Verzweigte Historie

Deutscher Beleuchtungshersteller: Insolvenz hat Folgen für zwei Bundesländer

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Ein deutscher Beleuchtungshersteller ist erneut insolvent. Aufgrund von Verzweigungen sind gleich zwei Bundesländer betroffen.
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Insolvenz trifft deutschen Beleuchtungshersteller zum wiederholten Mal – die komplexe Firmenstruktur mit Verzweigungen betrifft gleich zwei Bundesländer.

Metzingen – Nachdem jüngst ein weiteres Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg und ein innovatives Start-up aus dem Südwesten Insolvenz anmelden mussten, trifft es nun einen Beleuchtungshersteller mit einer gewissen Tradition. Die Ludwig Leuchten GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Metzingen (Kreis Reutlingen, Baden-Württemberg) hat das vorläufige Insolvenzverfahren bereits hinter sich, weshalb das zuständige Amtsgericht Tübingen das Verfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet hat.

Wie der Reutlinger Generalanzeiger (GEA) vom Insolvenzverwalter, dem Tübinger Rechtsanwalt Michael Riegger von Walter Riegger Partner, erfahren hat, läuft der Geschäftsbetrieb auch nach den drei Monaten, in denen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter durch das Insolvenzgeld gedeckt waren, weiter. „Es sind genügend Aufträge vorhanden“, erklärte er. Diese Aufträge werden aufgrund von Verzweigungen aber eben nicht am Hauptsitz in Metzingen abgearbeitet, sondern in einem anderen Bundesland.

Ludwig Leuchten: Nach Neustart 2023 ist das Unternehmen mit Firmensitz in Metzingen erneut insolvent

Der Beleuchtungshersteller Ludwig Leuchten hat eine sehr wechselhafte Firmengeschichte hinter sich. Laut der Homepage wurde das Unternehmen im Jahr 1949 von den Namensgebern Ludwig Leuchten und den Brüdern Alfred und Erich Ludwig in Mering bei Augsburg (Bayern) gegründet. Dieser Stammsitz wurde nach übereinstimmenden Berichten im Jahr 2017 geschlossen und auf der Seite nicht mehr als Standort aufgeführt. Im Jahr 1993 wurde die Betriebsstätte in Elsterheide (Sachsen) fertiggestellt, die bis heute den Produktionsstandort des Unternehmens darstellt.

Name Ludwig Leuchten GmbH & Co. KG
Gründung 1949 in Mering, Bayern
Sitz (rechtlich) Metzingen, Baden-Württemberg
Produktionsstandort Elsterheide, Sachsen
Branche Beleuchtungstechnik
Mitarbeiter 25 (2025)

Nach einer Umstrukturierung im Jahr 2014 und einem Restart nach der letzten Insolvenz im Jahr 2023 ist die Ludwig Leuchten GmbH & Co. nun also erneut insolvent. Aber wieso hat das in Bayern gegründete und in Sachsen produzierende Unternehmen seinen Sitz im baden-württembergischen Metzingen? Laut dem GEA liegt das daran, dass die Metzinger Firma Fischer Elektro- und Beleuchtungstechnik GmbH nach der letzten Insolvenz von Ludwig Leuchten als Gesellschafter die Maschinen und Mitarbeiter in Elsterheide übernommen hatte und die Produktion dort fortsetzte.

Diese 12 bekannten Unternehmen aus Baden-Württemberg gibt es nicht mehr

Eine Schlecker-Filiale im Jahr 2001.
Wer erinnert sich noch an Schlecker? Die Drogeriekette aus Ehningen (Donau) galt in der Hochphase als größte in ganz Europa.  © IMAGO/Enters
Eine ehemalige Schlecker-Filiale in Hamburg-St. Pauli.
Nach der Insolvenzanmeldung 2012 wurde die Kette zerschlagen und alle noch bestehenden Schlecker-Filialen geschlossen. © IMAGO/Jürgen Ritter
Der frühere Chef der Firma FlowTex, Manfred Schmider, sitzt am 14.01.2013 in Mannheim (Baden-Württemberg) im Gerichtssaal des Landgerichts.
Die Schlecker-Insolvenz schlug hohe Wellen und so auch der Skandal um die Firma Flowtex aus Ettlingen.  © Uwe Anspach/dpa
Akten zum FlowTex-Betrugsskandal stehen am Dienstag (26.07.2005) vor Beginn der Urteilsverkündung in einem Verhandlungssaal des Karlsruher Landgerichts.
Flowtex handelte auf betrügerische Weise mit Maschinen und verursachte einen Milliardenschaden. Im Jahr 2000 wurde die Firma aufgelöst. © Uli Deck/dpa
Jacken hängen an einer Kleiderstange.
Skandale und Insolvenzen sind aber nicht die einzigen Gründe für das Verschwinden von Unternehmen. (Symbolfoto) © IMAGO/Michael Bihlmayer
Verschiedene Dornier-Flugzeuge stehen am Dienstag (01.07.2009) im Dorniermuseum in Friedrichshafen am Bodensee.
Die Friedrichshafener Dornier-Werke wurden beispielsweise zum Teil in die EADS (heute Airbus SE) integriert.  © Patrick Seeger/dpa
Blick auf den Standort von Airbus Defence and Space in Immenstaad am Bodensee (Aufnahme mit Drohne).
Die militärische Luftfahrt, Raumfahrt, Wehr- und Systemtechnik von Dornier ist heute Teil von Airbus Defence and Space. © Felix Kästle/dpa
Die Feuerwehr-Geräte-Fabrik C. D. Magirus in Ulm (Ausschnitt aus einem Briefkopf)
Die Feuerwehr-Geräte und Nutzfahrzeugfabrik Magirus in Ulm wurde 1949 von Deutz übernommen und gehört heute zu Iveco.  © Stadtarchiv Ditzingen
Fahnen wehen am 20.03.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) vor dem Eingang des Motorenwerkes der Deutz AG.
Der Kölner Motorenbauer Deutz trägt bis heute das Logo von Magirus, ein als Silhouette des Ulmer Münsters stilisiertes M.  © Henning Kaiser/dpa
Die von Heinrich Siegle gegründete Farbenfabrik G. Siegle & Co. in Stuttgart um 1865.
Die bedeutende Stuttgarter Farbenfabrik G. Siegle & Co. GmbH fusionierte 1873 mit der BASF.  © Gemeinfrei
Das Firmenlogo vor der Hauptverwaltung des Mobilfunk-Zwischenhändlers Debitel in Stuttgart-Vaihingen (Archivfoto).
Die Stuttgarter Debitel AG ist seit 2008 Teil der Freenet AG. Das ursprüngliche Unternehmen wurde 2011 aufgelöst.  © Bernd Weißbrod/dpa
Die Schokoladenfabrik von Roth in der Bahnhofstraße in Stuttgart (heute Heilbronner Straße) im Jahr 1895 als Abbildung auf einem Briefkopf.
Apropos Stuttgart. Die Landeshauptstadt galt mit Unternehmen wie Roth (1841-1942) einst als bedeutende Schokohochburg.  © gemeinfrei
Schokolade der Marke Moser-Roth, die von Aldi vertrieben werden.
Die Handelsmarke Moser-Roth besteht bis heute, das ursprüngliche Unternehmen wurde aber 1942 aus politischen Gründen stillgelegt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Frontansicht des ehemaligen Eszet-Werkgebäudes in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 2012.
Eine weitere bedeutende Schokoladenfabrik in Stuttgart war die Firma Eszet - Staengel & Ziller (1857-1975).  © Stephan Klage/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Eszet Schnitten in verschiedenen Geschmackrichtungen.
Das bekannteste Produkt, die Eszet-Schnitten, werden bis heute von Stollwerck hergestellt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Ritter Sport Schokolade Schokoladentafel.
Von den Stuttgarter Schokoladenherstellern existiert heute nur noch Alfred Ritter, mit der Marke Ritter Sport.  © IMAGO/Markus Mainka
Luftbild, aus einem Flugzeug aufgenommen, vom der Innenstadt von Karlsruhe mit dem Schloss.
Nicht süß, aber nahrhaft war das ungesäuerte Brot, das die Matzenfabrik Strauss von 1863 bis 1936 in Karlsruhe herstellte.  © Uli Deck/dpa
Hinweisschild verweist im Karlsruher Stadtteil Neureut auf den früheren Standort der Matzenfabrik Strauß.
Die Firmengeschichte endete 1936, weil der letzte Besitzer, Semy Strauß, aufgrund der Bedrohung durch die Nationalsozialisten nach Palästina emigrierte.  © Chrischerf/Wikipedia/CC BY-SA 4.0
Porsche-Gründer Ferdinand Porsche in einem Sportwagen des Stuttgarter Autobauers.
Eine andere Firmengeschichte begann dagegen erst, weil die Nationalsozialisten von Ferdinand Porsche neben einem „Volkswagen“ auch einen „Volkstraktor“ wollten.  © Porsche/dpa
Ein Porsche-Traktor mit ZF-Getriebe in der historischen Sammlung der ZF Friedrichshafen AG.
Die Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH stellte von 1956 bis 1963 in Friedrichshafen-Manzell Traktoren mit Dieselmotor her.  © Felix Kästle/dpa
Das Logo der Luxusautomobilmarke Maybach.
Mythos Maybach: Das ursprüngliche Unternehmen existierte von 1909 bis 1966. Erst in Bissingen (Enz), dann in Friedrichshafen.  © IMAGO/Mollenhauer
Maybach-Motorenproduktion im Daimler-Benz-Werk in Berline-Marienfelde.
1960 übernahm Daimler-Benz die Firma Maybach und vereinigte sie mit dem konzerneigenen Großmotorenbau.  © IMAGO/Eventpress Herrmann
Das Logo der MTU ist auf einer Zylinderkopfabdeckung der MTU-Baureihe 2000 angebracht, die gerade zusammenmontiert wird.
Seit 1969 ist die frühere Maybach-Motorenbau GmbH als MTU Friedrichshafen die Kernmarke von Rolls-Royce Power Systems.  © Felix Kästle/dpa
Der neue Mercedes-Maybach SL Monogram Series.
2002 reaktivierte DaimlerChrysler die Marke Maybach. Die Tradition wird seit 2014 unter der Marke Mercedes-Maybach fortgesetzt.  © Mercedes-Benz AG Communications
Das Logo des Autozulieferers Allgaier ist an einem Gebäude am Unternehmessitz zu sehen.
Der traditionsreiche Autozulieferer Allgaier Automotive soll nach einer Insolvenz Ende 2025 geschlossen werden.  © Marijan Murat/dpa

Fischer Elektro- und Beleuchtungstechnik in Metzingen nicht von Insolvenz betroffen

Die Fischer Elektro- und Beleuchtungstechnik GmbH ist trotz gleichem Geschäftsführer aber ein unabhängiges Unternehmen und auch nicht von der Insolvenz der Ludwig Leuchten GmbH betroffen. Der Einstieg als Gesellschafter führte aber eben dazu, dass die Bereiche Finanzen, Controlling und Marketing sowie der offizielle Firmensitz sich seitdem in Metzingen befinden, während die rund 25 Mitarbeiter die Leuchten weiterhin am Produktionsstandort im sächsischen Elsterheide produzieren. Für den langfristigen Fortbestand des Unternehmens wird weiterhin eine Lösung gesucht.

Zuletzt berichtete unsere Redaktion über ein insolventes Industrieunternehmen, bei dem eine solche Suche nicht von Erfolg gekrönt war. Der Betrieb wird zum 31. Oktober eingestellt und alle Mitarbeiter gekündigt.

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