VonMaximilian Gangschließen
Für die Verantwortlichen ist das Deutschlandticket ein Erfolg. Umfragen zeigen nun, wie viele Autofahrer tatsächlich auf Bus und Bahn umgestiegen sind.
Köln – „Riesenerfolg“, „Gamechanger“, „Bombastisch“: Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) scheint – gelinde gesagt – zufrieden zu sein mit der bisherigen Bilanz des Deutschlandtickets. Seit rund einem halben Jahr können Fahrgäste im Nah- und Regionalverkehr das Abo-Modell buchen. Ein guter Zeitpunkt also, um eine erste Zwischenbilanz zur ÖPNV-Fahrkarte zu ziehen. Wie viele Menschen sind bereits Inhaber des Deutschlandtickets? Und wie viele setzen durch das Monatsabo auf Bus und Bahn statt auf das Auto? Erste Umfragen geben Antworten.
Umfrage: Wie viele Autofahrer sind durch das Deutschlandticket auf Bus und Bahn umgestiegen?
Rund zehn Millionen Inhaber des Deutschlandtickets gibt es mittlerweile in Deutschland. Das teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Nach anfänglichen Schwankungen, pendelt sich die Nachfrage nach dem Monatsabo für Deutsche Bahn & Co. so langsam ein, hieß es. „Die Zahl ist recht stabil, auch wenn auf niedrigem Niveau weitere hinzukommen“, so der VDV.
Dabei sind acht bis zehn Prozent der Nutzer echte ÖPNV-Einsteiger. Laut Umfragen des VDV waren die „Neulinge“ vorher beispielsweise mit dem Auto unterwegs. So auch ein Student aus Offenbach, der zuletzt einen alten Opel gegen fünf Deutschlandtickets tauschte. „Schon heute wären fünf Prozent aller Fahrten mit dem Deutschlandticket sonst mit dem Auto unternommen worden“, so der VDV. Rund die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer kommen aus bestehenden Abos. Die übrigen Deutschlandticket-Inhaber waren zuvor mit Einzelfahrscheinen oder Zeitkarten unterwegs.
VDV sieht Deutschlandticket als Erfolg: „Binden Kunden stärker an den ÖPNV“
Nach Ansicht des VDV sind die Zahlen zum Monatsabo ein Erfolg: „Wir binden Kunden stärker an den ÖPNV durch diese Flatrate“. Doch aktuell steht das Deutschlandticket auf der Kippe – zumindest in der aktuellen Form. Bereits seit Monaten streiten Bund und Länder über die weitere Finanzierung. Dabei geht es im Kern um die Frage, wer ab kommenden Jahr mögliche Mehrkosten des Tickets trägt.
Laut NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hätte es bereits bis Ende Oktober eine Einigung gebraucht. Wenige Tage nach Monatsende – am 6. November – will Bundeskanzler Olaf Scholz gemeinsam mit den Länderchefs eine Lösung finden. Diese scheint in NRW auch dringend nötig: 2024 drohen der A2 und der A42 eine LKW-Flut sowie ein Verkehrskollaps, wie Ruhr24 berichtet. (mg, mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa & Panama Pictures/Imago

