Alabama statt Sindelfingen/Bremen

Mercedes-Benz verlagert Produktion des wichtigsten SUV in die USA – Folgen für Mitarbeiter?

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Mercedes-Benz verlagert den Bau des Verbrenner-SUV GLC in die USA. Welche Zukunft haben die Mitarbeiter in Sindelfingen und Bremen?

Sindelfingen – Der Autokonzern Mercedes-Benz steckt inmitten eines groß angelegten Stellenabbaus und setzt dabei auf Freiwilligkeit, mit hohen Abfindungen oder anderen Möglichkeiten. Neben der schwierigen Transformation zur E-Mobilität und dem hohen Konkurrenzdruck aus China machen auch die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle dem Stuttgarter Traditionskonzern Probleme. Dennoch scheinen die USA für die Marke mit Stern weiterhin lukrativ zu sein, weshalb Mercedes-Benz die Produktion seines Erfolgsmodells, dem SUV GLC, auch im Werk in den USA ansiedeln will.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Wie die Automobilwoche berichtet, soll konkret die Verbrenner-Version des GLC ab 2027 auch in dem US-Werk in Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama ansiedeln. Laut dem Fachmagazin ist der große SUV das erfolgreichste Modell der Stuttgarter überhaupt und wird bislang in den großen deutschen Werken Sindelfingen (Baden-Württemberg) und Bremen gefertigt. Dass die Produktion jetzt nach Übersee gehen soll, hat offenbar mehrere Gründe. Auch ein Weltmarktführer aus Baden-Württemberg hatte angekündigt, eine Produktionsverlagerung in die USA in Erwägung zu ziehen.

Mercedes-Benz will Erfolgs-SUV GLC ab 2027 in den USA fertigen

Mercedes-Benz hat es, wie die anderen deutschen und europäischen Autobauer, zunehmend schwer, auf dem weltgrößten Automarkt in China Anschluss zu finden. In den USA werden aber bereits mehrere Modelle der Stuttgarter produziert, darunter die elektrische Business-Limousine EQE oder auch das große EQS SUV. „Es ist ein natürlicher Schritt, ein weiteres Modell als Teil des Bekenntnisses zu den Vereinigten Staaten nach Alabama zu bringen“, hatte Konzernchef Ola Källenius in Bezug auf den GLC den Automotive News erklärt.

Name Mercedes-Benz Group AG
Gründung 17. November 1998 (Vorgängerunternehmen gehen bis ins Jahr 1883 zurück)
Hauptsitz Stuttgart, Baden-Württemberg
Branche Automobilindustrie, Finanzdienstleistungen
Produkte Premium-Automodelle, Vans, Finanzdienstleistungen
Leitung Ola Källenius (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 175.000 (Ende 2024)
Umsatz 145,6 Milliarden Euro (2024)

Die Absicht, den Erfolgs-SUV im Werk in Tuscaloosa zu bauen, sei bereits vor den Zoll-Auflagen von US-Präsident Trump erfolgt, so Källenius weiter. Ein Vorteil ist es auch, dass die USA im Gegensatz zu Deutschland und anderen EU-Staaten noch überhaupt kein Datum für ein Verbrenner-Aus festgelegt haben. Die Frage ist allerdings, wie sich die Produktionsverlagerung auf die bisherigen Fertigungswerke in Sindelfingen und Bremen auswirkt, die zu den größten Werken des Konzerns gehören. Bereits im vergangenen Jahr hatte Mercedes-Benz aufgrund einer sinkenden Nachfrage die Produktion von S-Klasse und EQS in Sindelfingen gedrosselt.

Mercedes-Benz will den Erfolgs-SUV GLC ab 2027 auch in den USA produzieren.

Mercedes-Benz: Verlagerung soll in Sindelfingen und Bremen vorerst keine Jobs kosten

Es ist also möglich, dass ab 2027 in Sindelfingen und Bremen beispielsweise Schichten entfallen; ganze Arbeitsplätze sollen zunächst aber von der Produktionsverlagerung nicht betroffen sein. „Die Lokalisierung des GLC hat keine Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze der Stammbelegschaft in unseren Standorten Sindelfingen und Bremen“, sagte ein Konzernsprecher gegenüber der Automobilwoche. Zuletzt hatte auch Autobauer Audi angekündigt, eine Produktion in den USA zu erwägen.

Rubriklistenbild: © Carmen Jaspersen/dpa

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