Umgehung von Sanktionen

Gewinn für Putin: China beschert Russlands Wirtschaft Energie-Rekord

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China hilft Russland, bei Sanktionen zu tricksen. Putin kann dadurch das Energie-Geschäft massiv erweitern und die Kriegskasse aufstocken.

Moskau – China kauft trotz des Ukraine-Kriegs offenbar noch immer in großen Mengen sanktioniertes, russisches LNG – und könnte Kremlchef Wladimir Putin zu einem Durchbruch im Energie-Geschäft verhelfen. Russlands Wirtschaft ist von Energieexporten, wie durch den Verkauf von LNG und Öl, abhängig und musste die Verkäufe seit Verhängung westlicher Sanktionen reduzieren. Doch Dank China als Abnehmer kann Putin sein Geschäft nun stark expandieren.

Rettung aus China: Russlands Wirtschaft findet Abnehmer für wichtigen Rohstoff. 

China hilft Putins sanktioniertes Prestigeprojekt – und kauft weiterhin russisches LNG

Die von dem russischen Unternehmen Novatek PJSC betriebene Anlage Arctic LNG 2 hat im September durchschnittlich 17,9 Millionen Kubikmeter pro Tag an Erdgas erzeugt. Das ist laut Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle die höchste Tagesproduktion seit Inbetriebnahme der Anlage im Dezember 2023. Zudem habe die Anlage den Tagesdurchschnitt um 14 Prozent gegenüber dem bisherigen Höchststand im August gesteigert. Künftig soll die Produktion sowohl von Erdgas und Flüssigerdgas deutlich gesteigert werden, damit Putin China weiterhin mit russischer Energie beliefern kann.

Besonders Flüssigerdgas konnte Russland in umfangreichen Mengen laut Bloomberg nach China verschiffen. Seit Ende August haben sieben Tanker, die mit LNG aus Arctic LNG 2 beladen waren, an chinesischen Häfen angedockt. Erst am Dienstag (30. September 2025) hatte ein beladener Flüssigerdgastanker (LNG) am chinesischen Terminal Beihai angelegte, wie laut Bloomberg aus Schiffsverfolgungsdaten von Kpler und LSEG hervorging.

Russlands Wirtschaft betont Fortschritte bei LNG-Verkäufen nach China

Um weiterhin große Gewinne aus dem Energiegeschäft zu erzielen, versucht Russland weitere Käufer an sich zu binden. Russland „plant, die Lieferungen nicht nur von Pipeline-Gas, sondern auch von Flüssigerdgas (LNG) nach China zu erhöhen, insbesondere aus den Projekten Arctic LNG 2 und Sakhalin 2“, wurde der russische Energieminister Sergei Tsivilev vom Magazin Expert zitiert.

Es seien „ernsthafte, gemeinsame Fortschritte“ im Gange. Die Aussichten für eine Energiekooperation zwischen Russland, China und auch Indien seien gut. Indien hat Russlands Wirtschaft bislang vor allem beim Kauf von Öl stark unterstützt. Die Anlage Arctic LNG 2 ist ein bedeutendes Projekt Putins, um Russlands LNG-Produktion bis 2030 zu verdreifachen und auf eine jährliche Kapazität von etwa 20 Millionen Tonnen zu erhöhen.

China kauft russisches LNG von Arctic LNG 2 – ein anderes Projekt kommt dafür nicht voran

Neben dem LNG-Projekt in der Arktis soll auch der Bau der Power of Siberia 2 für Russland den Energieexport vorantreiben. Durch die Pipeline soll künftig bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Gas von Sibirien nach China fließen. Doch zuletzt kamen die Ausbauarbeiten ins Stocken. Grund war unter anderem, dass sich China und Russland nicht auf einen Verkaufspreis einigen konnten.

Seither liegt das Projekt auf Eis und weitere Fortschritte zeichneten sich nicht ab. Auf die Frage nach der Gaspreisgestaltung für die „Power of Siberia 2“ reagierte Tsivilev zurückhaltend und verwies auf die Unternehmen Gazprom und CNPC.

Schlag gegen Russlands Wirtschaft: EU und USA wollen Putins Energiegeschäfte schwächen

Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs versucht der Westen Putins Einnahmen aus dem Energiesektor zu schwächen. Es folgten Beschränkungen im Verkauf russischen Öls, wie durch den EU-Preisdeckel, sowie EU-Sanktionen gegen russisches LNG. Die USA haben zudem mit Sanktionen gedroht, sollten Länder LNG aus Arctic LNG 2 kaufen.

„Wer mit sanktionierten Unternehmen wie Arctic LNG 2 Geschäfte macht, ist einem erheblichen Sanktionsrisiko ausgesetzt“, wird ein des US-Außenministeriums am 10. September von S&P Global zitiert.

Rubriklistenbild: © ALEXANDER KAZAKOV/AFP

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