Zahlreiche betriebliche Tests erwarten den neuen ICE L, wie die Deutsche Bahn auf Twitter schreibt. So wird zum einen der Zug selbst überprüft, zum anderen werden auch erste Fahrten auf einer Teststrecke durchgeführt, um den „Neuankömmling“ auf Herz und Nieren zu prüfen. Am Ende soll der Schnellzug seine Zulassung bekommen, und ab Oktober 2024 nach und nach auf verschiedenen Fernverkehrsstrecken verkehren. Perspektivisch soll der Zug auch auf mehreren Strecken in NRW unterwegs sein:
Berlin – Hannover – Amsterdam (ab Oktober 2024)
Köln – Oberstdorf
Köln – Westerland (Sylt)
Berlin – Westerland (Sylt)
Karlsruhe – Westerland (Sylt)
Hamburg – Lübeck – Kopenhagen
Nürnberg – Passau – Wien
Neue ICE L der Deutschen Bahn: Mehr Barrierefreiheit und schnellere Auslandsverbindungen
Der neue ICE L hat dabei gleich mehrere Vorteile gegenüber seinen Vorgängern. Unter anderem sorgt der Zug für mehr Barrierefreiheit im Zugverkehr: Auf den üblichen Bahnsteigen ist an jeder Zug ein stufenloser Einstieg möglich. Laut dem spanischen Hersteller Talgo ist das weltweit einzigartig. Daher hat der ICE auch seinen Namen bekommen, denn: Das „L“ in „ICE L“ steht für „Low Floor“ („niedriger Boden“). Im Vergleich zum ebenfalls noch recht neuen ICE 3neo verfügt der ICE L mit insgesamt 562 Sitzplätzen über deutlich mehr Kapazität für Fahrgäste.
Der erste vollständige #ICEL ist nun in Deutschland angekommen und auf dem Weg zum "Medizincheck". 😍 Es werden zahlreiche Tests am Zug und auf einer Teststrecke durchgeführt, damit der ICE L seine Zulassung bekommt. 🤝 Was sagt ihr zu unserem Neuzugang? pic.twitter.com/EyJa31wp8P
— Deutsche Bahn Personenverkehr (@DB_Bahn) July 13, 2023
Die Höchstgeschwindigkeit des neuen ICE L liegt bei 230 Kilometern pro Stunde. Das ist ein wenig langsamer als das aktuelle ICE 4-Modell, das mit 250 km/h unterwegs ist. Im Vergleich mit dem Vorgänger, dem ICE 3, ist der Unterschied noch einmal deutlich größer – dieser rauscht mit bis zu 320 km/h über die Gleise. Das liegt vor allem daran, dass der ICE L eine „Mehrsystemlok“ ist. Dadurch ist der Bahn-Verkehr auch über Auslandsgrenzen und ohne Lokwechsel möglich. So spart man laut der Deutschen Bahn rund 30 Minuten bei „grenzüberschreitenden Verbindungen“.
Wie sich der ICE der Deutschen Bahn über die Jahre verändert hat
Bereits im Februar 2019 hatte die Deutsche Bahn sich mit dem spanischen Hersteller Talgo auf zunächst 23 Züge des neuen ICE L verständigt. Im Mai 2023 stockte die Bahn noch einmal auf: 56 weitere Züge wurden bestellt, sodass insgesamt 79 ICE L bald für die Bahn im Betrieb sein sollen. Und das lässt sich das Verkehrsunternehmen einiges kosten: Allein die 56 Nachbestellungen kosten rund 1,4 Milliarden Euro, wie Talgo mitteilte. Das ist der größte Auftrag, den das Bahntechnikunternehmen jemals bekommen hat. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.