Neuausrichtung

„Fällt uns sehr schwer“: Deutsches Familienunternehmen muss Stellen abbauen

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Der familiengeführte Maschinenbauer Knoll reagiert mit einem Stellenabbau auf die schwache Konjunktur. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Stuttgart – Die schwache Konjunktur in Verbindung mit steigenden Kosten und einem sinkenden Auftragsbestand hat im bisherigen Jahr viele Firmen vor große Herausforderungen gestellt. Erst vor wenigen Wochen musste ein deutsches Familienunternehmen seine Ausgaben kürzen und kündigte einen Stellenabbau am Stammsitz an. Das blüht einer Mitteilung zufolge auch der ebenfalls familiengeführten Knoll Maschinenbau GmbH mit Sitz in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen, Baden-Württemberg). Das 1970 gegründete Unternehmen setzt dabei auf Freiwilligkeit und will betriebsbedingte Kündigungen vermeiden.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Die Knoll Maschinenbau GmbH geht auf einen von Walter Knoll gegründeten Ein-Mann-Betrieb zurück und beschäftigt heute rund 1.200 Mitarbeiter weltweit, den Großteil am Hauptsitz in Bad Saulgau. Wie viele Maschinenbauer kämpft das in zweiter Generation geführte Unternehmen aktuell aber mit der schwachen Konjunktur und muss sich deshalb neu aufstellen. Das geht mit einem Stellenabbau einher, der dem Familienunternehmen eigenen Angaben zufolge sehr schwerfällt. Jüngst hatte auch ein anderes Familienunternehmen den Abbau einer dreistelligen Zahl an Stellen angekündigt.

Maschinenbauer Knoll baut Stellen in Produktion und Verwaltung ab – „fällt uns sehr schwer“

Der Mitteilung zufolge geht die Knoll Maschinenbau GmbH aktuell nicht von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden Jahren aus und muss deshalb vorausschauend handeln. Bis Dezember sollen demnach in der Produktion und in der Verwaltung 140 Stellen abgebaut werden. „Wir müssen auf die anhaltend schwache Konjunktur reagieren und unsere Personalkapazität an die wirtschaftliche Entwicklung anpassen“, erklärt Geschäftsführer Matthias Knoll. „Daher haben wir in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat ein Freiwilligenprogramm gestartet.“

Name Knoll Maschinenbau GmbH
Gründung 1970
Sitz Bad Saulgau, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter rund 1.200 weltweit, davon 1.100 am Hauptsitz

Dieses Freiwilligenprogramm soll den Mitarbeitern gewisse Möglichkeiten bieten und zudem betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. „Zum ersten Mal in der Firmengeschichte reduzieren wir unseren Personalbestand aus wirtschaftlichen Gründen“, wird Matthias Knoll in der Mitteilung weiter zitiert. „Diese Entscheidung ist für uns sowohl persönlich als auch unternehmerisch bitter und fällt uns sehr schwer.“ Die Mitarbeiter am Stammsitz in Bad Saulgau wurden am Dienstag (28. Oktober) über die Maßnahme informiert, sie soll in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgen.

Der Maschinenbauer Knoll reagiert mit einem Stellenabbau auf die schwache Konjunktur. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Knoll-Betriebsratschef zeigt sich zuversichtlich – „Zusammenarbeit ist konstruktiv und verlässlich“

Der Betriebsrat ist laut der Mitteilung zuversichtlich, dass die Personalmaßnahmen bei Knoll sozial verträglich umgesetzt werden. „Auch wenn wir als Betriebsrat nicht in allen Fragen die gleiche Position vertreten wie die Geschäftsleitung, gelingt es uns immer wieder, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden“, erklärt der Vorsitzende Peter Widmann. „Die Zusammenarbeit ist konstruktiv und verlässlich, und auf Zusagen von Geschäftsleitung und Betriebsrat konnten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bisher immer verlassen.“ Auch ein anderer traditionsreicher Maschinenbauer setzte auf ein Freiwilligenprogramm, um Personalkosten zu senken.

Rubriklistenbild: © Knoll Maschinenbau GmbH

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