Bis zu 100 Arbeitsplätze?

Deutsches Familienunternehmen muss Ausgaben kürzen – Stellenabbau am Stammsitz

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Ein über 175 Jahre altes Familienunternehmen aus dem Schwarzwald erlebt einen massiven Umsatzeinbruch. Folglich müssen auch die Personalkosten gesenkt werden.

Schramberg – Sparen ist eigentlich die große Königsdisziplin der Schwaben, im badischen Teil des Bundeslandes kommen die Unternehmen angesichts der aktuellen Lage allerdings ebenfalls schlichtweg nicht daran vorbei. Jüngst wurde bekannt, dass ein traditionsreicher Maschinenbauer aus dem Schwarzwald im Zuge eines Insolvenzverfahrens weitere Stellen abbauen muss. Sparen muss außerdem das 1849 gegründete Familienunternehmen Schweizer am Stammsitz in Schramberg-Sulgen (Kreis Rottweil, Baden-Württemberg); unter anderem beim Personal.

Das Traditionsunternehmen Schweizer muss am Stammsitz Kosten senken, auch beim Personal.

Die Schweizer Electronic AG, ein weltweit tätiger Anbieter für Elektronikbauteilen für Branchen wie die Automobilindustrie, hat im ersten Halbjahr 2025 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent gesteigert. Ausgerechnet die Produktion am Stammsitz in Schramberg-Sulgen leidet aber unter massiven Auslastungsproblemen und erwirtschaftete fast 40 Prozent weniger Umsatz, wie die Neue Rottweiler Zeitung (NRWZ) berichtet. Deshalb müssen im Werk im Schwarzwald die Personalkosten runter, mithilfe eines Stellenabbaus.

Schweizer Electronic AG muss am Stammsitz Personalkosten sparen – Freiwilligenprogramm gestartet

Bereits in den vergangenen Tagen berichteten mehrere regionale Medien über einen Abbau von bis zu 100 Arbeitsplätzen bei Schweizer in Schramberg-Sulgen. Diese Information stammte offenbar direkt aus der Belegschaft des Traditionsunternehmens, selbst gibt der Konzern dagegen keine konkrete Zahl an. „Schweizer ist aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage insbesondere in der Automobilindustrie und die dadurch entstandene Unterauslastung des Produktionsstandorts Schramberg gezwungen, Kostenanpassungen vorzunehmen“, heißt es auf NRWZ-Anfrage aber aus der Pressestelle. „Diese Anpassungen beinhalten leider auch die Anpassung der Personalkosten an die neuen Gegebenheiten.“

Name Schweizer Electronic AG
Gründung 1849
Sitz Schramberg, Baden-Württemberg
Branche Elektronik
Mitarbeiter mehr als 600 weltweit
Umsatz 144,5 Millionen Euro (2024)

Für diese Anpassungen hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bereits vor einigen Wochen ein Freiwilligenprogramm gestartet, das sowohl die freiwillige Arbeitszeitabsenkung, freiwillige Aufhebungsverträge als auch Unterstützung beim freiwilligen Eintritt in den Ruhestand vorsieht. Laut Schweizer hat bereits eine mittlere zweistellige Anzahl an Mitarbeitern von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Wie die NRWZ berichtet, haben zwei freigestellte Betriebsräte das Angebot angenommen, offenbar ohne zuvor die Belegschaft zu informieren. Bei einem anderen Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg läuft das Freiwilligenprogramm dagegen nicht wie erhofft.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

(Zu) Großes Interesse an freiwilligem Ruhestand bei Schweizer

Die freiwilligen Aufhebungsverträge bei Schweizer sind mit einer Abfindungszahlung verbunden, die sich nach der Betriebszugehörigkeit richtet. Laut der Pressestelle hat bislang zudem eine zweistellige Zahl an Mitarbeitern das Angebot für einen freiwilligen Ruhestand angenommen, das ebenfalls mit einer finanziellen Unterstützung verbunden ist. „Das Interesse hierfür ist jedoch sehr hoch und wir können nicht allen Interessierten zusagen, über das Freiwilligenprogramm frühzeitig in Rente gehen zu können“, heißt es vom Unternehmen.

Die Schweizer Electronic AG, die im vergangenen Jahr ihren 175. Geburtstag gefeiert hat, beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 600 Mitarbeiter und ist neben dem Hauptsitz in Schramberg-Sulgen mit Standorten in China, Japan und den USA vertreten. Im Frühjahr hatte ein Familienunternehmen aus Baden-Württemberg aufgrund der Auftragsflaute erstmals in seiner Geschichte einen Stellenabbau angekündigt.

Rubriklistenbild: © Lisa Jeske/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

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