Deutscher Discounter schließt nach Insolvenz 80 Filialen – doch es gibt Hoffnung
VonNicola de Paoli
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Die Übernahme von 150 Filialen eines insolventen Discounters ist in trockenen Tüchern. Rund 500 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
Oberhausen - Die Fortführung von 150 Filialen des Discounters Kodi mit rund 1.200 Beschäftigten ist unter Dach und Fach. Der insolvente Discounter hat sich nach eigenen Angaben mit einem Investor auf die Übernahme der Mehrheit der 230 Filialen geeinigt. Der Gläubigerausschuss habe der Übernahme durch ein Konsortium um Kodi-Gesellschafter Richard Nölle bereits grundsätzlich zugestimmt, teilte die Rechtsanwaltskanzlei Görg mit: „Ziel des Verfahrens war von Beginn an eine zukunftsfähige Neuaufstellung des Unternehmens.“ Nähere Angaben zum Konsortium wurden nicht bekannt.
Kodi-Insolvenz könnte das Aus für 80 Filialen bedeuten
Das Konsortium übernimmt rückwirkend zum 1. April 2025 wesentliche Vermögenswerte und führt das Geschäft unter der Marke Kodi fort. Was mit den übrigen Filialen geschieht, ist offen. Nach jetzigem Stand müssen 80 Filialen geschlossen werden. In ihnen soll für etwa zwei Monate der Ausverkauf vorhandener Ware beginnen.
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Etwa 480 Beschäftigten in den Schließungsfilialen sowie weiteren 40 Beschäftigten in der Zentrale müsse die Kündigung ausgesprochen werden. Allerdings arbeiten die Kodi-Sanierer von der Kanzlei Görg der Mitteilung zufolge gleichzeitig daran, zahlreiche dieser Filialen mitsamt Beschäftigten an weitere Investoren zu übertragen. „Parallel laufen Gespräche mit potenziellen Interessenten, die einzelne Standorte unter eigener Marke weiterführen möchten“, hieß es. Um welche Standorte es sich dabei handeln könnte, teilte die Kanzlei nicht mit.
Deutscher Discounter insolvent: Vor allem in NRW vertreten
Die Kodi Diskontläden GmbH hatte im November ein Schutzschirmverfahren beantragt - wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Gründe für die Schieflage waren nach eigenen Angaben eine Kaufzurückhaltung der Kunden sowie deutlich gestiegene Kosten - etwa für Energie, Fracht und Werbung. Das Amtsgericht Duisburg eröffnete das Verfahren zum 1. März 2025 als Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.
Der Geschäftsbetrieb wurde seitdem fortgeführt und erste Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, um die Marke Kodi zu erhalten und möglichst viele Filialen weiter betreiben zu können. Das 1981 gegründete Einzelhandelsunternehmen mit Sitz in Oberhausen verkauft vor allem Haushaltswaren und Drogerieartikel. Es ist vor allem in Nordrhein-Westfalen vertreten.