VonLisa Mayerhoferschließen
Bei der insolventen Backkette Lila Bäcker wurde ein vorläufiger Sachverwalter eingesetzt. Die gestiegenen Kosten durch den Ukraine-Krieg sollen das Unternehmen in eine Schieflage gebracht haben.
Neubrandenburg – Die insolvente Backkette Lila Bäcker hat einen vorläufigen Sachverwalter erhalten. Zuvor hat das Unternehmen im Oktober beim Amtsgericht Neubrandenburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Die Bäckerei wolle sich so laut Mitteilung neu ausrichten. Das Amtsgericht bestätigte den Eingang eines entsprechenden Antrags.
Lila Bäcker: Betrieb mit 230 Filialen und 1600 Mitarbeitern soll weiterlaufen
Die von Lila Bäcker gewählte Eigenverwaltung ist eine Variante des Insolvenzverfahrens, bei der es keinen Insolvenzverwalter, sondern einen sogenannten Sachwalter gibt, der das Verfahren begleitet und überwacht. Nach Angaben des Gerichts verwaltet das Unternehmen selbst das Verfahren. Das Unternehmen sei aber nicht zahlungsunfähig, sondern lediglich von der Zahlungsunfähigkeit bedroht, sagte ein Lila-Bäcker-Sprecher laut NDR. Man sei nun im Gespräch mit potenziellen Investoren.
Der Betrieb laufe in allen gut 230 Filialen und mit allen 1600 Mitarbeitern unverändert weiter. Die Unser Heimatbäcker Holding, die als Lila Bäcker firmiert, hat Filialen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Produziert wird in Pasewalk und Neubrandenburg, Logistikzentren gibt es zusätzlich in Gägelow bei Wismar und Großbeeren bei Berlin.
Lila Bäcker hatte schon 2019 Insolvenz angemeldet
In eine finanzielle Schieflage geriet Lila Bäcker laut eigenen Angaben durch die gestiegenen Kosten wegen des Ukraine-Krieges. Zudem würden sich die Kunden angesichts der Inflation zurückhalten. Schon die Corona-Pandemie hatte Lila Bäcker den Angaben zufolge Probleme bereitet.
Das 1990 gegründete Unternehmen zählt sich selbst zu den führenden Filialbäckereien in Deutschland. Lila Bäcker hatte Anfang 2019 mit rund 2500 Mitarbeitern und 400 Läden Insolvenz angemeldet und war dank Landesbürgschaft aus Schwerin im September 2019 mit 270 Filialen und 2100 Mitarbeitern neu gestartet.
Mit Material von dpa
