- VonNicola de Paolischließen
Die Papiermaschinen der Papierfabrik in Ober-Schmitten sind inaktiv. Nach nahezu zwei Jahrhunderten stellt die Firma den Betrieb ein.
Nidda – Nach fast zwei Jahrhunderten endet die Papierproduktion der Spezialpapierfabrik Ober-Schmitten in Nidda. Die letzte Papiermaschine wurde im Januar abgeschaltet und die Insolvenzabwicklung läuft, berichtet die Frankfurter Neue Presse. Schon im Juni sollen die Papiermaschinen und weiteres Zubehör versteigert werden.
Das Ende hatte sich seit längerem abgezeichnet. Nachdem der Standort bereits im Jahr 2023 vor der Insolvenz stand, hatte die türkische İŞ Holding die Fabrik von dem amerikanischen Konzern Glatfelter übernommen und neue Investitionen angekündigt. Doch die Insolvenz ließ sich nicht aufhalten. Es gab zwar Pläne für eine Sanierung, doch die rund 190 Arbeitsplätze konnte damit nicht gerettet werden. Die Produktion war noch einige Monate aufrechterhalten worden, um vorhandene Aufträge abzuarbeiten. Doch ein Käufer für den Betrieb ließ sich nicht finden. Als ein Grund für die Insolvenz wurde die wirtschaftliche Gesamtlage angegeben.
Die Traditionsbetrieb hat eine fast zweihundert Jahre alte Geschichte, berichtet die Hessenschau: Seit 1828 wurde in der Fabrik im Niddaer Ortsteil Ober-Schmitten hochwertiges Spezialpapier produziert, das weltweit zum Einsatz kam. Neben dem sogenannten elektronischen Papier lag ein weiterer Schwerpunkt auf Pergamyn-Papier aus hochveredeltem Zellstoff, das an Butterbrot- oder Bastelpapier erinnert und für Lebensmittelverpackungen verwendet wird.
Im Juni 2025 können Interessenten das zu versteigernde mobile Anlagevermögen laut dem Verwertungsunternehmen HT besichtigen. Es werden unter anderem verschiedene Papiermaschinen, Rollenschneider, eine Gegendruckdampfturbine und weiteres Equipment versteigert. Dazu zählt auch Werkstatt- und Büroausstattung.
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