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Bis 2030 sind etliche monatelange Bahnsperrungen geplant. Reisende müssen mit großen Einschränkungen rechnen. Personalmangel könnte das Problem noch verschärfen.
Köln – Die Deutsche Bahn hat für die nächsten Jahre große Pläne. Bis 2030 sollen ganze 40 hoch belastete Zugstrecken in ganz Deutschland umfassend saniert werden. Allein in NRW kommt es dadurch zu zehn monatelangen Sperrungen. Das allein wird massive Folgen für den Nah- und Fernverkehr haben. Doch die Einschränkungen könnten für betroffene Reisende noch größer werden, warnt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). „Für den Ersatzverkehr sind ausreichend Fahrzeuge bestellt. Doch was das Personal angeht, ist die Situation ungemein schwieriger“, sagte EVG-Chef Martin Burkert der Deutschen Presse-Agentur.
Bahn plant Generalsanierung: EVG befürchtet zu wenig Personal für Ersatzbusse
Der Mangel an Busfahrerinnen und Busfahrern ist aus Sicht der EVG das zentrale Problem bei der geplanten Generalsanierung wichtiger Zugstrecken. Als konkreten Anlass nannte die Gewerkschaft die erste Bahnsperrung auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim im Sommer 2024. Dafür sind derzeit rund 400 Ersatzbusse bestellt, doch die EVG bezweifelt, dass für diese auch ausreichend Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung stehen. „Da geht es nicht nur um Gehaltsfragen, sondern auch um die Arbeitsbedingungen“, betont EVG-Chef Martin Burkert gegenüber der dpa. „Das ist eine enorme Herausforderung, die bewältigt werden muss, nicht nur für ein Jahr, sondern jedes Jahr bis mindestens 2030.“
Bereits in den letzten Monaten kommt es unter anderem in NRW regelmäßig zu Ausfällen im Nah- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn, da Personal fehlt. Nun könnte sich das Problem auch beim Ersatzverkehr fortsetzen. Im schlimmsten Fall würden die Busse seltener fahren, als eigentlich geplant.
Welche Bahnsperrungen gibt es aktuell in NRW?
Immer wieder werden etliche Bahnstrecken, teils wochenlang, für den Zugverkehr gesperrt. 24RHEIN zeigt, welche Bahnsperrungen es aktuell in NRW gibt und welche bald kommen.
40 monatelange Bahnbaurbeiten: Das ist bei der Generalsanierung genau geplant
Der Hauptanlass für die große Streckensanierung sind die seit Jahren großen Probleme mit Verspätungen im Bahn-Fernverkehr. Allein 2022 war fast jeder dritte IC oder ICE unpünktlich. Um das zu ändern, wird auch ordentlich Geld in die Hand genommen. Allein der Bund hat angekündigt, dafür zusätzlich knapp 40 Milliarden Euro bereitzustellen. Rund ein Viertel der von monatelangen Sperrungen betroffenen Zugstrecken liegt dabei in NRW:
- Emmerich – Oberhausen (Sanierung 2025)
- Hagen – Wuppertal – Köln (Sanierung 2026)
- Troisdorf – Koblenz (Sanierung 2026)
- Hamm – Düsseldorf – Köln (Sanierung 2027)
- Hagen – Unna – Hamm (Sanierung 2028)
- Köln – Bonn – Koblenz (Sanierung 2028)
- Aachen – Köln (Sanierung 2029)
- Osnabrück – Münster (Sanierung 2030)
- Münster – Recklinghausen (Sanierung 2030)
- Minden – Wunstorf (Sanierung 2030)
Dass die Infrastruktur der Bahn zu einem immer größeren Problem wird, sagte auch Verkehrsexperte Volker Stölting im Gespräch mit 24RHEIN. (os mit dpa) Täglich informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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