1928 gegründet

Nächstes deutsches Traditionsunternehmen ist insolvent – Investorensuche beginnt

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Ein weiteres deutsches Traditionsunternehmen ist insolvent. Der Investorenprozess läuft.
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Erneut muss ein deutsches Traditionsunternehmen den Weg in die Insolvenz antreten. Der Investorenprozess ist eingeleitet. Wie geht es jetzt weiter?

Bad Saulgau – In den vergangenen Monaten sind im Südwesten einige Traditionsunternehmen in eine finanzielle Schieflage geraten – darunter beispielsweise ein Familienunternehmen aus Baden-Württemberg, das im 100. Jahr des Bestehens Insolvenz anmeldete. Mit der 1928 gegründeten Störk Metallbearbeitung GmbH aus Bad Saulgau (Kreis Ravensburg, Baden-Württemberg) hat es ein Unternehmen getroffen, das auf eine ähnlich lange Firmenhistorie zurückblicken kann.

Aus der Verfahrensübersicht auf der Seite der bundesweit tätigen Anwaltskanzlei PLUTA geht hervor, dass das Amtsgericht Ravensburg das vorläufige Insolvenzverfahren für die Störk Metallbearbeitung GmbH bereits am 10. Juli angeordnet hat. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Sanierungsexperte Michael Wahl berufen, der aktuell auch das Insolvenzverfahren bei einem Automobilzulieferer aus Baden-Württemberg begleitet.

Störk Metallbearbeitung GmbH ist insolvent – Investorenprozess bereits angelaufen

Die Störk Metallbearbeitung GmbH wird laut der Firmenhomepage bereits in dritter Familiengeneration geführt und ist somit ein weiteres deutsches Familienunternehmen, das in die Insolvenz gerutscht ist. Spezialisiert ist der Betrieb auf die kundenspezifische Bearbeitung von Metallteilen für Branchen wie den Maschinenbau. Wie die Schwäbische Zeitung vom vorläufigen Insolvenzverwalter Michael Wahl erfahren hat, liegt die Schieflage an Liquiditätsproblemen durch sinkende Absätze bei zugleich steigenden Kosten für Rohstoffe, Material und Personal.

Name Störk Metallbearbeitung GmbH
Gründung 1928
Sitz Bad Saulgau, Baden-Württemberg
Branche Metallverarbeitung
Mitarbeiter 48 (2025)

Demnach kämpft Störk mit Herausforderungen, die in den vergangenen Monaten viele Unternehmen in eine Krise gestürzt haben. Die Frage ist aber, wie es mit dem Familienunternehmen aus Bad Saulgau nun weitergeht. Die Gehälter der 48 Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgedeckt, und Wahl hat laut der Schwäbischen bereits einen Investorenprozess in die Wege geleitet. „Unser Ziel ist es, einen Investor zu finden, der den Betrieb weiterentwickelt und langfristig fortführt“, erklärte der Rechtsanwalt.

Diese 12 bekannten Unternehmen aus Baden-Württemberg gibt es nicht mehr

Eine Schlecker-Filiale im Jahr 2001.
Wer erinnert sich noch an Schlecker? Die Drogeriekette aus Ehningen (Donau) galt in der Hochphase als größte in ganz Europa.  © IMAGO/Enters
Eine ehemalige Schlecker-Filiale in Hamburg-St. Pauli.
Nach der Insolvenzanmeldung 2012 wurde die Kette zerschlagen und alle noch bestehenden Schlecker-Filialen geschlossen. © IMAGO/Jürgen Ritter
Der frühere Chef der Firma FlowTex, Manfred Schmider, sitzt am 14.01.2013 in Mannheim (Baden-Württemberg) im Gerichtssaal des Landgerichts.
Die Schlecker-Insolvenz schlug hohe Wellen und so auch der Skandal um die Firma Flowtex aus Ettlingen.  © Uwe Anspach/dpa
Akten zum FlowTex-Betrugsskandal stehen am Dienstag (26.07.2005) vor Beginn der Urteilsverkündung in einem Verhandlungssaal des Karlsruher Landgerichts.
Flowtex handelte auf betrügerische Weise mit Maschinen und verursachte einen Milliardenschaden. Im Jahr 2000 wurde die Firma aufgelöst. © Uli Deck/dpa
Jacken hängen an einer Kleiderstange.
Skandale und Insolvenzen sind aber nicht die einzigen Gründe für das Verschwinden von Unternehmen. (Symbolfoto) © IMAGO/Michael Bihlmayer
Verschiedene Dornier-Flugzeuge stehen am Dienstag (01.07.2009) im Dorniermuseum in Friedrichshafen am Bodensee.
Die Friedrichshafener Dornier-Werke wurden beispielsweise zum Teil in die EADS (heute Airbus SE) integriert.  © Patrick Seeger/dpa
Blick auf den Standort von Airbus Defence and Space in Immenstaad am Bodensee (Aufnahme mit Drohne).
Die militärische Luftfahrt, Raumfahrt, Wehr- und Systemtechnik von Dornier ist heute Teil von Airbus Defence and Space. © Felix Kästle/dpa
Die Feuerwehr-Geräte-Fabrik C. D. Magirus in Ulm (Ausschnitt aus einem Briefkopf)
Die Feuerwehr-Geräte und Nutzfahrzeugfabrik Magirus in Ulm wurde 1949 von Deutz übernommen und gehört heute zu Iveco.  © Stadtarchiv Ditzingen
Fahnen wehen am 20.03.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) vor dem Eingang des Motorenwerkes der Deutz AG.
Der Kölner Motorenbauer Deutz trägt bis heute das Logo von Magirus, ein als Silhouette des Ulmer Münsters stilisiertes M.  © Henning Kaiser/dpa
Die von Heinrich Siegle gegründete Farbenfabrik G. Siegle & Co. in Stuttgart um 1865.
Die bedeutende Stuttgarter Farbenfabrik G. Siegle & Co. GmbH fusionierte 1873 mit der BASF.  © Gemeinfrei
Das Firmenlogo vor der Hauptverwaltung des Mobilfunk-Zwischenhändlers Debitel in Stuttgart-Vaihingen (Archivfoto).
Die Stuttgarter Debitel AG ist seit 2008 Teil der Freenet AG. Das ursprüngliche Unternehmen wurde 2011 aufgelöst.  © Bernd Weißbrod/dpa
Die Schokoladenfabrik von Roth in der Bahnhofstraße in Stuttgart (heute Heilbronner Straße) im Jahr 1895 als Abbildung auf einem Briefkopf.
Apropos Stuttgart. Die Landeshauptstadt galt mit Unternehmen wie Roth (1841-1942) einst als bedeutende Schokohochburg.  © gemeinfrei
Schokolade der Marke Moser-Roth, die von Aldi vertrieben werden.
Die Handelsmarke Moser-Roth besteht bis heute, das ursprüngliche Unternehmen wurde aber 1942 aus politischen Gründen stillgelegt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Frontansicht des ehemaligen Eszet-Werkgebäudes in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 2012.
Eine weitere bedeutende Schokoladenfabrik in Stuttgart war die Firma Eszet - Staengel & Ziller (1857-1975).  © Stephan Klage/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Eszet Schnitten in verschiedenen Geschmackrichtungen.
Das bekannteste Produkt, die Eszet-Schnitten, werden bis heute von Stollwerck hergestellt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Ritter Sport Schokolade Schokoladentafel.
Von den Stuttgarter Schokoladenherstellern existiert heute nur noch Alfred Ritter, mit der Marke Ritter Sport.  © IMAGO/Markus Mainka
Luftbild, aus einem Flugzeug aufgenommen, vom der Innenstadt von Karlsruhe mit dem Schloss.
Nicht süß, aber nahrhaft war das ungesäuerte Brot, das die Matzenfabrik Strauss von 1863 bis 1936 in Karlsruhe herstellte.  © Uli Deck/dpa
Hinweisschild verweist im Karlsruher Stadtteil Neureut auf den früheren Standort der Matzenfabrik Strauß.
Die Firmengeschichte endete 1936, weil der letzte Besitzer, Semy Strauß, aufgrund der Bedrohung durch die Nationalsozialisten nach Palästina emigrierte.  © Chrischerf/Wikipedia/CC BY-SA 4.0
Porsche-Gründer Ferdinand Porsche in einem Sportwagen des Stuttgarter Autobauers.
Eine andere Firmengeschichte begann dagegen erst, weil die Nationalsozialisten von Ferdinand Porsche neben einem „Volkswagen“ auch einen „Volkstraktor“ wollten.  © Porsche/dpa
Ein Porsche-Traktor mit ZF-Getriebe in der historischen Sammlung der ZF Friedrichshafen AG.
Die Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH stellte von 1956 bis 1963 in Friedrichshafen-Manzell Traktoren mit Dieselmotor her.  © Felix Kästle/dpa
Das Logo der Luxusautomobilmarke Maybach.
Mythos Maybach: Das ursprüngliche Unternehmen existierte von 1909 bis 1966. Erst in Bissingen (Enz), dann in Friedrichshafen.  © IMAGO/Mollenhauer
Maybach-Motorenproduktion im Daimler-Benz-Werk in Berline-Marienfelde.
1960 übernahm Daimler-Benz die Firma Maybach und vereinigte sie mit dem konzerneigenen Großmotorenbau.  © IMAGO/Eventpress Herrmann
Das Logo der MTU ist auf einer Zylinderkopfabdeckung der MTU-Baureihe 2000 angebracht, die gerade zusammenmontiert wird.
Seit 1969 ist die frühere Maybach-Motorenbau GmbH als MTU Friedrichshafen die Kernmarke von Rolls-Royce Power Systems.  © Felix Kästle/dpa
Der neue Mercedes-Maybach SL Monogram Series.
2002 reaktivierte DaimlerChrysler die Marke Maybach. Die Tradition wird seit 2014 unter der Marke Mercedes-Maybach fortgesetzt.  © Mercedes-Benz AG Communications
Das Logo des Autozulieferers Allgaier ist an einem Gebäude am Unternehmessitz zu sehen.
Der traditionsreiche Autozulieferer Allgaier Automotive soll nach einer Insolvenz Ende 2025 geschlossen werden.  © Marijan Murat/dpa

Insolvenz von Störk Metallbearbeitung: Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter

Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens läuft der Geschäftsbetrieb bei der Störk Metallbearbeitung GmbH uneingeschränkt weiter. „In den vergangenen Wochen haben wir mit den Kunden gute Gespräche geführt und deren Belieferung nahtlos ermöglicht“, führt Michael Wahl aus. Bei einem deutschen Industrieunternehmen, das bereits im Februar Insolvenz angemeldet hat, verlief der Investorenprozess nicht erfolgreich. Wie unsere Redaktion aktuell ebenfalls berichtet, wird das Unternehmen geschlossen und alle Mitarbeiter gekündigt.

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