Börsencrash als mögliche Chance: „Buy the Dip“ im Fokus – wann Anleger profitieren können
VonBona Hyun
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Trumps Zölle versetzen Anleger in Panik und lösen einen Börsencrash aus. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Könnten sich bald Käufe erst recht lohnen?
Update vom 9. April, 08.06 Uhr: Der Börsencrash geht weiter:Die US-Aktienmärkte haben Dienstagnacht ihren Erholungsversuch aus dem frühen Handel abgebrochen und sind deutlich ins Minus abgerutscht. Grund dafür war das in wenigen Stunden in Kraft tretende Zollpakets der Vereinigten Staaten gegen nahezu alle Länder, ohne dass sich eine Entspannung im weltweiten Handelskonflikt abzeichnet. Die US-Regierung hat angekündigt, die Zölle auf chinesische Waren auf 104 Prozent zu erhöhen.
Erstmeldung vom 8. April 2025, 10.16 Uhr: Berlin – Nach der Verkündung stürzte Donald Trump die Börsen weltweit ins Chaos. Am Montag (7. April 2025) startete auch der Dax am Montag mit einem Minus in die Woche – einige Börsenhändler sprachen sogar von einem „Schwarzen Montag“. Viele Anleger geraten nun in Panik und fragen sich, was zu tun ist.
Trumps Zoll-Politik sorgt für Börsencrash: Stimmung im Keller – ist „Buy the dip“ eine Lösung?
Nach dem anfänglichen Tief haben sich einige Aktienmärkte wieder erholt. So ist der Dax ist nach drei tiefroten Handelstagen am Dienstag (8. April 2025), einen Tag nach dem Einbruch, mit einem Plus gestartet. Auch die Talfahrt am New Yorker Aktienmarkt konnte gebremst werden. Die Aussichten bleiben weiterhin unberechenbar für Anleger.
„Die Stimmung an der Börse ist so negativ wie lange nicht“, beobachtet der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. „Keiner will in das fallende Messer greifen und von der nächsten Gegenzoll-Maßnahme eventuell aus Europa erwischt werden.“
In vielen Depots haben sich in kurzer Zeit schon jetzt Verluste angesammelt oder sind Gewinne geschrumpft. Solange man nichts verkauft, sind das aber nur Buchverluste, in ein paar Monaten oder Jahren kann es schon wieder anders aussehen. Viele Experten raten dazu, nicht aus Panik zu verkaufen, sondern die Krisen vorerst auszusitzen und auf bessere Zeiten zu warten.
Nach Börsencrash wegen Trump – einige Anleger kaufen jetzt nach „Buy the dip“-Methode
In den vergangenen Wochen ließ sich eine Sache laut Medienberichten beobachten: Obwohl die Börsen abrauschten, griffen Privatanleger trotzdem zu. Das Schlagwort dazu heißt „Buy the dip“, der Kauf bei Kursrücksetzern. Es bezieht sich auf die Praxis, einen Vermögenswert zu kaufen, wenn er an Wert verliert, um ihn dann zu verkaufen, wenn der Preis einen neuen Höchststand erreicht hat. Laut finanztrends.de flossen am 3. April rund 4,7 Milliarden Dollar von Privatanlegern in Aktien und ETFs – trotz eines massiven Kurssturzes an den US-Börsen. Besonders gefragt: Nvidia-Aktien und S&P-500-Tracker wie der ETF SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY).
Einzelhändler haben in der Woche bis zum 19. März zudem mehr als 12 Milliarden Dollar in US-Aktien investiert, wie aus Daten der amerikanischen Bank JPMorgan Chase & Co. hervorgeht. Das jüngste Verhalten von Privatanlegern sei typisch für ein schwaches Börsenjahr, sagte Emma Wu, die Strategin für globale Aktienderivate bei der JPMorgan Chase Bank ist. Dies habe sich auch im Jahr 2022 gezeigt, bemerkte sie. Damals sank der Aktienindex um 19 Prozent, das einzige negative Jahr der letzten sechs Jahre. „Das ist ein Kennzeichen ihrer ‚Buy-the-Dip‘-Mentalität“, zitierte Bloomberg Wu.
Trumps Zölle bringen Börsen ins Schlingern – was Anleger tun können
Ob sich die „Buy the dip“-Methode für jeden lohnt, kann man pauschal nicht sagen, da es immer auf die individuelle Situation des Anlegers ankommt. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich ein Dip-Kauf für langfristig orientierte Anleger lohnen kann. Eine Garantie gibt es dafür aber nicht.
Experten empfehlen Anlegern zudem ein breites Aktienportfolio. Anlegerinnen und Anlegern, die stark auf US-Werte oder auf einen ETF auf den MSCI World gesetzt haben, schlägt Philipp von Königsmarck, Leiter des Nordeuropageschäfts der Fondsgesellschaft LGIM, vor, das USA-Gewicht zu reduzieren oder in Fonds zu investieren, die breiter gestreute globale Börsenindizes nachbilden.
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„Buy the dip“ offenbar im Trend wegen Zöllen – wie es nach dem Börsencrash weitergehen könnte für Anleger
Wie lange sich der Abwärtstrend fortsetzt, ist schwer vorauszusagen. Schotten sich die Handelsblöcke immer weiter mit Zöllen ab, besteht die Gefahr einer weltweiten Rezession über einen längeren Zeitraum. Wird jedoch der Handelskonflikt gelöst, könnte die Erleichterung schnell zu einem Anstieg an den Aktienmärkten führen. Viel hängt davon ab, ob US-Präsident Trump an seinem Kurs festhält oder sich doch zu einer Umkehr bewegen lässt.
Die EU hat jüngst ein Angebot gemacht und die Abschaffung der Zölle ins Gespräch gebracht. Berichten zufolge hat Trump jedoch Vorschläge der EU für ein Null-für-Null-Abkommen mit Zöllen auf Autos und Industriegüter offen abgelehnt und erklärte Reportern im Oval Office, dies sei nicht gut genug.
Scharfe Abwärtsbewegungen an den Aktienmärkten sind keine Seltenheit. Im Jahr 2000 etwa platzte die Dotcom-Blase. Zahlreiche Start-ups aus dem Internet-Sektor ohne tragfähiges Geschäftsmodell gingen in die Knie. Es folgte vom Frühjahr 2003 an ein langjähriger Aufschwung an den Börsen. (bohy mit Material der dpa)