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Kommt jetzt die Veränderung bei Porsche? VW-Vorstand Oliver Blume soll Insidern zufolge seinen Rücktritt an der Spitze des Stuttgarter Konzerns vorbereiten.
Stuttgart - Volkswagen-Chef Oliver Blume will einem Bericht zufolge seinen Spitzenposten bei der Sportwagentochter Porsche abgeben. Derzeit laufe die Suche nach einem Nachfolger für Blume bei dem Stuttgarter Autobauer, berichtete die WirtschaftsWoche (WiWo) am Mittwoch, 27. August, unter Berufung auf Insider.
Für die Suche eines neuen Porsche-Vorstands fänden Gespräche mit Blume, Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, den Vertretern der Eigentümerfamilien Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch sowie Betriebsratsvertretern statt, so das Magazin.
Porsche-Chef Oliver Blume: Nachfolger kann im herbst feststehen
Die Personalie des Nachfolgers solle im Herbst bekanntgegeben und bis Anfang 2026 umgesetzt werden. Als Nachfolger für Blume bei Porsche kämen sowohl interne als auch externe Kandidaten in Frage. Die Familien Porsche und Piëch, Blume und der Betriebsrat favorisieren dem Bericht zufolge teilweise unterschiedliche Kandidaten.
Blume führt Porsche seit zehn Jahren und hat zusätzlich seit 2022 den Spitzenposten bei der Konzernmutter Volkswagen inne. Diese Doppelrolle stößt bei Aktionären seit Längerem auf heftige Kritik. Die Doppelfunktion berge die Gefahr von Interessenkonflikten, hieß es zuletzt. Blume selbst hatte wiederholt erklärt, die Doppelrolle sei „nicht auf alle Zeiten ausgelegt“, ein Enddatum jedoch offen gelassen.
China-Geschäft setzt Porsche unter Druck
Porsche steht derzeit massiv unter Druck. Das Unternehmen leidet unter dem Kollaps seines China-Geschäfts. Dort verleidet zum einen die hartnäckige Immobilienkrise wohlhabenden Kunden den Kauf eines neuen Sportwagens. Zum anderen ist es Porsche nicht gelungen, mit seinen elektrischen Modellen Kunden anzulocken. Das US-Geschäft ist zudem wegen der Einfuhrzölle von US-Präsident Donald Trump in Turbulenzen geraten.
Zuletzt gab der Autobauer das Ende seiner Ambitionen für die eigene Produktion von E-Autobatterien bekannt. „Eine eigene Fertigung von Batteriezellen verfolgt Porsche aus Volumengründen und fehlenden Skaleneffekten nicht weiter“, erklärte Unternehmenschef Oliver Blume am Montag, 25. August. Das dafür vorgesehene Tochterunternehmen Cellforce werde sich „künftig auf die Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentrieren“, fügte Porsche-Vorstandsmitglied Michael Steiner hinzu.
Gewerkschaft kritisiert Entlassungen bei Porsche-Tochter
Die Gewerkschaft IG Metall hatte die Pläne und die damit verbundenen Jobverluste bei Cellgroup in der vergangenen Woche bereits scharf kritisiert. Porsche bestätigte nun, dass es einen Jobabbau geben werde, nannte aber keine Zahlen. In Medienberichten sowie nach Gewerkschaftsangaben dürften rund 200 von 286 Beschäftigten von Cellgroup ihre Arbeit verlieren.
„Die Elektromobilität bleibt auch zukünftig eine wesentliche Antriebsart für unsere Sportwagen“, versicherte Blume. Doch der Markt für elektrische Fahrzeuge weltweit habe sich „nicht so entwickelt wie ursprünglich angenommen“, erklärte Steiner. Das geplante Geschäftsmodell mit der eigenen Batterieproduktion sei „wirtschaftlich nicht darstellbar“.
Für Oliver Blume, der auch den Mutterkonzern VW leitet, war das als Porsche-Chef ein herber Rückschlag. In das eigene Batterieunternehmen waren Millionen investiert worden, bis heute wurde aber keine Batterie produziert. Die Batterien sind in der Regel das teuerste Einzelteil eines Elektroautos - und werden bislang und wohl auch künftig in Asien und dort vor allem in China produziert. (Reuters/AFP/row)
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