Von Renten-Reform profitiert nicht jedermann – Sozialverband kritisiert: „Bleiben außen vor”
VonSandra Sporer
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Die Aktivrente kommt. Losgehen soll es schon Anfang 2026. Der Sozialverband VdK hält weitere Schritte für nötig, damit mehr Menschen profitieren.
München – Die Bundesregierung hat sich eine umfassende Rentenreform auf die Fahnen geschrieben. Auf eine weitere Maßnahme wurde sich nun geeinigt: die Aktivrente. Sie erlaubt es Rentnern ab dem 1. Januar 2026, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei zu ihrer Rente hinzuzuverdienen. Während die Bundesregierung dies als Erfolg feiert, gibt es auch zahlreiche kritische Stimmen.
So sieht unter anderem VdK-Präsidentin Verena Bentele die Aktivrente kritisch. Sie biete „vor allem gesunden Menschen in wenig belastenden Berufen sowie älteren Erwerbstätigen, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten wollen oder müssen, eine willkommene steuerliche Entlastung“, erklärte Bentele in einer Stellungnahme gegenüber IPPEN.MEDIA.
Sozialverband VdK kritisiert Aktivrente und fordert „umfassendes Aktionsprogramm“
Problematisch sei jedoch, dass „ältere Menschen, die etwa wegen Krankheit, Pflegeverpflichtungen oder Arbeitslosigkeit frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen, bisher außen vor“ blieben. Bentele kritisiert zudem den Widerspruch zu den „derzeitigen Entlassungswellen in großen Unternehmen“.
Der Sozialverband fordert von Arbeitgebern und Bundesregierung stattdessen „ein umfassendes Aktionsprogramm für gute und gesunde Arbeit im Alter sowie den Ausbau von Weiterbildung und Rehabilitationsmaßnahmen für ältere Beschäftigte“, erklärt Bentele gegenüber IPPEN.MEDIA.
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Auch beim Thema Kosten ist die Aktivrente alles andere als ein Plus. Laut Zeit Online rechnet die Bundesregierung mit jährlichen Steuerausfällen von 890 Millionen Euro durch diese Maßnahme. Die Reform zielt darauf ab, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und das Rentensystem zu entlasten. Ob das tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten.
Für nachhaltige Finanzierung der Rente sieht Sozialverband weitere Schritte als nötig
Für eine nachhaltige Finanzierung der Rente über 2031 hinaus mahnt der Sozialverband weitere Schritte an. In der Pressemeldung fordert Bentele die „Stärkung der Einnahmebasis der Sozialversicherungen“ durch die Einbeziehung von Selbstständigen, Beamten und Politikern in die gesetzliche Rentenversicherung. Zudem müssten „Superreiche über höhere Beitragsbemessungsgrenzen und eine gerechte Besteuerung großer Vermögen angemessen zur Finanzierung des Sozialstaats beitragen“. (Quellen: Stellungname von VdK-Präsidentin Verena Bentele gegenüber IPPEN.MEDIA, Zeit Online, Pressemeldung des VdK) (sp)