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Autozulieferer ZF Friedrichshafen hatte die Kurzarbeit für 1.500 Mitarbeiter am Stammsitz im September ausgesetzt, kehrt nun aber wieder zu der Maßnahme zurück.
Friedrichshafen - Aufgrund von deutlich reduzierten Abrufzahlen von Traxon-Getrieben für Kran- und Sonderfahrzeuge hatte der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen rund 1.500 Mitarbeiter am Stammsitz über die Sommermonate in Kurzarbeit geschickt. Wie das Unternehmen im September auf Anfrage von IPPEN.MEDIA erklärte, wurde die Maßnahme vorübergehend ausgesetzt. „Die Produktabrufe unserer Kunden zeigen weiterhin starke Schwankungen bei den georderten Volumina“, hatte ein Sprecher erklärt. „Insofern ist es ungewiss und von den Kundenbestellungen abhängig, ob in den kommenden Monaten erneut Kurzarbeit benötigt wird.“
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Verbessert haben sich die Abrufzahlen aber offenbar nicht, weswegen ZF ab Dezember erneut für rund 1.500 Mitarbeiter in der Traxon-Produktion in Friedrichshafen Kurzarbeit angemeldet hat, wie die Schwäbische Zeitung auf Anfrage erfuhr. Auch der Stuttgarter Autozulieferer Mahle hat jüngst an mehreren deutschen Standorten Kurzarbeit eingeführt und reagiert damit ebenfalls auf eine deutlich gesunkene Auftragslage.
ZF Friedrichshafen rechnet mit Kurzarbeit in Traxon-Produktion bis mindestens Q1 2025
Die Anmeldung der Kurzarbeit in den Sommermonaten war gemeinsam mit dem Betriebsrat in Friedrichshafen beschlossen worden, nachdem zuvor auch andere Maßnahmen wie der Abbau von Arbeitszeitkonten oder eine Reduzierung der Ferienkräfte zur Debatte gestanden hatten. Weil sich die Lage in der Nutzfahrzeugindustrie nicht verbessert hat, haben sich der Betriebsrat und die ZF erneut auf eine solche Maßnahme geeinigt. Konkret soll die Arbeitszeit von rund 1.500 Mitarbeitern am Getriebestandort der ZF in Friedrichshafen ab Dezember „durch mehrere Kurzarbeitstage pro Monat“ verkürzt werden, wie ein Sprecher gegenüber der Schwäbischen Zeitung erklärte.
| Name | ZF Friedrichshafen AG |
|---|---|
| Gründungsjahr | 1915 |
| Hauptsitz | Friedrichshafen, Baden-Württemberg |
| Branche | Automobilzulieferer, Mobilitätssysteme |
| Geschäftsbereiche | Automobilzulieferer, Antriebs- und Fahrwerktechnik, E-Mobilität, Automatisierungstechnik, Industrietechnik, Nutzfahrzeugtechnik |
| Mitarbeiterzahl | 168.738 (Stand: 2023) |
| Produktionsstandorte | 168 in 32 Staaten |
| Hauptentwicklungsstandorte\t | 19 in neun Ländern |
| Umsatz | 46,6 Milliarden Euro (2023) |
| Geschäftsführung\t | Holger Klein (Vorstandsvorsitzender), Heinrich Hiesinger (Aufsichtsratsvorsitzender) |
| Anteilseigner | 93,8 Prozent Zeppelin Stiftung (Stiftungsträger ist die Stadt Friedrichshafen), 6,2 Prozent Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung |
Aktuell treten viele große Hersteller aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten bei den Investitionen auf die Bremse, was sich direkt auch auf die ohnehin vor großen Herausforderungen stehenden Zulieferer auswirkt. Weil auch in den kommenden Monaten nicht mit einer Erholung der Marktschwäche im Nutzfahrzeugbereich zu rechnen ist, geht die ZF Friedrichshafen aktuell davon aus, die Kurzarbeit mindestens bis ins erste Quartal 2025 fortsetzen zu müssen. Vor dem Antritt der Kurzarbeit im Dezember können sich die 1.500 Mitarbeiter aber immerhin über das Weihnachtsgeld freuen, das die ZF mit dem Novemberentgelt auszahlt.
Starke Unsicherheit an deutschen ZF-Standorten nach Ankündigung von Sparmaßnahmen
Neben der Traxon-Produktion in Friedrichshafen hatte die ZF auch an den Werken in Passau Kurzarbeit eingeführt, an anderen Standorten des schwäbischen Technologiekonzerns dürfen die Sorgen aber noch deutlich größer sein. Seit der Ankündigung, dass bis 2028 allein in Deutschland bis zu 14.000 Stellen entfallen könnten, herrscht an den deutschen Produktionsstandorten der ZF große Unsicherheit. Konzernchef Holger Klein hat an einem Standort im Südwesten bereits den Abbau von 1.800 Arbeitsplätzen bestätigt, an einem weiteren soll rund die Hälfte der Belegschaft ihren Job verlieren.
Rubriklistenbild: © ZF FRIEDRICHSHAFEN AG

