VonAmy Walkerschließen
Neurentner müssen mit weniger Geld auskommen. Besonders betroffen sind Männer, während Frauen eine gegenläufige Entwicklung erleben. Der Sozialverband fordert Reformen.
Berlin – Rentner, die im vergangenen Jahr in Rente gingen, erhalten einem Bericht zufolge durchschnittlich 100 Euro weniger als ihre Vorgänger. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie die Augsburger Allgemeine berichtete.
Bestandsrentner erhalten demnach durchschnittlich 1373 Euro, während die neuen Rentner nur 1275 Euro bekommen. Dies ist auf unterbrochene Erwerbsbiografien zurückzuführen, die durch die erhöhte Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren verursacht wurden.
Rente: Frauen bekommen aber im Schnitt mehr Geld
Fast ausschließlich Männer sind von dieser Entwicklung betroffen. Bei Frauen zeigt sich ein umgekehrter Trend: Neurentnerinnen erhalten durchschnittlich 910 Euro, das sind 20 Euro mehr als die Rentnerinnen im Bestand. Dies liegt wohl daran, dass Frauen heute viel häufiger arbeiten als in der Vergangenheit.
Michaela Engelmeier, die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland, äußerte Kritik an dem hohen Armutsrisiko im Alter. „Es kann nicht sein, dass sie ihr Leben lang in Vollzeit gearbeitet haben und im Alter Grundsicherung beantragen müssen, weil ihre Rente nicht reicht“, sagte Engelmeier der Augsburger Allgemeinen. Sie plädierte für eine Erwerbstätigenversicherung für alle, einschließlich Selbstständige, Beamte und Abgeordnete. Zudem sprach sie sich für ein Rentenniveau von 53 statt 48 Prozent aus.
Bundesregierung arbeitet an Reform mit der Aktienrente
Um die Rente zukunftsfester zu machen, möchte die Ampel-Regierung eine Aktienrente, das sogenannte „Generationenkapital“ etablieren. Damit würde die Regierung jedes Jahr bis 2035 Geld in einen Fonds einzahlen, der Renditen abwerfen soll, um die Rente in Teilen zu finanzieren.
In diesem Jahr sollen dafür zehn Milliarden Euro angelegt werden, 2024 dann zwölf Milliarden. Bis 2035 ist geplant, insgesamt 200 Milliarden Euro in das Generationenkapital gesteckt zu haben. Der Fonds würde das Geld vom Bund als Darlehen erhalten. Da den Ausgaben zusätzliche Rücklagen in gleicher Höhe gegenüberstehen, spielt dies für die Schuldenbremse im Grundgesetz keine Rolle.
Mit Material von AFP
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