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Die Renten-Diskussion über die Inflationsprämie für Rentner erregt die Gemüter. Ein Verband prangert den unangemessenen Inflationsausgleich für Pensionäre an.
München – Die Renten-Debatte um eine Inflationsprämie für Rentner reißt nicht ab. Nun schaltet sich auch ein Sozialverband in die Debatte ein. Der VdK kritisiert den Inflationsausgleich für Pensionäre und fordert gleichzeitig eine Unterstützung für die Rente.
Inflationsprämie für Rentner: Inflationsausgleich für Pensionäre ist „unsägliches Signal“
„Wer nur von einer kleinen Rente lebt, hält eine Inflationsprämie für Pensionäre des Bundes für absolut unangemessen“, kritisierte die VdK-Präsidentin Verena Bentele am Freitag. Für den Verband sei der Inflationsausgleich für Pensionäre statt einer Inflationsprämie für Rentner ein „unsägliches Signal“. Ins Bild passt da eine Rentnerin, die in einer Obdachlosenunterkunft lebt, da sie keine bezahlbare Wohnung findet.
„Doch bei einer Inflation von über sechs Prozent haben die Rentnerinnen und Rentner de facto immer weniger im Einkaufskorb“, fügte Bentele, die zudem noch bayerische VdK-Landesvorsitzende ist, an. „Das Geld reicht bei denen mit kleinen Renten und ohne weitere Einkommensquellen kaum noch für Lebensmittel, Energie und die Zuzahlungen zu Medikamenten.“
Inflationsprämie für Rentner: Rente bereits niedriger als Pensionen
Trotz der andauernden Kritik gehen Rentner, die keine Pension, sondern nur eine gesetzliche Rente erhalten, leer aus. Pensionäre haben deshalb einen Anspruch auf die Inflationsprämie und Rentner nicht, weil es sich um ein völlig anderes Versorgungssystem als jenes der Rentenkasse handelt, da bei der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst die Inflationsprämie auch auf Ruheständler des Bundes übertragen wurde.
In der Bundesbesoldung und -versorgung befinden sich neben Soldaten und Richtern auch pensionierte Beamte. Darin vorgesehen ist eben auch die Inflationsprämie für aktive und pensionierte Beamte. Einer der Kernpunkte von Benteles Kritik. Zudem hob sie hervor, dass die gesetzlichen Renten ohnehin niedriger seien als die Beamtenpensionen. Der Südkurier hatte ausgerechnet, was das genau bedeutet: Demnach bekommen pensionierte Beamtinnen und Beamten des Bundes zwischen 1050 und maximal 2152,50 Euro als Inflationsprämie – im Durchschnitt würden 2040 Euro ausgezahlt.
Inflationsausgleich für Rentner: Bundeskanzler meldet sich unlängst bei der Inflationsprämie zu Wort
Während Ökonomen die Abschaffung der Rente mit 63 fordern, hatte sich Bundeskanzler Olaf Scholz bereits im Mai dieses Jahres zu der Forderung einer Inflationsprämie für Rentner geäußert. Bei einem Bürgerdialog in Rheinland-Pfalz sagte der SPD-Politiker nach Angaben von derwesten.de: „Naja, rechnen Sie mal die Zahl der Millionen Rentner mal 3000 Euro – und dann setzen Sie sich ganz langsam hin“, sagte Scholz. „Das ist eine ziemliche Summe Geld.“
Mit anderen Worten: In Zeiten knapper Staatskassen könne sich die Bundesrepublik eine Inflationsprämie für Rentner einfach nicht leisten. Pikant in diesem Zusammenhang ist allerdings, dass Scholz und seinen Ministern ein Inflationsausgleich zustehe. Jedoch machte der Kanzler in einem Interview in der Sendung „Maischberger“ im Juni deutlich, dass er „das für gute Zwecke“ verwenden werde. „Ich persönlich brauche das nicht“, sagte er damals zum Inflationsausgleich. Benteles Kritik zufolge bräuchte eine Vielzahl der Rentner die Inflationsprämie hingegen schon.
Rubriklistenbild: © Stephanie Pilick/dpa

