Am Stammsitz

Traditionsreicher Maschinenbauer reagiert mit Stellenabbau auf Auftragsflaute – rund 240 Mitarbeiter betroffen

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Maschinenbauer Heller hat mit einem deutlichen Auftragsrückgang zu kämpfen und zieht personelle Konsequenzen. Noch ist der Umfang nicht in Stein gemeißelt.

Nürtingen - Der traditionsreiche Maschinenbauer Heller aus Nürtingen (Baden-Württemberg) kämpft seit einiger Zeit um seine Zukunft. Die großen CNC-Werkzeugmaschinen des bereits 1894 gegründeten Unternehmens waren für eine lange Zeit für die Automobilindustrie unverzichtbar. Aufgrund der anhaltenden Schieflage dieser Branche sind im zurückliegenden Jahr aber auch bei Heller die Auftragszahlen massiv eingebrochen, weswegen der Maschinenbauer personelle Konsequenzen ziehen muss. Zuletzt hatte ein anderer traditionsreicher Maschinenbauer Insolvenz angemeldet.

Bereits Ende 2023 hatte es beim familiengeführten Maschinenbauer Heller gebrodelt, da der Interims-CEO viele Strukturen umkrempelte, um das Traditionsunternehmen für die Zukunft starkzumachen. Dieses hatte nach Ansicht von Branchenkennern nämlich lange die Transformation in der Autoindustrie vernachlässigt, obwohl Heller eben auch von dieser abhängig ist. Der Betriebsrat hatte damals Widerstand gegen einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt, den es jetzt wohl in die Tat umzusetzen gilt.

Auftragsrückgang führt am Stammsitz von Maschinenbauer Heller zu Stellenabbau

Das ursprünglich 1894 in Nürtingen im Landkreis Esslingen als kleiner Handwerksbetrieb gegründete Unternehmen Heller ist heute eine international tätige Gruppe mit Standorten in mehreren Ländern und insgesamt rund 2.600 Mitarbeitern. Wie die Nürtinger Zeitung berichtet, wirkt sich die aktuelle Auftragsflaute aber direkt auf den Stammsitz des Unternehmens aus, wo rund 240 Stellen entfallen sollen. Das wurde dem Bericht zufolge Mitte Dezember von der Geschäftsführung, dem Betriebsrat und der IG Metall bei der Vorstellung von Eckpunkten der Verhandlungen kommuniziert.

Name HELLER Gruppe (Heller Holding SE & Co, KGaA
Gründung 1894
Hauptsitz Nürtingen, Baden-Württemberg
Branche Werkzeugmaschinenbau
Leitung Thorsten Schmidt (CEO)
Mitarbeiter 2.600 (2024)
Umsatz 588,3 Millionen Euro (2023)

Ein genauer Fahrplan steht demnach noch nicht fest, da es im Januar 2025 weitere Verhandlungen geben soll. Allerdings erklärte Heller-Chef Thorsten Schmidt der Nürtinger Zeitung, dass das Unternehmen „dezentraler aufgestellt“ und „insgesamt schneller“ werden solle. Den Einbruch bei den Anlagen für die Automobilindustrie will man demnach mit einem stärkeren Fokus auf Universalmaschinen kompensieren. Ende 2024 hatte auch der traditionsreiche Maschinenbauer Stihl aufgrund des Absatzrückgangs einen Stellenabbau am Stammsitz angekündigt.

Umfang von Stellenabbau bei Heller nicht endgültig – weitere Verhandlungen im Januar

Wie für viele andere Industriebetriebe waren für Heller die zurückliegenden Jahre alles andere als einfach. Neben der Mobilitätswende stellten die Folgen der Corona-Pandemie das Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg vor Schwierigkeiten, weshalb Heller bereits 2021 den Abbau von bis zu 250 Stellen in Nürtingen angekündigt hatte. Ein umfangreicherer Personalabbau konnte durch einen Tarifvertrag vermieden werden, in dem sich Arbeitgeber und Betriebsrat auf die Einführung einer 4-Tage-Woche sowie von Kurzarbeit einigten.

Aufgrund eines deutlichen Auftragseinbruchs sollen beim traditionsreichen Maschinenbauer Heller erneut Stellen abgebaut werden.

Auch in der aktuellen Lage seien die 240 Arbeitsplätze, die in Nürtingen entfallen sollen, laut CEO Thorsten Schmidt noch nicht endgültig. Wie bereits genannt, soll es im bereits angebrochenen Januar 2025 weitere Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall geben.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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