Anpassungen bei BSH

Stellenabbau bei Bosch betrifft offenbar auch Tochter-Unternehmen

  • schließen

Technologiekonzern Bosch hat jüngst einen Stellenabbau in mehreren Sparten angekündigt. Offenbar ist auch die Haushaltsgerätetochter betroffen.

Stuttgart - Der Technologiekonzern Bosch hat zu Beginn des Jahres im mit Abstand umsatzstärksten Geschäftsbereich, der Automotive-Sparte, einen deutlichen Stellenabbau angekündigt, der vorrangig Standorte in Baden-Württemberg betreffen wird. Wenig später wurde bekannt, dass Bosch auch im Werkzeugbereich Personaleinsparungen plant. Der Stuttgarter Konzern ist zwar der weltweit größte Autozulieferer, daneben aber auch in vielen anderen Bereichen aktiv. Eine Sparte, die bei Bosch von der Tochter BSH bedient wird, hat seit einiger Zeit massive Probleme.

Durch die Energiekrise und die hohen Kosten ist die Kundennachfrage deutlich gesunken, was sich auf den Bereich der Haushaltsgeräte deutlich auswirkt. Der Hersteller Miele hat nach übereinstimmenden Medienberichten jüngst einen drastischen Stellenabbau am Hauptsitz in Gütersloh angekündigt, und offenbar trifft es auch die Bosch-Tochter BSH. Den Stuttgarter Nachrichten (StN) zufolge sollen beim Unternehmen „Anpassungen von Personalstrukturen und Personalkosten“ vorgenommen werden. Im vergangenen Jahr hatte die Bosch-Tochter erklärt, trotz Kostendrucks und Inflation an den deutschen Standorten festhalten zu wollen.

Bosch-Tochter BSH leidet unter Bauflaute und dem Ende der Corona-Sonderkonjunktur

Das Unternehmen BSH wurde ursprünglich als Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Siemens gegründet und ist seit 2015 ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des schwäbischen Weltkonzerns. Neben Bauknecht aus Stuttgart und Miele aus Gütersloh gilt BSH als wichtigster deutscher Hersteller von Hausgeräten, aktuell leidet die Branche aber massiv unter den Folgen der Baukrise, durch die der Bedarf an Neubauküchen massiv gesunken ist. Wie eine BSH-Sprecherin gegenüber den StN erklärte, macht dem Unternehmen zudem noch das Ende der Corona-Sonderkonjunktur zu schaffen.

Name BSH Haushaltsgeräte GmbH
Gründung 1967
Hauptsitz München, Bayern
MutterkonzernRobert Bosch GmbH
Branche Haushaltsgeräte
Produkte Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Geschirrspüler, Backöfen, Waschmaschinen, Trockner, Staubsauger und weitere Küchen- und Haushaltsprodukte.
Mitarbeiter rund 63.000 (2022)
Umsatz 15,9 Milliarden Euro (2022)
Standorte in Baden-Württemberg Bretten (Kreis Karlsruhe), Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim)

Während bei Miele 2.000 Arbeitsplätze vor dem Aus stehen sollen und Mutterkonzern Bosch innerhalb kürzester Zeit einen Abbau von über 3.000 Stellen angekündigt hat, steht der Umfang der Personalanpassungen bei BSH noch nicht fest. Dieser werde derzeit mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt, so die Sprecherin. Die derzeitigen weltwirtschaftlichen Herausforderungen haben BSH bereits im vergangenen Jahr zur Senkung von Personalkosten gezwungen, unter anderem wurde am Standort im schwäbischen Giengen an der Brenz zeitweise Kurzarbeit eingeführt.

Stellenabbau bei BSH: Wie sehr Standorte in Baden-Württemberg betroffen sein werden, nicht abzusehen

Dass angesichts der vielfältigen Herausforderungen auch BSH Einsparungen vornehmen muss, ist wenig verwunderlich. „Wie sich die Zahl der Mitarbeitenden entwickeln wird, kann ich nicht prognostizieren“, hatte Geschäftsführer Matthias Metz bereits im vergangenen Jahr gegenüber der WirtschaftsWoche erklärt. Da der Umfang der Personalanpassungen bei BSH noch nicht feststeht, lässt sich auch noch nicht absehen, wie stark die beiden Standorte in Baden-Württemberg betroffen sein werden.

Bei Bosch-Tochter BSH sollen offenbar Anpassungen beim Personal vorgenommen werden. Auch der Konzern selbst hat jüngst einen deutlichen Stellenabbau in mehreren Sparten verkündet.

In Bretten bei Karlsruhe produzieren rund 1.300 Mitarbeiter Elektroherde und Dunstabzugshauben der Marke Neff, in Giengen an der Brenz sind rund 2.600 Personen angestellt, die Kühl- und Gefriergeräte fertigen. Neben Bosch, Siemens und Neff gehört auch die traditionsreiche Marke Gaggenau zu BSH. Das Unternehmen Gaggenau wurde 1683 in der gleichnamigen Stadt im Schwarzwald gegründet und ist damit das wohl älteste Industrieunternehmen Baden-Württembergs.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Jürgen Heinrich

Kommentare