Deutsches Familienunternehmen muss Ausgaben kürzen – Stellenabbau am Stammsitz
VonJulian Baumann
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Ein über 175 Jahre altes Familienunternehmen aus dem Schwarzwald erlebt einen massiven Umsatzeinbruch. Folglich müssen auch die Personalkosten gesenkt werden.
Die Schweizer Electronic AG, ein weltweit tätiger Anbieter für Elektronikbauteilen für Branchen wie die Automobilindustrie, hat im ersten Halbjahr 2025 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent gesteigert. Ausgerechnet die Produktion am Stammsitz in Schramberg-Sulgen leidet aber unter massiven Auslastungsproblemen und erwirtschaftete fast 40 Prozent weniger Umsatz, wie die Neue Rottweiler Zeitung (NRWZ) berichtet. Deshalb müssen im Werk im Schwarzwald die Personalkosten runter, mithilfe eines Stellenabbaus.
Schweizer Electronic AG muss am Stammsitz Personalkosten sparen – Freiwilligenprogramm gestartet
Bereits in den vergangenen Tagen berichteten mehrere regionale Medien über einen Abbau von bis zu 100 Arbeitsplätzen bei Schweizer in Schramberg-Sulgen. Diese Information stammte offenbar direkt aus der Belegschaft des Traditionsunternehmens, selbst gibt der Konzern dagegen keine konkrete Zahl an. „Schweizer ist aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage insbesondere in der Automobilindustrie und die dadurch entstandene Unterauslastung des Produktionsstandorts Schramberg gezwungen, Kostenanpassungen vorzunehmen“, heißt es auf NRWZ-Anfrage aber aus der Pressestelle. „Diese Anpassungen beinhalten leider auch die Anpassung der Personalkosten an die neuen Gegebenheiten.“
Name
Schweizer Electronic AG
Gründung
1849
Sitz
Schramberg, Baden-Württemberg
Branche
Elektronik
Mitarbeiter
mehr als 600 weltweit
Umsatz
144,5 Millionen Euro (2024)
Für diese Anpassungen hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bereits vor einigen Wochen ein Freiwilligenprogramm gestartet, das sowohl die freiwillige Arbeitszeitabsenkung, freiwillige Aufhebungsverträge als auch Unterstützung beim freiwilligen Eintritt in den Ruhestand vorsieht. Laut Schweizer hat bereits eine mittlere zweistellige Anzahl an Mitarbeitern von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Wie die NRWZ berichtet, haben zwei freigestellte Betriebsräte das Angebot angenommen, offenbar ohne zuvor die Belegschaft zu informieren. Bei einem anderen Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg läuft das Freiwilligenprogramm dagegen nicht wie erhofft.
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(Zu) Großes Interesse an freiwilligem Ruhestand bei Schweizer
Die freiwilligen Aufhebungsverträge bei Schweizer sind mit einer Abfindungszahlung verbunden, die sich nach der Betriebszugehörigkeit richtet. Laut der Pressestelle hat bislang zudem eine zweistellige Zahl an Mitarbeitern das Angebot für einen freiwilligen Ruhestand angenommen, das ebenfalls mit einer finanziellen Unterstützung verbunden ist. „Das Interesse hierfür ist jedoch sehr hoch und wir können nicht allen Interessierten zusagen, über das Freiwilligenprogramm frühzeitig in Rente gehen zu können“, heißt es vom Unternehmen.