Konjunkturkrise

Deutscher Maschinenbauer in Familienhand muss Insolvenz anmelden

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Pechtl CNC-Frästechnik mit Sitz in Böbingen an der Rems (Ostalbkreis, Baden-Württemberg) hat Insolvenz angemeldet. (Symbolfoto)
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Die schwache Konjunktur trifft den Mittelstand in Deutschland hart. Ein Maschinenbau-Spezialist aus Baden-Württemberg meldet Insolvenz an.

Böbingen an der Rems – Nicht nur große Konzerne wie Bosch, der mit in der vergangenen Woche mit weiteren 13.000 geplanten Stellenstreichungen einen Job-Hammer verkündete, befinden sich in einer herausfordernden wirtschaftlichen Lage, sondern auch kleine Unternehmen im Mittelstand. Jüngstes Beispiel dafür ist die Pechtl CNC-Frästechnik GmbH aus Böbingen, die beim Amtsgericht Aalen Insolvenz angemeldet hat.

Der 1996 gegründete Spezialist für maßgeschneiderte CNC-Bearbeitung strebt eine Sanierung im Rahmen eines Verfahrens an. 13 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, während das Familienunternehmen gegen schwache Konjunktur, Auftragsrückgänge und hohe Kosten kämpft. Das Gericht bestellte Sanierungsexperte Florian Zistler von der bundesweit agierenden Anwaltskanzlei PLUTA zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

„Meine ersten Gespräche verliefen sehr konstruktiv. Die wichtigsten Kunden sind informiert und unterstützen die Betriebsfortführung“, berichtet Zistler nach seinem ersten Vor-Ort-Termin in einer Pressemitteilung. Der Geschäftsbetrieb läuft in vollem Umfang weiter, die Gehälter der 13 Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Gemeinsam mit Wirtschaftsjurist Dennis Stroh will er in den kommenden Wochen Sanierungsmaßnahmen prüfen.

Geschäftsführer Markus Pechtl nach Insolvenzanmeldung „zuversichtlich“ für langfristige Lösung

Hintergrund des Insolvenzantrags sind die Probleme, mit denen sich der deutsche Mittelstand konfrontiert sieht: Schwache Konjunktur, wegbrechende Aufträge und ein hohes Kostenniveau führten zu geringer Auslastung und Liquiditätsengpässen. Besonders betroffen sind Zulieferer der Automobilbranche, die zu den Hauptkunden von Pechtl gehört. Neben der Automotive-Industrie beliefert das Unternehmen auch Maschinenbau und Verpackungsindustrie.

„Wir müssen unser Unternehmen an die veränderten Bedingungen anpassen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine langfristige Lösung für unseren Betrieb finden“, betont Geschäftsführer Markus Pechtl trotz der schwierigen Lage. Das Familienunternehmen setzt auf jahrzehntelange Erfahrung sowie moderne Technologie, um komplexe Projekte von Prototypen bis zu Großserien umzusetzen und bietet sowohl Teilefräsen als auch Formenbau an.

Unsere Redaktion berichtete in der vergangenen Woche außerdem über einen weiteren Fall, der die Krise im Maschinenbau verdeutlicht: Ein Familienunternehmen aus Baden-Württemberg hat einen Stellenabbau angekündigt.

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