Einzelhandel in der Krise

Depot ist zahlungsunfähig – und diese Deko-Kette erkennt jetzt ihre Möglichkeit

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Die Dekokette Depot hat Insolvenz angemeldet.
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Die bekannte Deko-Kette Depot hat gerade erst Insolvenz eingereicht. Die Wettbewerber erkennen eine Chance – und planen eine Vergrößerung.

München – Vor etwa einer Woche hat der bekannte Deko-Händler Depot in Aschaffenburg einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht bewilligte ein Schutzschirmverfahren für das Einzelhandelsunternehmen namens Gries Deco Company GmbH und bestellte einen vorläufigen Sachwalter sowie einen vorläufigen Gläubigerausschuss. Das Insolvenz-Schutzschirmverfahren soll in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger schützen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen weiter verantwortlich lenken und selbstständig sanieren. Ihr wird allerdings ein Anwalt als sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.

Nach der Insolvenz von Depot: Søstrene Grene plant mehr Läden

Nach der Insolvenz von Depot wittert die Konkurrenz nun offenbar eine Chance. So will die dänische Einzelhandelskette Søstrene Grene, die Einrichtungsgegenstände, Möbel, Hobbyartikel, Küchenbedarf, Kinderspielzeug, Süßigkeiten, Geschenkverpackungen und Partybedarf verkauft, in den kommenden zwei bis drei Jahren 100 weitere Filialen in Deutschland eröffnen. Deutschland sei mit rund 80 Geschäften bereits sein größter Markt, erklärte das Unternehmen.

„Seit der Eröffnung unseres ersten Ladens in Hamburg im Jahr 2016 und dem überwältigend positiven Feedback unserer deutschen Kunden und Kundinnen hat unsere Expansion in Deutschland an Fahrt aufgenommen“, erklärte Unternehmenschef Mikkel Grene. Die Kette – übersetzt: die Schwestern Grene – war 1973 von den Eltern der heutigen Eigentümer Mikkel und Cresten Grene in Aarhus eröffnet worden. Heute hat Søstrene Grene rund 300 Läden in 16 europäischen Ländern.

Viele Einzelhändler insolvent – Zukunft von Depot ungewiss

Damit dürfte der Druck auf Depot weiter wachsen. Aktuell bleiben alle 300 Filialen des Deko-Riesen eröffnet, inwiefern sich das durch die Sanierung ändern wird, war noch nicht bekannt.

Søstrene Grene expandiert im Einzelhandel damit ganz gegen den Trend: Aktuell tun sich die meisten Unternehmen im stationären Einzelhandel eher schwer. Entsprechend ist auch die Zahl der Insolvenzen in dieser Branche angestiegen. Vor Kurzem hatte die Modekette Esprit einen Insolvenzantrag gestellt, ebenso wie Scotch & Soda, Gerry Weber und auch The Body Shop. (mit dpa und afp)

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