VonJulian Baumannschließen
Daimler Truck-Chefin Karin Radström krempelt den schwäbischen Weltmarktführer um. Das schürt die Angst vor Stellenabbau und Produktionsverlagerung.
Leinfelden-Echterdingen - Beim Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz stehen im Rahmen des Effizienzprogramms „Next Level Performance“ laut Insidern bis zu 20.000 Arbeitsplätze vor dem Aus. Der Weltkonzern hat solche Zahlen zwar nicht bestätigt, fest steht aber, dass Mercedes angesichts der derzeitigen Herausforderungen auf die Kostenbremse treten muss. Dasselbe gilt auch für den abgespaltenen Lkw-Hersteller Daimler Truck, der Berichten zufolge bis 2030 in Europa eine Milliarde Euro an Kosten einsparen will. Das schürt Ängste vor einem Stellenabbau beim Weltmarktführer aus Baden-Württemberg.
Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg




Das Manager Magazin berichtet, dass die neue Daimler Truck-Chefin Karin Radström – die Schwedin hatte den Posten im vergangenen Jahr von Vorgänger Martin Daum übernommen – gerade bei ihrer früheren Marke Mercedes-Benz Lkw massiv sparen will. Aller Voraussicht nach bedeutet das: tausende Jobs weniger. Der Mannheimer Morgen berichtet dagegen von Sparmaßnahmen in der gesamten Truck-Sparte des Konzerns und bezieht sich dabei auf ein Flugblatt des Gesamtbetriebsrats.
Daimler Truck: Gesamtbetriebsrat lehnt „unbedachten Personalabbau“ entschieden ab
Dem Bericht zufolge wurden besagte Flugblätter in den vergangenen Tagen in der Belegschaft des Nutzfahrzeugherstellers verteilt. „Das Unternehmen will bei Daimler Truck in Europa vor allem in der Produktion, in Forschung und Entwicklung, sowie der Zentrale mehr als eine Milliarde Euro sockelwirksam einsparen“, heißt es darin. Der Gesamtbetriebsrat stimmt in dem Schreiben zwar „besseren, effizienteren Prozessen“ und mehr Wettbewerbsfähigkeit zu, lehnt aber einen „unbedachten Personalabbau“ entschieden ab. Der Gesamtbetriebsrat betonte zudem, dass der weltgrößte Lkw-Hersteller kein Sanierungsfall sei.
| Name | Daimler Truck Holding AG |
|---|---|
| Gründung | 12. April 2021 (aus der Aufspaltung der Daimler AG) |
| Sitz | Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Nutzfahrzeuge, Busse |
| Mitarbeiter | 104.416 (Ende 2023) |
| Umsatz | 55,9 Milliarden Euro (2023) |
Dass es ein solches Effizienzprogramm bei Daimler Truck gibt, hat ein Sprecher des Konzerns dem Mannheimer Morgen allerdings bestätigt. Nähere Angaben, auch zu der zirkulierenden Zahl von einer Milliarde Euro, die eingespart werden soll, machte er nicht. Für den 4. Februar ist am Standort Mannheim (Baden-Württemberg) und einen Tag später, am 5. Januar, in Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz) eine Betriebsversammlung angekündigt. Das Werk in Wörth am Rhein von Daimler Truck ist das größte Lkw-Montagewerk der Welt.
Daimler Truck-Chefin Karin Radström will den schwäbischen Konzern neu aufstellen
Demnach steht auch offen, ob das Effizienzprogramm überhaupt einen Abbau von Arbeitsplätzen oder eine Verlagerung von Produktionskapazitäten beinhaltet. Konzernchefin Radström hatte aber bereits Ende 2024 erklärt, den Konzern komplett durchleuchten und neu aufstellen zu wollen. Aktuell herrscht in Kassel (Hessen) ebenfalls die Sorge, dass das dortige Daimler-Truck-Werk von den Sparmaßnahmen betroffen sein könnte. Bei Daimler Truck herrscht derzeit also eine ähnliche Situation wie bei Mercedes-Benz und bei Porsche, wo es Berichten zufolge ebenfalls zu einem Stellenabbau kommen könnte.
Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

