VonMark Stoffersschließen
Nach der Hiobsbotschaft im Januar gibt es gute Nachrichten nach der Insolvenz der Suchtklinik in Ahlhorn für Angestellte und Patienten zu vermelden.
Oldenburg – Im Januar musste die Oldenburger Diakonie Insolvenz anmelden. Nun gibt es aber positive Nachrichten zu vermelden. Denn die insolvente Klinik in Niedersachsen soll unter neuer Leitung weitermachen und dabei ihr Angebot anpassen. Denn nach der Insolvenz soll die Suchtklinik künftig auch Kinder ab zwölf Jahren behandeln.
Klinik in Niedersachsen ist insolvent: Größte Suchtklinik Deutschlands in Ahlhorn steht wohl vor Rettung
Grund für die mögliche Rettung der insolventen Dietrich-Bonhoeffer-Klinik für suchtkranke Jugendliche ist die Tatsache, dass die Einrichtung der Diakonie im Oldenburger Land in Ahlhorn zum 1. November in die Trägerschaft der diakonischen Leinerstift-Gruppe übergeht. Diese hat ihren Sitz im ostfriesischen Großefehn, wie der Insolvenzverwalter Berend Böhme in Ahlhorn unter anderem Buten und Binnen mitteilte.
Die Oldenburger Diakonie hatte Mitte Januar für das Haus die Insolvenz melden müssen, nachdem die Gehälter der Belegschaft nicht mehr gezahlt werden konnten. Die Klinik mit derzeit 48 Therapieplätzen ist die bundesweit größte ihrer Art. Alle 53 Mitarbeitende könnten zu gleichen Bedingungen weiterbeschäftigt und alle Behandlungen fortgesetzt werden, betonte Böhme.
Größte deutsche Klinik ihrer Art meldete in Niedersachsen Insolvenz an: Bundesweit herrscht großer Bedarf
Ein endgültiges Ende nach der Insolvenz der Suchtklinik am Anfang des Jahres hätte durchaus weitreichende Folgen für ganz Deutschland haben können. Nach den guten Nachrichten sei auch Böhme froh, dass die Kassen den riesigen Bedarf an Therapieplätzen für junge Menschen erkannt hätten. „Spielentscheidend“ sei nun eine letzte Verhandlungsrunde mit der Rentenversicherung und den Krankenkassen am 21. Oktober, der der Insolvenzverwalter nach Angaben von Buten und Binnen optimistisch entgegensehe.
Um die Klinik fortführen zu können, wird laut dem Vorstand des Leinerstifts, Wolfgang Vorwerk, die Bettenzahl auf 60 erhöht. Außerdem werde sich die Altersstruktur der Patientinnen und Patienten ändern. Wurden bisher 14 bis 25 Jahre alte Patienten behandelt, sollen künftig Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren therapiert werden – in Ausnahmefällen auch bis zu 21-Jährige.
Rettung der insolventen Suchtklinik in Ahlhorn: Chefärztin sieht „massives Versorgungsproblem“
Während eine Bäckerei-Kette mit 120 Filialen in ganz Deutschland, eine weitere große Traditionsbäckerei die Insolvenz anmelden mussten, und ein insolventer Moderiese mit einer Auktion für Aufsehen sorgt, zeigt sich die Chefärztin der Klinik, Angela Wenzel, nach den guten Nachrichten über die mögliche Rettung der insolventen Suchtklinik in Ahlhorn erleichtert. Denn ihrer Aussage zur Folge gebe es bundesweit ein „massives Versorgungsproblem“.
Suchtexperten schätzen die Zahl der suchtkranken Kinder und Jugendlichen auf bis zu 240.000. Wenzel zufolge werden immer mehr Kinder und Jugendliche suchtkrank. In der Regel konsumierten sie Cannabis und Alkohol – wobei Cannabis führend sei.
