das Unternehmen mit Sitz in Ehningen bei Böblingen (Baden-Württemberg) begründete den Schritt mit den gravierenden Veränderungen auf dem Automarkt, die sich seitdem noch zusätzlich verschärft haben. Ende 2024 hatte Bertrandt erklärt, trotz Protesten an dem Stellenabbau festzuhalten, während sich der Streit um die Schließung des Werkes weiter zuspitzte.
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Während von dem geplanten Stellenabbau bei dem schwäbischen Mittelständler mehrere deutsche Standorte betroffen sein sollen, ganz besonders der im niedersächsischen Tappenbeck nahe dem VW-Hauptsitz Wolfsburg, soll der Prüfstandort in Nufringen (Baden-Württemberg), an dem rund 130 Mitarbeiter Fahrzeuge testen, vollständig geschlossen werden. Trotz einer eingerichteten Einigungsstelle, die den Betriebsrat bei der Suche nach einer Alternative zur Schließung unterstützen sollte, hält der Autozulieferer an seinen Plänen fest. Auch der Autozulieferer Hella hat die Schließung eines deutschen Standortes besiegelt.
Bertrandt hat laut IG Metall kein Interesse am Erhalt von Standort und Arbeitsplätzen
Gegen die Pläne von Bertrandt hatte es auch am Stammsitz in Ehningen massive Proteste gegeben, die eine Schließung des Werkes Nufringen aber nicht verhindern konnten. Wie Detlef Schwoon von der IG Metall Stuttgart laut der Stuttgarter Zeitung (StZ) erklärte, habe der Dienstleister weder Interesse an der Erhaltung des Standortes noch an den dortigen Arbeitsplätzen gezeigt, obwohl die großen Autobauer Mercedes-Benz und Porsche bereits Fahrzeuge für eine Prüfung in den kommenden Monaten angekündigt hatten. Nun müssen Verhandlungen über einen Sozialplan für die rund 130 Mitarbeiter geführt werden.
| Name | Bertrandt AG |
|---|---|
| Gründung | 1974 in Möglingen, Baden-Württemberg |
| Sitz | Ehningen, Baden-Württemberg |
| Branche | Dienstleister, Autoindustrie, Flugzeugindustrie |
| Mitarbeiter | 14.276 (2023) |
| Umsatz | 1,157 Milliarden Euro (2023) |
Bertrandt hatte die Sparmaßnahmen im vergangenen Jahr öffentlich kommuniziert, sich bislang aber nicht zur besiegelten Schließung des Standortes Nufringen geäußert. Gegenüber der StZ erklärte eine Sprecherin, dass man sich aktuell noch in einem laufenden Prozess befinde und erst eine Stellungnahme abgeben wolle, wenn dieser beendet und die Mitarbeiter informiert seien.
Standortschließung ist Teil der großen Restrukturierung bei Bertrandt
Die Schließung von Nufringen und der damit einhergehende Stellenabbau sind Teil der im Oktober angekündigten Restrukturierung, die auch andere deutsche Standorte des Unternehmens betreffen soll. Das Unternehmen unterhält Standorte in Städten wie Esslingen, Karlsruhe oder Friedrichshafen (Baden-Württemberg), aber auch in München, Würzburg oder Nürnberg (Bayern). Besonders betroffen sein soll aber eben Tappendeck bei Wolfsburg, wo laut der IG Metall von insgesamt 2.400 Stellen rund 600 gestrichen werden sollen. Zuletzt hatte auch ein Autozulieferer einen Stellenabbau an einem Standort am Bodensee angekündigt.
Rubriklistenbild: © Bertrandt AG

