Kaufkraft kaum beeinträchtigt

Studie: Dieser Altersgruppe machte die Inflation (fast) nichts aus - „Altersabhängige Steuer“

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Die Inflation wirkt sich auf alle Bürger aus – doch eine Studie zeigt, dass Menschen einer bestimmten Altersgruppe besonders leiden.

München – Die Inflation macht vor niemandem Halt, denn einkaufen müssen wir alle. Doch wie stark verschiedene Bevölkerungsschichten von der Teuerung betroffen sind, darauf wirft eine aktuelle Studie neues Licht. Ein Ergebnis: Junge Menschen sind von der Inflation weit weniger betroffen als alte.

Besonders schlimm war die Inflation der Studie zufolge für die über 65-Jährigen.

Viele junge Menschen trotzen der Inflation: Fast jeder zweite ohne Kaufkraftverlust

Forscher des University College London, der Universität Princeton und Ökonomen der Europäischen Zentralbank EZB haben sich für die Studie zusammengetan, um die Auswirkungen der massiven Inflation der Jahre 2021 und 2022 in Europa zu untersuchen.

Generationell gab es dabei große Diskrepanzen, das Alter wird gar als Hauptvariable genannt. Fast jeder zweite junge Mensch (zwischen 25 und 44 Jahren) kam demnach sogar ganz ohne Kaufkraftverlust durch die Inflationszeit. Um bis zu ein Prozent konnten sie sich beim real verfügbaren Einkommen verbessern.

Besonders schlimm war die Inflation der Studie zufolge für die über 65-Jährigen. Mehr als 90 Prozent dieser Menschen haben sich verschlechtert, büßten bis zu zehn Prozent ihrer bisherigen Kaufkraft ein. Die Studienautoren nennen die Inflation deshalb eine „altersabhängige Steuer“. Die Gründe liegen demnach beispielsweise an der Art und Weise des Besitzes.

Wer viel Erspartes hat, den trifft die Inflation mehr

Wer große Ersparnisse in nominellen Beträge besaß, wurde stärker getroffen als Menschen, die beispielsweise einen Hauskredit aufgenommen hatten und eine Erhöhung des Nominalgehalts durchsetzen konnten. Die Schuldenlast dieser (meist jungen) Menschen sank durch die Inflation. Auch von den politischen Abfederungsmaßnahmen wie der Gaspreisbremse profitierten vor allem junge Menschen. Ebenso fiel die Mindestlohnerhöhung, von der ebenfalls mehr junge Menschen profitieren, höher aus als die Inflation.

Auch die einzelnen Einkommensgruppen wurden untersucht, hier waren die Unterschiede aber vernachlässigbar. Grundsätzlich war die Inflation für die Deutschen ein herber Einschnitt. Immer mehr Bundesbürger brauchen mittlerweile Schuldnerberatung. Sie standen um vier Prozent schlechter da als zuvor, wenn man das reale verfügbare Einkommen als Grundlage nimmt. Gar acht Prozent schlechter stehen demnach die Italiener da. Ihr Land wurde hart von der Inflation getroffen.

Inflation: Pessimismus in Deutschland mit Blick auf das kommende Jahr 2024

Bei Menschen in Deutschland überwiegt einer Umfrage zufolge mit Blick auf das kommende Jahr Pessimismus. 95 Prozent der 1200 am ersten Adventssamstag befragten Konsumenten erwarten für 2024 eine Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage in Deutschland, wie die Management- und Technologieberatung BearingPoint am Dienstag (12. Dezember 2021) mitteilte.

Viele schätzen demnach die finanzielle Lage des eigenen Haushalts weiterhin kritisch ein. Etwa ein Drittel (32 Prozent) der am 2. Dezember Befragten ab 15 Jahren erwarten in diesem Bereich keine Verbesserung. 40 Prozent gehen sogar von einer weiteren Verschlechterung der eigenen finanziellen Lage aus. (cgsc mit dpa)

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