VonNadja Öffnerschließen
Trotz Absatzrückgang beim Maschinenbauer Stihl ist die Belegschaft am Stammsitz Waiblingen weiter gewachsen. Nun werden mehr als 100 Stellen gestrichen.
Waiblingen - Noch während der Corona-Pandemie florierte das Geschäft des Traditionsunternehmens Stihl aus Baden-Württemberg. Der schwäbische Maschinenbauer machte damals mit seiner breiten Produktpalette an hochwertigem Gartenwerkzeug einen Umsatz von fast 5,5 Milliarden Euro. Doch mittlerweile sind die Verkaufszahlen deutlich abgeflacht und längst sieht sich Stihl gezwungen, Stellen abzubauen.
Der Kahlschlag bei den Wirtschaftsunternehmen der Region setzt sich damit fort. Nachdem zuletzt der Technologiekonzern Bosch einen massiven Stellenabbau angekündigt hatte und auch der Autozulieferer Bertrandt an der Kürzung von 1.200 Jobs festhält, müssen nun auch Mitarbeiter von Stihl am Stammsitz in Waiblingen um ihre Arbeitsplätze bangen.
Traditionsunternehmen Stihl plant, mehr als 100 Stellen zu streichen
„Wir müssen uns so aufstellen, dass unsere Personalsituation unsere langfristige Wachstumsprognose widerspiegelt“, erklärt Stihl-Personalvorstand Michael Prohaska die Hintergründe auf Nachfrage der Stuttgarter Nachrichten (StN). Mehr als 100 Stellen sollen am Firmensitz gestrichen werden. Betroffen sei davon ausdrücklich nicht die Produktion, sondern die durch die Umsatzrekorde der vergangenen Jahre zu üppig besetzte Verwaltung, teilt Stihl mit.
Erfolgen soll der Stellenabbau beim schwäbischen Familienunternehmen zum einen durch eine Ausweitung des Angebots der Altersteilzeit im kommenden Jahr, die in Abstimmung mit dem Betriebsrat entschieden wurde, sowie durch ein Freiwilligenprogramm. Dabei wird den Mitarbeitern eine Abfindung für das Ausscheiden geboten. Am vergangenen Freitag (13. Dezember) sei die Belegschaft über die Möglichkeiten informiert worden.
Freiwilligenprogramm bei Stihl soll bis Ende 2025 umgesetzt sein
Betriebsbedingte Kündigungen soll es bei Stihl hingegen nicht geben. „Das Abfindungsprogramm beruht auf doppelter Freiwilligkeit“, betont Michael Prohaska. Bis Ende 2025 wolle man dieses umgesetzt haben. Ein ähnliches Abfindungsprogramm führte das Unternehmen im November bereits in seinem Aluminium-Druckgusswerk in Weinsheim in der Eifel ein. Das Werk fertigt auch für die Automobilindustrie und ist daher nochmal deutlicher von der Konjunkturschwäche betroffen als die restliche Stihl-Gruppe, erklärt der Personalvorstand.
| Name | Stihl Holding AG & Co. KG (STIHL) |
|---|---|
| Gründung | 1926 |
| Sitz | Waiblingen-Neustadt, Baden-Württemberg |
| Branche | Maschinenbau |
| Produkte | Motorgeräte für verschiedene Branchen, Hochdruckreiniger |
| Mitarbeiter | 19.085 (Ende 2023) |
| Umsatz | 5,3 Milliarden Euro (2023) |
Von der bisher gültigen Doppelstrategie für Verbrenner und Akku will Stihl aufgrund des Personalabbaus allerdings nicht abkehren. Bis 2035 soll der Großteil der Produkte mit einem Akku ausgestattet sein. Dazu wird nicht nur in Waiblingen massiv in die Entwicklung leistungsstarker Ladelösungen investiert, sondern darüber hinaus auch in einem neuen Werk in Rumänien.
Rubriklistenbild: © dpa/Christoph Schmidt


