Crowdstrike hatte Microsoft durch Update beschädigt

Globaler IT-Ausfall trifft auch Microsoft – Update-Fehler als Ursache?

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Ein IT-Fehler hat Systeme rund um den Globus stillgelegt. Selbst der Software-Gigant Microsoft ist nicht verschont geblieben. Ein Update könnte der Auslöser sein.

Update vom 19. Juli, 12:50 Uhr: Die Zeichen verdichten sich, nach denen ein Update der IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike tatsächlich hinter dem globalen IT-Chaos gesteckt hatte. Jetzt habe die Firma einen Fehler behoben, der angeblich zu den weltweiten Störungen geführt habe. Kunden würden ab sofort auf ein Download-Portal für ein neues Update verwiesen, hatte der Firmenchef Kurtz auf der Plattform X mitgeteilt. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur.

Erstmeldung vom 19. Juli, 11:38 Uhr: Berlin – Ein Software-Update soll der Auslöser für das sein, was als der „größte IT-Ausfall in der Geschichte“ bezeichnet wird und momentan weltweit für Verwirrung sorgt. Kein Sektor bleibt verschont: Fluglinien sind gezwungen, Flüge zu stornieren und den Betrieb einzustellen, während Banken und Rundfunkanstalten offline gehen müssen. Selbst Microsoft hat von Schwierigkeiten berichtet. Mittlerweile soll die Quelle der Störung gefunden sein.

Globale IT-Störung trifft Microsoft – „Wir untersuchen ein Problem“

Ein Rückblick: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag begannen Nutzer vermehrt, Störungen ihrer IT-Systeme zu melden. Auf der Website Down Detector wurden bereits um ein Uhr nachts erste Spitzenwerte an gemeldeten Microsoft-Problemen verzeichnet. Zwischen vier und sieben Uhr morgens sank die Anzahl der gemeldeten Microsoft-Probleme deutlich, nur um dann wieder stark anzusteigen. Laut dem britischen Mirror wurde ein Microsoft-Update als mögliche Ursache für das globale Chaos genannt.

Ein Schild zeigt Kunden eines Supermarkts, dass die IT nicht funktioniert (Symbolfoto). Eine IT-Panne hat weltweit Systeme lahmgelegt. Auch der Software-Riese Microsoft ist betroffen. Der Auslöser soll ein Update sein.

Microsoft selbst bestätigte, dass ein technisches Problem zu einem weltweiten Ausfall von Microsoft 365 geführt hat. Es ist allgemein bekannt, dass Microsoft global operiert – eine enorme Anzahl von Unternehmen und Privatnutzern auf der ganzen Welt verlassen sich auf die Dienste des US-amerikanischen Technologieriesen. „Wir untersuchen ein Problem, das sich auf die Fähigkeit der Nutzer auswirkt, auf verschiedene Microsoft 365-Anwendungen und -Dienste zuzugreifen“, teilte Microsoft auf der Plattform X mit.

Software-Update bei Crowdstrike – kann ein Rollback das Problem beheben?

Nutzer berichten inzwischen auf verschiedenen Plattformen von Problemen mit einem Update der Cybersecurity-Firma Crowdstrike. „Uns ist ein weitverbreitetes Problem bekannt, das Fehler auf Windows-Rechnern in verschiedenen Sensorversionen verursacht“, wurde ein Verantwortlicher von Crowdstrike vom Mirror zitiert. Auch andere Quellen nennen zunehmend Crowdstrike als möglichen Verursacher.

Die Südwestfalen-IT, ein kommunaler Anbieter, berichtete, dass insbesondere Computer, die Crowdstrike in Verbindung mit Windows verwenden, Schwierigkeiten hätten. Angeblich hatte Crowdstrike in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ein Update durchgeführt. Die Software von Crowdstrike dient normalerweise dazu, Systeme vor Hackerangriffen zu schützen.

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur hat auch ein australisches Energieunternehmen die Probleme auf ein Software-Update von Crowdstrike zurückgeführt. Crowdstrike hat in einer Mitteilung an seine Kunden bereits von Problemen gesprochen - dies wurde von der Technologie-Website The Verge berichtet. Ein Crowdstrike-Sprecher hatte gegenüber dem US-Sender CNBC angegeben, das Update werde derzeit wieder zurückgefahren. Erste Anzeichen der Normalisierung seien bereits spürbar. Trotzdem war die Crowdstrike-Aktie zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent eingebrochen. (Laernie mit Material der dpa)

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