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Beim Maschinenbauer Liebherr macht sich die Krise der Baubranche weiterhin bemerkbar. An einem Standort in Baden-Württemberg wurde erneut Kurzarbeit angemeldet.
Ochsenhausen - Der inzwischen in der Schweiz ansässige Baumaschinenhersteller Liebherr bekommt seit einiger Zeit die Krise der Baubranche mit voller Wucht zu spüren und hat entsprechende Maßnahmen ergriffen. Am Standort in Biberach an der Riß (Baden-Württemberg) sind 1.000 Mitarbeiter seit Januar in Kurzarbeit, was Liebherr Ende August nochmal deutlich verlängert hatte. Am Hausgeräte-Standort von Liebherr in Ochsenhausen im Landkreis Biberach waren bereits seit Oktober 2023 rund 1.350 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Dort wird die Maßnahme einem Bericht zufolge nun erneut eingeführt.
Als Hersteller von großen Baumaschinen und Kränen ist die Liebherr-Gruppe wie bereits erwähnt von der aktuellen Krise in der Baubranche betroffen. Die Kaufzurückhaltung sowie anhaltend steigende Kosten in nahezu allen Bereichen wirken sich aber auch auf den Absatz von Haushaltsgeräten aus. Kürzlich hatte deshalb auch die Bosch-Haushaltsgerätetochter BSH an einem Standort in Baden-Württemberg für 1.500 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, soll die erneute Maßnahme bei Liebherr in Ochsenhausen bis Ende des Jahres gelten.
Liebherr führt am Haushaltsgeräte-Standort Ochsenhausen bis Jahresende Kurzarbeit an
Während am wichtigen Kran-Standort in Biberach die Kurzarbeit deutlich verlängert wurde, hatte Liebherr die Maßnahme in Ochsenhausen im März vorerst beendet. Wie eine Sprecherin des Konzerns der Schwäbischen Zeitung bestätigte, wird die Kurzarbeit ab November aber wieder eingeführt. Bis Ende des Jahres soll demnach in unterschiedlicher Auslastung die gesamte Belegschaft des Hausgeräte-Standorts betroffen sein. Laut Unternehmensangaben sind in Ochsenhausen rund 2.000 Menschen für den Maschinenbauer tätig. Liebherr hatte jüngst auch am Gründungsort Kirchheim an der Iller Kurzarbeit angemeldet.
| Name | Liebherr-International S.A. |
| Gründung | 1949 in Kirchheim an der Iller, Baden-Württemberg |
| Sitz | Bulle, Kanton Freiburg, Schweiz |
| Branche | diverse (Maschinenbau, Fahrzeugbau, Haushaltsgeräte und weitere) |
| Mitarbeiter | 51.321 |
| Umsatz | 12,6 Milliarden Euro |
Mit der Maßnahme der Kurzarbeit können Unternehmen auf eine temporäre Überkapazität reagieren und somit drastischere Maßnahmen wie im schlimmsten Fall einen Abbau von Arbeitsplätzen vermeiden. Aufgrund der vielfältigen wirtschaftlichen Herausforderungen haben in diesem Jahr viele Firmen unterschiedlicher Branchen auf das Instrument zurückgegriffen. Eine große Besserung der Lage ist auch zum Jahresende nicht in Sicht. Einer aktuellen Meldung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stuttgart zufolge klagen 36 Prozent der Maschinenbauunternehmen in der Region über eine schlechte Auftragslage.
Liebherr in Ochsenhausen: Umfang und Bedarf der Kurzarbeit im neuen Jahr noch unklar
Da die Auftragslage stark von der wirtschaftlichen Situation abhängt, ist die Dauer der Kurzarbeit in vielen Fällen sehr variabel. Am größten Montage-Standort von Daimler Truck ist aufgrund einer verbesserten Auftragslage im November beispielsweise keine Kurzarbeit geplant. Bei Liebherr in Ochsenhausen ist der Sprecherin zufolge noch nicht abzusehen, ob die Maßnahme auch über das Jahr hinaus fortgesetzt werden müsse. Am Standort in Oberschwaben werden Gefrier- und Kühlgeräte produziert, die jährliche Produktionsmenge beläuft sich laut Konzernangaben auf rund 827.000 Geräte.
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