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Kampf um Seltene Erden: Das Machtspiel der Elite bei kritischen Rohstoffen

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Trump und Xi erzielen Seltene Erden-Vereinbarung. Deutschland verharrt in Abhängigkeit von China. Experten mahnen vor strategischen Risiken.

Berlin/Brüssel/Kigali/Peking/Washington/Tokio – Nach monatelangen Spannungen hat US-Präsident Donald Trump nach seinem Treffen mit Chinas Präsidenten Xi Jinping am 30. Oktober eine Einigung bei Streitthema Seltenen Erden verkündet. Die Vereinbarung gelte zunächst für ein Jahr und könne nach Verhandlungen um ein weiteres Jahr verlängert werden. Trump hoffe, dass der Begriff Seltene Erden „für eine Weile aus unserem Vokabular verschwindet“.

Parallel dazu unterzeichneten die USA und Japan zwei Tage zuvor ein Rahmenabkommen zur Sicherung der Versorgung mit kritischen Mineralien und Seltenen Erden. Die beiden Länder wollen „wirtschaftliche Politikinstrumente und koordinierte Investitionen“ nutzen, um „die Entwicklung diversifizierter, liquider und fairer Märkte für kritische Mineralien und Seltene Erden“ zu beschleunigen, heißt es in einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Etwa 20 Unternehmen aus Japan und den USA haben bereits Interesse an Investitionsprojekten im Rahmen eines versprochenen 550-Milliarden-Dollar-Investitionspakets gezeigt.

China nutzt Rohstoffmacht als strategische Waffe: Trump verkündet Durchbruch

China baut etwa 70 Prozent der seltenen Erden weltweit ab, und verarbeitet dazu mehr als 90 Prozent der auf dem Weltmarkt angebotenen Seltenen Erden und hat diese Dominanz als Verhandlungshebel eingesetzt. Seit April verlangt die Volksrepublik ein kompliziertes und langwieriges Antragsverfahren für den Export von sieben wichtigen Rohstoffen:

  • Samarium – unverzichtbar für Permanentmagnete
  • Gadolinium – verwendet in verschiedenen Hochtechnologieanwendungen
  • Terbium – wichtig für Magnete und Leuchtstoffe
  • Dysprosium – essentiell für Hochleistungsmagnete
  • Lutetium – seltenstes und teuerstes Seltene-Erde-Element
  • Scandium – verwendet in Legierungen und Brennstoffzellen
  • Yttrium – wichtig für Leuchtstoffe und Supraleiter

Zusätzlich waren im Oktober fünf weitere Seltene Erden der Exportkontrolle unterstellt: Holmium, Erbium, Thulium, Europium und Ytterbium. Damit waren zwölf der insgesamt 17 Seltenen Erden von chinesischen Exportkontrollen betroffen. Jedes dieser Elemente hat bestimmte Eigenschaften, die sie in bestimmten Produkten unverzichtbar machen. Peking argumentiert, man wolle verhindern, dass Materialien, die auch für die Rüstungsindustrie wichtig sind, ungenehmigt für militärische Zwecke verwendet werden.

Essenziell für Energie und Wirtschaft: Deutschlands gefährliche Abhängigkeit von Seltenen Erden

Die Grünen-Chefin Franziska Brantner warnt in einem Gespräch mit Wirtschaftswoche: „Hier werden wirtschaftliche Verflechtungen als Waffe eingesetzt. Es geht um die Sicherheit unserer Wirtschaft und auch unserer Gesellschaft“. China fordere mittlerweile sogar Betriebsgeheimnisse im Tausch für Lieferlizenzen. Während China global bei der Förderung dominiert, kontrollieren die USA und Myanmar laut Eurasia Group nur zwölf Prozent beziehungsweise acht Prozent der weltweiten Extraktion. Und während die USA und Japan strategische Partnerschaften schmieden, bleibt Deutschland in einer prekären Lage.

Seltene Erden stecken in Bildschirmen von Smartphones, Elektromotoren, Halbleitern, Windkrafträdern und Turbinen. Wer die kritischen Rohstoffe kontrolliert, bestimmt die Regeln des globalen Wirtschaftsspiels. „Jeder Bildschirm, jede Drohne, alle Chips und Batterien benötigen einiges von diesen Seltenen Erden“, erklärt Brantner. Die Risiken sind beträchtlich: Ein Lieferstopp könnte auch die Rüstungsproduktion in Deutschland ausbremsen. In einem Kampfjet stecken angeblich bis zu 400 Kilogramm Seltene Erden. Brantner fordert daher eine strategische Rohstoff-Reserve unter Regie des Verteidigungsministeriums.

Diese Länder besitzen die wertvollsten Rohstoffe der Erde

Platz 20: Peru ist reich an Bodenschätzen, insbesondere an mineralischen Rohstoffen wie Kupfer, Silber, Gold, Zink, Blei und Zinn. Weltweit gehört das südamerikanische Land zu den größten Förderern dieser Metalle. Darüber hinaus verfügt Peru über Vorkommen an Erdöl, Erdgas, Holz und landwirtschaftlichen Produkten. Geschätzter Wert: 1,10 Billionen US-Dollar
Platz 20: Peru ist reich an Bodenschätzen, insbesondere an mineralischen Rohstoffen wie Kupfer, Silber, Gold, Zink, Blei und Zinn. Weltweit gehört das südamerikanische Land zu den größten Förderern dieser Metalle. Darüber hinaus verfügt Peru über Vorkommen an Erdöl, Erdgas, Holz und landwirtschaftlichen Produkten. Geschätzter Wert: 1,10 Billionen US-Dollar. © tifonimages via imago-images.de
Platz 19: Chile ist reich an Rohstoffen, insbesondere an Kupfer und Lithium – und weltweit ein führender Produzent dieser Materialien, die für die Energiewende entscheidend sind. Weitere wichtige Rohstoffe sind Molybdän, Gold, Silber, Eisen und Nitrate. Die tragende Säule der chilenischen Wirtschaft ist der Bergbau. Geschätzter Wert: 1,5 Billionen US-Dollar.
Platz 19: Chile ist reich an Rohstoffen, insbesondere an Kupfer und Lithium – und weltweit ein führender Produzent dieser Materialien, die für die Energiewende entscheidend sind. Weitere wichtige Rohstoffe sind Molybdän, Gold, Silber, Eisen und Nitrate. Die tragende Säule der chilenischen Wirtschaft ist der Bergbau. Geschätzter Wert: 1,5 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Lucas Aguayo Araos
Platz 18: Norwegen verfügt über reiche Rohstoffvorkommen an Erdöl und Erdgas sowie mineralische Rohstoffe wie Eisenerz, Kupfer, Zink und Titan. Das Land hat auch bedeutende Vorkommen an kritischen Rohstoffen für die Energiewende, wie Kobalt, Lithium, Nickel und Seltene Erden. Geschätzter Wert: 1,98 Billionen US-Dollar
Platz 18: Norwegen verfügt über reiche Rohstoffvorkommen an Erdöl und Erdgas sowie mineralische Rohstoffe wie Eisenerz, Kupfer, Zink und Titan. Das Land hat auch bedeutende Vorkommen an kritischen Rohstoffen für die Energiewende, wie Kobalt, Lithium, Nickel und Seltene Erden. Geschätzter Wert: 1,98 Billionen US-Dollar. © Uwe Moser/Imago
Platz 17: Indonesien verfügt über reiche Rohstoffvorkommen, darunter Kohle, Kupfer, Gold, Zinn und Bauxit. Das asiatische Land ist besonders als Weltmarktführer bei der Nickelproduktion (im Bild) und für die Batterieherstellung wichtig. Geschätzter Wert: 2,13 Billionen US-Dollar
Platz 17: Indonesien verfügt über reiche Rohstoffvorkommen, darunter Kohle, Kupfer, Gold, Zinn und Bauxit. Das asiatische Land ist besonders als Weltmarktführer bei der Nickelproduktion (im Bild) und für die Batterieherstellung wichtig. Geschätzter Wert: 2,13 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Hariandi Hafid
Platz 16, Kasachstan: Der Rohstoffreichtum ist ein zentraler Pfeiler der Wirtschaft. Das Land verfügt über eine reiche Auswahl an Rohstoffen, darunter Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran und eine Vielzahl von Metallen wie Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Chrom und Silber. Geschätzter Wert: 9,10 Billionen US-Dollar
Platz 16, Kasachstan: Der Rohstoffreichtum ist ein zentraler Pfeiler der Wirtschaft. Das Land verfügt über eine reiche Auswahl an Rohstoffen, darunter Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran und eine Vielzahl von Metallen wie Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Chrom und Silber. Geschätzter Wert: 9,10 Billionen US-Dollar. © Cavan Images/IMAGO
Platz 15, Südafrika: Große Muldenkipper transportieren Platin-Palladium-Erz zur Verarbeitung. Das Land besitzt die weltweit größten Vorkommen an Platinmetallen, Chrom, Mangan und Vanadium. Weitere wichtige Rohstoffe sind Gold, Kohle, Diamanten, Eisenerz und Titan. Geschätzter Wert: 9,50 Billionen US-Dollar.
Platz 15, Südafrika: Große Muldenkipper transportieren Platin-Palladium-Erz zur Verarbeitung. Das Land besitzt die weltweit größten Vorkommen an Platinmetallen, Chrom, Mangan und Vanadium. Weitere wichtige Rohstoffe sind Gold, Kohle, Diamanten, Eisenerz und Titan. Geschätzter Wert: 9,50 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Zoonar.com
Platz 14: DR Kongo. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Der Kongo verfügt über reichhaltige Vorkommen mineralischer Rohstoffe. Dazu zählen Kobalt, Kupfer, Zink, Silber, Diamanten, Germanium, Uran sowie die sogenannten Konfliktminerale Zinn, Tantal/Coltan, Wolfram und Gold. Geschätzter Wert: 10,8 Billionen US-Dollar
Platz 14: DR Kongo. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Der Kongo verfügt über reichhaltige Vorkommen mineralischer Rohstoffe. Dazu zählen Kobalt, Kupfer, Zink, Silber, Diamanten, Germanium, Uran sowie die sogenannten Konfliktminerale Zinn, Tantal/Coltan, Wolfram und Gold. Geschätzter Wert: 10,8 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Zheng Yangzi
Platz 13, Nigeria: Ölplattform in der Hauptstadt Lagos. Das afrikanische Land verfügt über viele Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas, aber auch große Vorkommen landwirtschaftlicher Güter (Soja, Kakao, Sesam) und mineralischer Bodenschätze (Diamanten, Gold, Eisenerz, Bauxit, Tantal). Geschätzter Wert: bis zu 11,2 Billionen US-Dollar
Platz 13, Nigeria: Ölplattform in der Hauptstadt Lagos. Das afrikanische Land verfügt über viele Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas, aber auch große Vorkommen landwirtschaftlicher Güter (Soja, Kakao, Sesam) und mineralischer Bodenschätze (Diamanten, Gold, Eisenerz, Bauxit, Tantal). Geschätzter Wert: bis zu 11,2 Billionen US-Dollar. © Joerg Boethling/Imago
Platz 12: Vereinigte Arabische Emirate (VAE). Die wichtigsten Rohstoffe sind Erdöl und Erdgas, die für den Großteil des Wohlstands des arabischen Landes verantwortlich sind. Daneben verfügen die Emirate über weitere Ressourcen wie Sand, Gestein, Kalkstein, Mergel und Gips, die vor allem im Baugewerbe eingesetzt werden. Geschätzter Wert: 12,6 Billionen US-Dollar
Platz 12: Vereinigte Arabische Emirate (VAE). Die wichtigsten Rohstoffe sind Erdöl und Erdgas, die für den Großteil des Wohlstands des arabischen Landes verantwortlich sind. Daneben verfügen die Emirate über weitere Ressourcen wie Sand, Gestein, Kalkstein, Mergel und Gips, die vor allem im Baugewerbe eingesetzt werden. Geschätzter Wert: 12,6 Billionen US-Dollar. © Pond5 Images/Imago
Platz 11: Katar verfügt hauptsächlich über die drittgrößten Erdgas- und Erdölreserven der Welt und ist ein führender Exporteur von Flüssigerdgas (LNG). Die Wirtschaft des arabischen Landes ist stark von fossilen Brennstoffen abhängig, die rund 85 % der Exporterlöse ausmachen. Geschätzter Wert: bis zu 13,5 Billionen US-Dollar
Platz 11: Katar verfügt hauptsächlich über die drittgrößten Erdgas- und Erdölreserven der Welt und ist ein führender Exporteur von Flüssigerdgas (LNG). Die Wirtschaft des arabischen Landes ist stark von fossilen Brennstoffen abhängig, die rund 85 Prozent der Exporterlöse ausmachen. Geschätzter Wert: bis zu 13,5 Billionen US-Dollar. © IMAGO/NOUSHAD
Platz 10, Venezuela: Ölplattform in Maracaibo. Das südamerikanische Land verfügt über reichhaltige Rohstoffe, wobei Erdöl und Erdgas die wichtigsten sind und den Großteil der Exporte ausmachen. Darüber hinaus besitzt das Land beträchtliche, aber oft ungenutzte Vorkommen an Eisenerz, Bauxit, Gold und Lithium. Geschätzter Wert: 14,300 Billionen US-Dollar
Platz 10, Venezuela: Das südamerikanische Land verfügt über reichhaltige Rohstoffe, wobei Erdöl und Erdgas die wichtigsten sind und den Großteil der Exporte ausmachen. Darüber hinaus besitzt das Land beträchtliche, aber oft ungenutzte Vorkommen an Eisenerz, Bauxit, Gold und Lithium. Geschätzter Wert: 14,300 Billionen US-Dollar. © ZUMA Press Wire/Imago
Platz 9, Irak: Ein vom norwegischen Unternehmen DNO in der Nähe des Distrikts Zakho betriebenes Ölfeld. Der Irak ist reich an Rohstoffen, die hauptsächlich auf Erdöl und Erdgas konzentriert sind und den Großteil der Staatseinnahmen ausmachen. Geschätzter Wert: 15,900 Billionen US-Dollar
Platz 9, Irak: Ein vom norwegischen Unternehmen DNO in der Nähe des Distrikts Zakho betriebenes Ölfeld. Der Irak ist reich an Rohstoffen, die hauptsächlich auf Erdöl und Erdgas konzentriert sind und den Großteil der Staatseinnahmen ausmachen. Geschätzter Wert: 15,900 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Ismael Adnan Yaqoob
Platz 8: Australien (im Bild die Super-Pit-Goldmine in Westaustralien) verfügt laut der deutschen Rohstoffagentur über die weltweit größten Reserven an Blei, Zink, Nickel und Gold sowie an Rutil und Zirkon. Große Reserven an weiteren Bodenschätzen liegen ebenfalls in Australien. Geschätzter Wert: 19,900 Billionen US-Dollar
Platz 8: Australien (im Bild die Super-Pit-Goldmine in Westaustralien) verfügt laut der deutschen Rohstoffagentur über die weltweit größten Reserven an Blei, Zink, Nickel und Gold sowie an Rutil und Zirkon. Große Reserven an weiteren Bodenschätzen liegen ebenfalls in Australien. Geschätzter Wert: 19,900 Billionen US-Dollar. © McPHOTO/B. Leitner/Imago
Platz 7, Brasilien: Güterzug mit Eisenerz nahe Cacapava (Staat São Paulo). Das Land zählt zu den weltweit größten Produzenten von Erzen und Mineralien wie Eisenerz, Niob und Mangan. Zudem gibt es bedeutende Vorkommen an Graphit, Kupfer, Zinn, Gold und seltenen Erden. Geschätzter Wert: 21,800 Billionen US-Dollar.
Platz 7, Brasilien: Güterzug mit Eisenerz nahe Cacapava (Staat São Paulo). Das Land zählt zu den weltweit größten Produzenten von Erzen und Mineralien wie Eisenerz, Niob und Mangan. Zudem gibt es bedeutende Vorkommen an Graphit, Kupfer, Zinn, Gold und seltenen Erden. Geschätzter Wert: 20 Billionen US-Dollar. © Fotoarena/Imago
Platz 6, China: Yuncheng-Salzsee, eine der größten Quellen für Natriumsulfat. China verfügt über reiche Vorkommen an weiteren Rohstoffen wie Kohle, Erdöl, Erdgas und metallischen Erzen. Dazu kommen Seltene Erden. Geschätzter Wert: 23,000 Billionen US-Dollar
Platz 6, China: Yuncheng-Salzsee, eine der größten Quellen für Natriumsulfat. China verfügt über reiche Vorkommen an weiteren Rohstoffen wie Kohle, Erdöl, Erdgas und metallischen Erzen. Dazu kommen Seltene Erden. Geschätzter Wert: 23,000 Billionen US-Dollar. © IMAGO/CFOTO
Platz 5, Iran: South-Pars-Gasfeld in Assaluyeh in der Provinz Buschehr. Erdöl und Erdgas sind die wichtigsten Einnahmequellen. Zudem gibt es Vorkommen an Kohle, Kupfer, Chrom, Eisen, Blei, Zink und Uran. Geschätzter Wert: 27,300 Billionen US-Dollar
Platz 5, Iran: South-Pars-Gasfeld in Assaluyeh in der Provinz Buschehr. Erdöl und Erdgas sind die wichtigsten Einnahmequellen. Zudem gibt es Vorkommen an Kohle, Kupfer, Chrom, Eisen, Blei, Zink und Uran. Geschätzter Wert: 27,300 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Iranian Presidency
Platz 4, Kanada: Ölquelle im Südwesten von Saskatchewan. Uran, Zink und Gas sind weitere Bodenschätze des nördlichen US-Nachbarn. Geschätzter Wert: 33,200 Billionen US-Dollar
Platz 4, Kanada: Ölquelle im Südwesten von Saskatchewan. Uran, Zink und Gas sind weitere Bodenschätze des nördlichen US-Nachbarn. Geschätzter Wert: 33,200 Billionen US-Dollar. © IMAGO/imageBROKER/Cliff LeSergent
Platz 3: Saudi-Arabien ist reich an Rohstoffen, Erdöl und Erdgas bilden die wirtschaftliche Grundlage und machen rund ein Fünftel der weltweiten Reserven aus. Auch Gold, Phosphat, Kupfer und Zink spielen eine Rolle. Geschätzter Wert: 34,400 Billionen US-Dollar
Platz 3, Saudi-Arabien: Das Land ist reich an Rohstoffen. Erdöl und Erdgas bilden die wirtschaftliche Grundlage und machen rund ein Fünftel der weltweiten Reserven aus. Auch Gold, Phosphat, Kupfer und Zink spielen eine Rolle. Geschätzter Wert: 34,400 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Zoonar.com/Maksym Yemelyanov
Platz 2, USA: Erdgas-Bohranlage mit amerikanischer Flagge – auch Kupfer und Gold zählen zu den wichtigsten Rohstoffen des Landes. Geschätzter Wert: 45,000 Billionen US-Dollar
Platz 2, USA: Erdgas-Bohranlage mit amerikanischer Flagge – auch Kupfer und Gold zählen zu den wichtigsten Rohstoffen des Landes. Geschätzter Wert: 45,000 Billionen US-Dollar. © IMAGO/Zoonar.com/Michael Turner
Platz 1 geht an Russland: Die Lagerstätten von Jakowlewskoje enthalten schätzungsweise über neun Milliarden Tonnen eisenreiches Erz. Auch mit Zink, Gold und Gas verdient Russland viel Geld. Geschätzter Gesamtwert: 75,700 Billionen US-Dollar
Platz 1 geht an Russland: Die Lagerstätten von Jakowlewskoje enthalten schätzungsweise über neun Milliarden Tonnen eisenreiches Erz. Auch mit Zink, Gold und Gas verdient Russland viel Geld. Geschätzter Gesamtwert: 75,700 Billionen US-Dollar. © Anton Vergun/IMAGO

Politisches Versagen beim Rohstofffonds: Welche Alternativen hat Deutschland?

Deutschland hat bereits vor über 15 Jahren Schwierigkeiten mit der Rohstoffversorgung erlebt. Eine Initiative des Bundesverbands der Deutschen Industrie verlief jedoch im sprichwörtlichen Sande, als die Preise wieder sanken und Unternehmen sich weiter auf billiges Material aus China verließen. „Dann gingen die Preise wieder runter und die Unternehmen haben nicht anderswo investiert; sich weiter auf China verlassen“, kritisiert Brantner rückblickend.

Der von der Ampel-Regierung eingerichtete Rohstofffonds mit einer Milliarde Euro steht bereit, kommt aber nicht voran . „Das Bundesfinanzministerium scheint in der engen Haushaltslogik zu denken, dass sich Investitionen schnell rechnen müssen“, kritisiert Brantner . Ein Scheitern des Fonds wäre „ein fatales Signal für den Standort Europa“ . Der Fonds war gerade eingerichtet und startklar, als die Ampel-Regierung vorzeitig zu Ende ging .

Experten sehen verschiedene Wege aus der chinesischen Abhängigkeit. Unternehmen könnten ihren Einkauf bündeln und branchenübergreifend zusammenarbeiten, um bessere Konditionen zu erzielen. „Die Länder, die Seltene Erden abbauen, sind maximal dankbar, wenn wir sie auch unterstützen könnten, weiterverarbeitende Anlagen zu schaffen“, erklärt Brantner. Diese Länder seien willens und hätten oft das nötige Wissen, aber nicht alle Technologien und vor allem nicht die Investitionen.

Bis zu 43 Millionen Tonnen: Deutschlands Lithium-Hoffnung liegt in der Altmark

Während Deutschland bei Seltenen Erden nahezu vollständig von Importen abhängig ist, gibt es bei anderen kritischen Rohstoffen erste Hoffnungsschimmer. Das Unternehmen Neptune Energy hat in der Altmark in Sachsen-Anhalt ein bedeutendes Lithium-Vorkommen entdeckt. Mit geschätzten 43 Millionen Tonnen Lithiumkarbonatäquivalent handelt es sich laut Neptune Energy um „eine der größten projektbezogenen Lithium-Ressourcen der Welt“.

Das Unternehmen setzt auf ein umweltschonendes Verfahren der direkten Lithiumextraktion aus Tiefenwasser – ohne Tagebau und Verdunstungsbecken. Der weltweite Lithium-Bedarf dürfte durch die Elektromobilität bis 2035 mindestens dreimal so hoch werden. Allerdings stößt die Förderung auf Widerstand von Experten, die vor möglichen Umweltbelastungen wie Tiefwasserproblemen oder Grubenschäden warnen. Dennoch könnte das Altmark-Projekt künftig einen wichtigen Beitrag zur deutschen und europäischen Versorgung mit kritischen Rohstoffen leisten und die Abhängigkeit von problematischen Lieferketten reduzieren.

Alternativen zum Import-Zwang: Recycling als ungenutztes Potenzial

In Europa finden sich aber noch andere Potenziale: Einige Metallrohstoffe finden sich in Nordschweden oder im Erzgebirge. Zwar kommen Seltene Erden – anders als ihr Name vermuten lässt – nicht unbedingt selten vor, jedoch besteht die Herausforderung darin, sie in ausreichend hoher Konzentration zu finden, um sie kosteneffizient zu fördern. In China kommen die Bodenschätze häufig vor, doch ihre Gewinnung ist aufwendig und meist umweltschädigend.

Experten sehen daher im Recycling einen wichtigen Baustein für mehr Unabhängigkeit. Die Recyclingquoten seien jedoch noch sehr gering. Grünen-Chefin Brantner warnt, dass China sogar deutschen Elektroschrott aufkaufe und damit eine weitere Rohstoffquelle abgrabe. „Die Bundesregierung müsste aber auch dafür sorgen, dass China nicht etwa unseren Elektroschrott aufkauft und uns diese Quelle auch noch abgräbt“, erklärt sie und fordert gezielte Exportverbote.

Deal-Maker Trump und Japans neue Premierministerin Sanae Takaichi – Deutschland und Europa sollten schnell handeln, um nicht dauerhaft zum Spielball fremder Interessen zu werden.

Europas Rohstoff-Dilemma: Westliche Doppelmoral bei Rohstoffbeschaffung

Während Europa China für seine Rohstoffpolitik kritisiert, zeigt das Beispiel Ruanda die eigene Doppelmoral auf. Laut Andy Storey, ehemaliger Dozent für politische Ökonomie am University College Dublin, hat die Europäische Union mit Ruandas Regierung ein Abkommen ausgehandelt, um den Abbau von Rohstoffen zu erleichtern – obwohl es klare Hinweise darauf gibt, dass dies zur Ausbeutung der natürlichen Rohstoffe der benachbarten Demokratischen Republik Kongo (DRK) führt.

Die EU stellte Ruanda über 900 Millionen Euro für die Rohstoffgewinnung zur Verfügung, obwohl ein großer Teil dieser „ruandischen“ Rohstoffgewinnung systematischer Diebstahl von Mineralien aus der DRK ist. Der belgische Europaabgeordnete Marc Botenga erklärt laut Jacobin: „Wir wissen, dass sich ruandische Soldaten auf kongolesischem Boden befinden, um bestimmte natürliche Ressourcen zu stehlen und zu plündern. Die Vereinbarung mit Ruanda bestärkt diese Truppen noch in ihrem Handeln.“ Während Donald Trumps Versuche, den USA Zugang zu natürlichen Rohstoffen zu verschaffen, als „besonders aggressiv“ kritisiert werden, kann Europa laut Jacobin „angesichts seiner eigenen Haltung gegenüber der DRK kaum behaupten, moralisch besser zu handeln.“

Rohstoffpolitik als Machtinstrument: Internationale Vorbilder und deutsche Blockaden

Japan zeigt, wie erfolgreiche Rohstoffpolitik aussehen kann: „In Japan verdient der Staat mit genau solchen Beteiligungen Geld“, erklärt Franziska Brantner. Dort werde investiert, obwohl es keine absolute Gewissheit gebe, ob man in zehn Jahren mit bestimmten Rohstoffen noch Geld verdienen könne. „Kritische Rohstoffe werden langfristig gebraucht, egal für welche Produkte“, betont die Grünen-Politikerin.

In Deutschland hingegen blockiert offenbar das Finanzministerium notwendige Investitionen. Brantner sieht die Hauptverantwortung beim Bundeskanzler Friedrich Merz: „Es braucht wohl den Kanzler, der klar vorgeben sollte, dass wir in Rohstoffe investieren und uns strategisch absichern müssen“. Ein solches Bekenntnis sei von Merz bisher nicht gekommen, obwohl er sich als Außen- und Wirtschaftskanzler verstehe. (ls)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Anadolu Agency

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