Bund plant Kürzungen

„In großer Sorge“: Verkehrsminister befürchtet Deutschlandticket-Aus

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Ein Landesverkehrsminister sieht das Deutschlandticket in Gefahr. Eine angekündigte Kürzung der Bundesgelder könnte das Projekt gefährden.

Hamburg – Nach langer Debatte wurde die Zukunft des Deutschlandtickets im November gesichert – eigentlich. Denn der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann äußert nun Bedenken hinsichtlich des Fortbestands des sogenannten „49-Euro-Tickets“. „Ich bin schlicht in großer Sorge, dass da was schiefläuft. Wir haben viel zu wenig Mittel und nehmen uns viel vor“, teilte der Grünen-Politiker dem Spiegel mit. „Die Länder haben sich aus gutem Grund nur auf das Experiment Deutschlandticket eingelassen, weil der Bund die Hälfte der Kosten übernimmt.“ Er kritisierte den Bund mit den Worten, „mitten in der Partie die Spielregeln zu ändern“. Dies sei kein guter Stil und führe zu einer Finanzierungslücke.

Deutschlandticket in Gefahr: Bund will Mittel für Regionalverkehr kürzen

Das Deutschlandticket (IDZRW-Montage)

Hermanns Kritik richtet sich gegen die vom Bundesfinanzministerium geplante Reduzierung der Bundesmittel für den Regionalverkehr um 350 Millionen Euro. „Die 350 Millionen sind wahrscheinlich genau die Summe, die von den Bundesmitteln im Jahr 2023 übrig bleibt und ins nächste Jahr übertragen werden soll. Jetzt will das Finanzministerium diese vermutlich wegkürzen. Das wäre dreist und zugleich eine große Gefahr für das Deutschlandticket“, erklärte der Landesverkehrsminister.

Ende November hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing noch erklärt, dass ein möglicher Preisanstieg des Deutschlandtickets von den Bundesländern abhinge. Sie könnten zum Beispiel die Strukturen günstiger gestalten, „und müssten stärker für das Ticket und um neue Abonnenten werben, um den Preis günstig zu halten“, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Deutschlandticket hat sich etabliert – doch dauerhafte Finanzierung weiter unklar

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) betonte, dass das Deutschlandticket von zehn Millionen Nutzerinnen und Nutzern in Anspruch genommen wurde. Darunter befanden sich eine Million Neukunden, die sonst mit dem Auto oder Fahrrad unterwegs gewesen wären. „Das Deutschlandticket hat sich seit dem Start im Mai 2023 etabliert“, äußerte sich VDV-Präsident Ingo Wortmann gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). In einer Umfrage des VDVs wurde ermittelt, wie viele Deutschlandticket-Inhaber vom Auto umgestiegen sind.

Die bisherigen Zahlen unterstreichen laut VDV das Potenzial des Deutschlandtickets für den Klimaschutz, fügte der Verbandsvorsitzende hinzu. „Wir müssen noch mehr Kunden dazu bewegen, von dem Auto auf den Nahverkehr umzusteigen. Dafür brauchen wir eine sichere und dauerhafte Finanzierungsperspektive für das Deutschlandticket“, so Wortmann. Noch ist unklar, wer die eventuellen Mehrkosten für das Deutschlandticket im Jahr 2024 übernimmt. Im Mai des kommenden Jahres könnte deshalb der aktuelle Preis von 49 Euro erhöht werden. (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Panama Pictures/Imago

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