Weitere Restrukturierung

Deutscher Maschinenbauer nach Insolvenz gerettet – doch es droht Stellenabbau

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Ein deutscher Maschinenbauer wird von einer schwedischen Gruppe aus der Insolvenz gerettet. Eine Restrukturierung könnte zu Stellenabbau führen.

Heubach – In der anhaltenden Insolvenzwelle können nicht alle Unternehmen gerettet werden. Jüngst wurde beispielsweise bekannt, dass die traditionsreiche Großdruckerei Ebner & Spiegel aus Ulm endgültig geschlossen wird. Umso erfreulicher ist aber die Meldung einer Investorenübernahme, wie sie der Maschinenbauer Chr. Renz GmbH (Renz) Ende Juni auf seiner Homepage verkündete. Demnach wird die schwedische Plockmatic Group das Unternehmen mit Hauptsitz in Heubach (Baden-Württemberg) inklusive der Tochtergesellschaften in Australien, Argentinien, Großbritannien und der Türkei übernehmen.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Das Unternehmen Renz, das auf die Herstellung von Stanz-, Binde- und Laminiersystemen spezialisiert und nach eigenen Angaben in diesem Bereich Weltmarktführer ist, hatte im März 2024 am Amtsgericht Aalen einen Insolvenzantrag gestellt. Seitdem ging es für den Maschinenbauer aber wieder bergauf und nun steht eben die Rettung durch die Übernahme an. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings doch. Wie die Schwäbische Post berichtet, könnte es durch eine weitere Restrukturierung zu einem Stellenabbau bei Renz kommen.

„Weitere Restrukturierung“ führt im Zuge der Übernahme von Renz zu einem Stellenabbau

Die Übernahme durch die schwedische Plockmatic Group ermöglicht dem 1908 gegründeten Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg demnach die Fortführung. „Ein Teil der Plockmatic Group zu werden und eine langfristige Perspektive für Renz nach einigen sehr herausfordernden Jahren zu finden, lässt uns wieder mit Zuversicht in die Zukunft blicken“, erklärte Renz-Chef Michael Schubert in der Mitteilung von Ende Juni. „Mit dem Abschluss des Insolvenzverfahrens und dem Zugang zu den Ressourcen der Plockmatic Group können wir nun in neue Produkte investieren und langfristige Partnerschaften mit unseren Kunden und Lieferanten fortsetzen.“

Name Chr. Renz GmbH
Gründung 1908
Sitz Heubach, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter 160, davon rund 100 in Deutschland

Allerdings könnte die Zahl der Mitarbeiter, die in Deutschland seit der Insolvenzanmeldung bereits von 120 auf 100 Angestellte gesunken ist, weiter verringert werden. „Das Erwerberkonzept von Plockmatic sieht eine weitere Restrukturierung vor. Details dazu besprechen wir in dieser Woche mit dem Betriebsrat“, erklärte Schubert auf Anfrage der Schwäbischen Post. Wie hoch der Umfang genau ausfallen wird, steht noch nicht fest. Der Stellenabbau soll laut dem CEO aber möglichst sozial verträglich gestaltet werden.

Der Maschinenbauer Renz aus Heubach wird von einem schwedischen Investor übernommen.

Übernahme von Renz: Hauptsitz und Gesellschaftsform bleiben bestehen

Die in Stockholm ansässige Plockmatic Group will mit der Übernahme des deutschen Traditionsunternehmens das bestehende Portfolio erweitern. „Wir sehen zahlreiche Chancen und Synergien zwischen unseren Organisationen und können unser Leistungsversprechen gegenüber unseren Kunden weiter ausbauen“, so CEO Jan Marstorp. An der Gesellschaftsform der Chr. Renz GmbH soll sich durch die Übernahme aber nichts ändern und auch der Hauptsitz in Heubach bei Schwäbisch Gmünd bleibt bestehen. Zuletzt war außerdem bekannt geworden, dass eine Einigung den Bosch-Standort in Schwäbisch Gmünd sichert, rund 1.000 Stellen entfallen dennoch.

Rubriklistenbild: © Franzfoto/Wikipedia/CC BY-SA 3.0

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