Sparmaßnahmen beim Lkw-Marktführer

Effizienzprogramm bei Daimler Truck – Sorge vor Stellenabbau und Verlagerung

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Daimler Truck-Chefin Karin Radström krempelt den schwäbischen Weltmarktführer um. Das schürt die Angst vor Stellenabbau und Produktionsverlagerung.

Leinfelden-Echterdingen - Beim Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz stehen im Rahmen des Effizienzprogramms „Next Level Performance“ laut Insidern bis zu 20.000 Arbeitsplätze vor dem Aus. Der Weltkonzern hat solche Zahlen zwar nicht bestätigt, fest steht aber, dass Mercedes angesichts der derzeitigen Herausforderungen auf die Kostenbremse treten muss. Dasselbe gilt auch für den abgespaltenen Lkw-Hersteller Daimler Truck, der Berichten zufolge bis 2030 in Europa eine Milliarde Euro an Kosten einsparen will. Das schürt Ängste vor einem Stellenabbau beim Weltmarktführer aus Baden-Württemberg.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Das Manager Magazin berichtet, dass die neue Daimler Truck-Chefin Karin Radström – die Schwedin hatte den Posten im vergangenen Jahr von Vorgänger Martin Daum übernommen – gerade bei ihrer früheren Marke Mercedes-Benz Lkw massiv sparen will. Aller Voraussicht nach bedeutet das: tausende Jobs weniger. Der Mannheimer Morgen berichtet dagegen von Sparmaßnahmen in der gesamten Truck-Sparte des Konzerns und bezieht sich dabei auf ein Flugblatt des Gesamtbetriebsrats.

Daimler Truck: Gesamtbetriebsrat lehnt „unbedachten Personalabbau“ entschieden ab

Dem Bericht zufolge wurden besagte Flugblätter in den vergangenen Tagen in der Belegschaft des Nutzfahrzeugherstellers verteilt. „Das Unternehmen will bei Daimler Truck in Europa vor allem in der Produktion, in Forschung und Entwicklung, sowie der Zentrale mehr als eine Milliarde Euro sockelwirksam einsparen“, heißt es darin. Der Gesamtbetriebsrat stimmt in dem Schreiben zwar „besseren, effizienteren Prozessen“ und mehr Wettbewerbsfähigkeit zu, lehnt aber einen „unbedachten Personalabbau“ entschieden ab. Der Gesamtbetriebsrat betonte zudem, dass der weltgrößte Lkw-Hersteller kein Sanierungsfall sei.

Name Daimler Truck Holding AG
Gründung 12. April 2021 (aus der Aufspaltung der Daimler AG)
Sitz Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg
Branche Nutzfahrzeuge, Busse
Mitarbeiter 104.416 (Ende 2023)
Umsatz 55,9 Milliarden Euro (2023)

Dass es ein solches Effizienzprogramm bei Daimler Truck gibt, hat ein Sprecher des Konzerns dem Mannheimer Morgen allerdings bestätigt. Nähere Angaben, auch zu der zirkulierenden Zahl von einer Milliarde Euro, die eingespart werden soll, machte er nicht. Für den 4. Februar ist am Standort Mannheim (Baden-Württemberg) und einen Tag später, am 5. Januar, in Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz) eine Betriebsversammlung angekündigt. Das Werk in Wörth am Rhein von Daimler Truck ist das größte Lkw-Montagewerk der Welt.

Daimler Truck hat ein Effizienzprogramm gestartet, das personelle Konsequenzen haben könnte. Chefin Karin Radström will massiv sparen.

Daimler Truck-Chefin Karin Radström will den schwäbischen Konzern neu aufstellen

Demnach steht auch offen, ob das Effizienzprogramm überhaupt einen Abbau von Arbeitsplätzen oder eine Verlagerung von Produktionskapazitäten beinhaltet. Konzernchefin Radström hatte aber bereits Ende 2024 erklärt, den Konzern komplett durchleuchten und neu aufstellen zu wollen. Aktuell herrscht in Kassel (Hessen) ebenfalls die Sorge, dass das dortige Daimler-Truck-Werk von den Sparmaßnahmen betroffen sein könnte. Bei Daimler Truck herrscht derzeit also eine ähnliche Situation wie bei Mercedes-Benz und bei Porsche, wo es Berichten zufolge ebenfalls zu einem Stellenabbau kommen könnte.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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