Neue Strategie für die Zukunft

Porsche arbeitet an neuem Sparprogramm – „unser Geschäftsmodell funktioniert heute nicht mehr“

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Porsche steht vor großen Herausforderungen und plant ein neues Strukturpaket. Ziel ist es, das Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähig zu halten.

Stuttgart – Selbst renommierte Premiummarken wie Porsche können sich der aktuellen Krise in der Automobilindustrie nicht entziehen. Bereits im Februar 2025 wurde öffentlich, dass der Fahrzeughersteller mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen 1.900 Stellen streicht. Nur kurze Zeit später hieß es bei einer Hauptversammlung, dass bis 2029 rund 3.900 Stellen abgebaut werden. Bis 2030 gilt bei Porsche aber eine Beschäftigungsgarantie ohne betriebsbedingte Kündigungen – der Stellenabbau muss daher freiwillig erfolgen. Zudem standen Verhandlungen über ein Strukturpaket im Raum. Dazu gibt es jetzt Neuigkeiten.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

In einem internen Schreiben hat Vorstandschef Oliver Blume die Belegschaft jetzt über das weitere Vorgehen und die Hintergründe informiert. Auslöser sind große wirtschaftliche Herausforderungen, die dem Unternehmen weltweit zu schaffen machen.

Zweites Strukturpaket bei Porsche geplant: Maßnahmen für langfristige Stabilität

Laut Blume plant die Unternehmensführung gemeinsam mit dem neuen Betriebsrat nun offiziell die Verhandlung eines zweiten Strukturpakets, „um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens langfristig abzusichern“. Im Schreiben heißt es: „Unser Geschäftsmodell, das uns über viele Jahrzehnte getragen hat, funktioniert heute nicht mehr in dieser Form.“ Jetzt gelte es, schnell und anpassungsfähig zu handeln.

Stetig steigende Gewinne sind für Porsche wohl vorerst Geschichte – die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, so Blume. Zwar helfen noch frühere Investitionen und ein starkes Sortiment, doch vor allem in China und den USA sowie beim langsamen Wandel hin zur Elektromobilität sieht sich der Autobauer großen Herausforderungen gegenüber.

Porsche-Chef Oliver Blume hat Verhandlungen über ein zweites Strukturpaket angekündigt.

Probleme in China und den USA: Märkte unter Druck

In China sei der Markt für Luxusfahrzeuge deutlich eingebrochen, stattdessen wird der Markt von günstigen E-Autos außerhalb des Premiumbereichs dominiert. Neue Zölle und ein schwacher Dollar trüben das Geschäft in den USA – und das trotz guter Verkaufszahlen. In puncto Elektromobilität wächst die Nachfrage langsamer als erwartet, während weiterhin hohe Investitionen in flexible Antriebe und Lieferketten erforderlich sind. Porsche stehe laut Blume einer „Krise der Rahmenbedingungen“ gegenüber. Deswegen müsse das Unternehmen aus Stuttgart jetzt „konsequent interne Optimierungspotentiale nutzen.“

Die vielfältigen Herausforderungen spiegeln sich deutlich in den Geschäftszahlen wider: Nach dem Rückgang 2024 verschlechterte sich die Gewinnlage von Porsche im ersten Quartal 2025 weiter. Das operative Ergebnis fiel um 40,6 Prozent auf 0,76 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz ging auf 8,86 Milliarden Euro zurück. Entsprechend korrigierte Porsche seine Jahresprognose für 2025 nach unten.

Das nun zu erarbeitende Spar- bzw. Strukturpaket soll respektvoll, vertraulich und hinter verschlossenen Türen ausgearbeitet werden. Bislang ist unklar, wann die Belegschaft über die Ergebnisse informiert wird.

Rubriklistenbild: © Porsche AG

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