VonJonah Reuleschließen
Bis Ende August müssen 16 Filialen der insolventen Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schließen. In NRW sind gleich drei Standorte betroffen.
Essen – Es deutete sich schon seit längerem an, jetzt ist es klar: Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schließt 16 seiner 92 Filialen in Deutschland. Die Schließungen sollen laut Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus bis zum 31. August 2024 erfolgen. Betroffen sind Standorte in diversen Bundesländern. In NRW treffen die Schließungen unter anderem Galeria-Standorte in Essen und Köln. Bereits Anfang Januar hatte Galeria davon gesprochen, dass 16 Filialen unrentabel seien.
Galeria schließt bis August 16 Filialen – diese Standorte trifft es
Von den Schließungen betroffen sind folgende Galeria-Standorte:
- Augsburg
- Berlin Ringcenter
- Berlin Spandau
- Berlin Tempelhof
- Chemnitz
- Essen
- Köln Breite Straße
- Leonberg
- Mainz
- Mannheim
- Oldenburg
- Potsdam
- Regensburg Neupfarrplatz
- Trier Fleischstraße.
- Wesel
- Würzburg
1400 Galeria-Mitarbeiter müssen wegen der Schließungen gehen – 76 Filialen bleiben
Durch die Schließungen schrumpft das Filialen-Netz von Galeria in Deutschland auf künftig nur noch 76 Standorte. Auch die Zahl der Mitarbeiter sinkt. So müssen nach derzeitigem Stand 1400 Mitarbeiter der Warenhauskette gehen – 11.400 Beschäftigte sollen dagegen ihren Job behalten.
Wie Galeria mitteilte, wurden mit dem Gesamtbetriebsrat am Freitag (26. April) Interessenausgleich und Sozialplan für die von dem Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter geschlossen. „Wir werden alles tun, um unser Geschäft in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Dazu sehen wir nicht zuletzt durch unsere Umsatzentwicklung im laufenden Geschäftsjahr gute Voraussetzungen“, sagte Galeria-Chef Olivier Van den Bossche. Der Hauptsitz von Galeria Karstadt Kaufhof soll von Essen in die Filiale an der Shadowstraße in Düsseldorf umziehen.
Nach erneuter Insolvenz: Galeria-Zukunft hängt von Investorengruppe ab
Wie genau die Zukunft von Galeria en détail aussehen wird, steht derzeit noch nicht fest. Nach der Pleite des Mutterkonzerns Signa, musste Galeria im Januar bereits den dritten Insolvenzantrag innerhalb weniger Jahre stellen. Anfang April wurde bekannt, dass ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC und der Gesellschaft BB Kapital SA des Unternehmers Bernd Beetz die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof übernehmen will.
Allerdings kommt die wischen Investoren und Galeria geschlossene Vereinbarung jedoch nur zustande, wenn die Gläubiger zustimmen. Bis Ende April will Insolvenzverwalter Denkhaus den Insolvenzplan für den Eigentümerwechsel vorlegen. Rechtskräftig wäre der Plan dann allerdings erst, wenn die Gläubigerversammlung ihn am 28. Mai annimmt und dieser anschließend vom Gericht erneut bestätigt wird. Nach bisherigen Plänen will Denkhaus bis Ende Juli Galeria an die neuen Eigner übergeben. Ob das auch so kommt, bleibt zunächst abzuwarten. (jr mit dpa)
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