Aus vom Verbrenner-Aus?

VW erteilt Söder Auto-Lektion: E-Autos „perspektivisch alternativlos“

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„Ohne Auto droht ein Kollaps“, CSU-Chef Markus Söder präsentiert Zehn-Punkte-Plan zur Rettung der Autoindustrie. Doch Volkswagen hat gänzlich andere Pläne.

München – Sie gilt als Schlüsselbranche in Deutschland und gerät trotzdem immer mehr unter Druck: Sinkende Auftragszahlen, Zölle, wachsende Konkurrenz aus Asien und der Umstieg auf Elektromobilität stellen die Branche vor große Herausforderungen. Hinzu kommt das geplante EU-Verbrennerverbot für Neuwagen ab 2035, das nun erneut für weitere Diskussionen sorgt. Ministerpräsident Markus Söder fordert das Aus vom Aus, um „Hunderttausende Arbeitsplätze“ zu sichern. Doch sein Vorstoß stößt nicht überall auf Zustimmung.

Söders Zehn-Punkte-Plan soll Autoindustrie retten, doch VW hat andere Pläne

In einem Zehn-Punkte-Plan zur Rettung der Autoindustrie fordert Bayerns Ministerpräsident Technologieoffenheit statt Elektrozwang und das Aus für das geplante EU-Verbrennerverbot. CO₂-Strafzahlungen sollen ausgesetzt und Reduktionsziele neu überarbeitet werden. Außerdem sollen Fahrverbote für moderne Verbrenner verhindert und eine generelle Elektrifizierungspflicht vermieden werden. Söder setzt sich auch für günstigere Führerscheine und den Ausbau von Ladestrukturen ein. Das Auto werde zur Schicksalsfrage der deutschen Industrie. „Es ist das Herz unserer Volkswirtschaft – ohne Auto droht ein Kollaps“, sagt er in der Bild am Sonntag.

Söder und Merz bei der Eröffnung der IAA in München.

Sein Zehn-Punkte-Plan kommt rechtzeitig vor der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA Mobility), die ab Dienstag, 9. September, in München startet. Auf der Messe stellt Volkswagen neue, elektrische Kleinwägen vor, auf die der Konzern große Hoffnungen setzt und die ab 2026 in den Handel kommen sollen. Kein Wunder also, dass VW Söders Vorstoß wenig ankommt.

„Besser für Kunden“: Volkswagen hat anderen Plan als Markus Söder

Bei Volkswagen stehen alle Zeichen auf Elektro. Schon im Vorfeld der IAA bekräftigte Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von VW, dass der Konzern eine führende Rolle in der globalen Automobiltechnologie einnehmen wolle: „Mit klarem Fokus auf die E-Mobilität“, berichtet ntv. In den kommenden zwei Jahren sollen vier neue Elektro-Kleinwagen auf den Markt kommen, die eine Ergänzung zu den bisherigen großen E-Modellen darstellen: der ID.Polo, der sportliche ID.Polo GTI, der ID.Cross für Stadt und längere Strecken sowie der besonders kompakte ID.Every1. VW fehlte bislang ein bezahlbares Einstiegsmodell – das soll sich nun ändern.

„Der batterieelektrische Antrieb ist perspektivisch alternativlos“, betont auch Thomas Schäfer, CEO von VW. Seiner Ansicht nach sei es falsch, das EU-Verbrennerverbot zu kippen. Die Dekarbonisierung Deutschlands sei nur mit E-Autos zu erreichen, zitiert ihn t-online. Schäfer hebt zudem hervor, dass sich E-Autos leichter in großen Stückzahlen produzieren lassen: „Für das Volumensegment (Massenmarkt) ist die Zukunft elektrisch.“ E-Autos seien „besser für die Kunden“, ergänzt der VW-Chef, und wer sie ausprobiert, sei meist überzeugt.

In Deutschland habe der Förderstopp der Regierung jedoch für zusätzliche Unsicherheit bei den Kunden gesorgt. Die „erratischen Maßnahmen“ hätten den Absatz erschwert. Daher setzt VW weiterhin auch auf Hybride und Verbrenner. Derzeit stammen rund 43 Prozent der in Deutschland verkauften VW-Neuwagen von Benzin- oder Dieselmotoren, der Rest entfällt auf Elektro- und Hybridmodelle. Im Juni kündigte die Merz-Regierung an, die Förderung für E-Autos wieder einzuführen.“

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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