Mercedes-Benz verlagert Produktion des wichtigsten SUV in die USA – Folgen für Mitarbeiter?
VonJulian Baumann
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Mercedes-Benz verlagert den Bau des Verbrenner-SUV GLC in die USA. Welche Zukunft haben die Mitarbeiter in Sindelfingen und Bremen?
Sindelfingen – Der Autokonzern Mercedes-Benz steckt inmitten eines groß angelegten Stellenabbaus und setzt dabei auf Freiwilligkeit, mit hohen Abfindungen oder anderen Möglichkeiten. Neben der schwierigen Transformation zur E-Mobilität und dem hohen Konkurrenzdruck aus China machen auch die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle dem Stuttgarter Traditionskonzern Probleme. Dennoch scheinen die USA für die Marke mit Stern weiterhin lukrativ zu sein, weshalb Mercedes-Benz die Produktion seines Erfolgsmodells, dem SUV GLC, auch im Werk in den USA ansiedeln will.
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Mercedes-Benz will Erfolgs-SUV GLC ab 2027 in den USA fertigen
Mercedes-Benz hat es, wie die anderen deutschen und europäischen Autobauer, zunehmend schwer, auf dem weltgrößten Automarkt in China Anschluss zu finden. In den USA werden aber bereits mehrere Modelle der Stuttgarter produziert, darunter die elektrische Business-Limousine EQE oder auch das große EQS SUV. „Es ist ein natürlicher Schritt, ein weiteres Modell als Teil des Bekenntnisses zu den Vereinigten Staaten nach Alabama zu bringen“, hatte Konzernchef Ola Källenius in Bezug auf den GLC den Automotive News erklärt.
Name
Mercedes-Benz Group AG
Gründung
17. November 1998 (Vorgängerunternehmen gehen bis ins Jahr 1883 zurück)
Hauptsitz
Stuttgart, Baden-Württemberg
Branche
Automobilindustrie, Finanzdienstleistungen
Produkte
Premium-Automodelle, Vans, Finanzdienstleistungen
Leitung
Ola Källenius (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter
175.000 (Ende 2024)
Umsatz
145,6 Milliarden Euro (2024)
Die Absicht, den Erfolgs-SUV im Werk in Tuscaloosa zu bauen, sei bereits vor den Zoll-Auflagen von US-Präsident Trump erfolgt, so Källenius weiter. Ein Vorteil ist es auch, dass die USA im Gegensatz zu Deutschland und anderen EU-Staaten noch überhaupt kein Datum für ein Verbrenner-Aus festgelegt haben. Die Frage ist allerdings, wie sich die Produktionsverlagerung auf die bisherigen Fertigungswerke in Sindelfingen und Bremen auswirkt, die zu den größten Werken des Konzerns gehören. Bereits im vergangenen Jahr hatte Mercedes-Benz aufgrund einer sinkenden Nachfrage die Produktion von S-Klasse und EQS in Sindelfingen gedrosselt.
Mercedes-Benz: Verlagerung soll in Sindelfingen und Bremen vorerst keine Jobs kosten
Es ist also möglich, dass ab 2027 in Sindelfingen und Bremen beispielsweise Schichten entfallen; ganze Arbeitsplätze sollen zunächst aber von der Produktionsverlagerung nicht betroffen sein. „Die Lokalisierung des GLC hat keine Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze der Stammbelegschaft in unseren Standorten Sindelfingen und Bremen“, sagte ein Konzernsprecher gegenüber der Automobilwoche. Zuletzt hatte auch Autobauer Audi angekündigt, eine Produktion in den USA zu erwägen.